Personalausweis

Nur bedingt einsatzfähig

Die Bundesregierung will den neuen Personalausweis ab dem 1. November ausgeben, doch nicht alle neuen Funktionen werden Bürgern sofort zur Verfügung stehen. Bündnis 90/Die Grünen erneuern ihre Kritik an dem neuen Ausweis.

Der „neue Personalausweis“, so heißt die neue elektronische Karte im Scheckkartenformat, wird wie der herkömmliche Ausweis vorzeigbar sein. Allerdings darf der Bürger ihn nicht mehr als Pfand hinterlegen. Er enthält nämlich weitere elektronische Funktionen, die der Bürger freiwillig zuschalten kann. So soll er etwa als Zahlungsmittel, als Passagierausweis oder für die Altersverifikation dienen können. Wenn Bürger dies möchten, sollen sie auch digitale Unterschriften leisten und somit online Verträge abschließen können.

Möchte jemand sein Alter elektronisch nachweisen, legt er seinen Ausweis auf ein Lesegerät und gibt die geforderten Daten per PIN frei. Notwendig ist hierfür ein Kartenlesegerät mit einem PIN-Eingabefeld. Für elektronische Unterschriften, die vor Gericht Bestand haben sollen, reicht das aber nicht. Hier sind nur Kartenleser zulässig, die über ein PIN-Eingabefeld und ein Display verfügen, weil der Perso über einen berührungslosen RFID-Chip verfügt. Anders ist das im Übrigen bei Karten mit Kontaktchips – hier genügt für die sogenannte qualifizierte elektronische Unterschrift ein Kartenleser mit PIN-Eingabefeld.

Solche sogenannten Klasse-3-Lesegeräte wurden bislang für den Perso noch nicht zertifiziert, teilte die Bundesnetzagentur den VDI nachrichten mit. Wie aus dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zu hören ist, gibt es bislang sogar nur einen Hersteller, nämlich die Schwarzwälder Firma Reiner SCT, die für den Ausweis ein Lesegerät für die qualifizierte elektronische Signatur auf den Markt bringen will. Dieses Gerät durchläuft zurzeit noch den Zertifizierungsprozess.

Eine Nachfrage bei Reiner SCT ergab, dass bislang noch nicht entschieden ist, welche Stückzahlen gefertigt werden. Da es sich um einen „neuen Markt“ handle, heißt es, wolle man die Geräte nach dem Vorbild des iPhone 4 auf Vorbestellung liefern – mit Wartezeiten von voraussichtlich mindestens vier Wochen. Die sogenannten Komfort-Geräte will die Firma zu einem Preis von rund 160 € anbieten. Einfache Basis-Lesegeräte sind hingegen bereits für rund 35 € zu haben.

Allein die einfachen Geräte gelten nicht unbedingt als sicher, glaubt man der Erfolgsmeldung des Chaos Computer Clubs (CCC). Er wies nach, dass „jedermann“ den Perso „mit einfachen Mitteln“ ferngesteuert nutzen – und dabei auch die PIN ändern kann. Das BSI hingegen weist darauf hin, dass dies nur dann möglich ist, wenn Hacker den PC komplett übernommen haben. Außerdem würde der Nutzer es sehr rasch entdecken, wenn seine PIN nicht mehr funktionieren würde. Der vom CCC gezeigte Angriff könne in der Praxis auf diese Weise nicht stattfinden, wenn die Bürger einen aktuellen Virenscanner samt Firewall installieren, sagt BSI- Sicherheitsexperte Manuel Bach.

Die Zertifizierung für die Software, die der Bürger auf seinem Rechner installieren muss, um sich mit Karte samt Lesegerät im Netz ausweisen zu können, ist allerdings auch noch nicht abschließend erfolgt. Zusammen mit dem Personalausweis wird der Bürger eine Broschüre erhalten, in der er auf die Website www.aus-weisapp.bund.de hingewiesen wird. Nur dort wird er dann die gültige Software herunterladen können.

Bei Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag bleibt man gegenüber dem ehrgeizigen Kartenprojekt skeptisch. Der innen- und netzpolitische Sprecher Konstantin von Notz hält die Verknüpfung von Ausweis- und Zahlungsmittelfunktion nicht für gut: „Hier kommen zwei Bereiche, nämlich der Bürger und der Konsument, auf einer Karte zusammen. Diese Bereiche sollten so nicht vermischt werden.“ Es sei zudem nicht ersichtlich, warum der Ausweis einen berührungslos arbeitenden RFID-Chip anstatt eines Kontaktchips enthalten muss.

Zwar ist die Verwendung der Zusatzfunktionen freiwillig, doch von Notz glaubt, dass in dem Projekt „neuer Personalausweis“ „eine Dynamik enthalten ist, die die Freiwilligkeit aushebeln wird“. Dies sei spätestens dann der Fall, wenn z. B. das Onlineauktionshaus Ebay statt des heutigen PostIdent-Verfahrens das virtuelle Vorzeigen des neuen Personalausweises verlangen würde.
CHR. SCHULZKI-HADDOUTI

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