Sicherheit

Neuer Personalausweis kommt im November  

Im November 2010 will die Bundesregierung den digitalen Personalausweis einführen. Noch sind nicht alle Bausteine der neuen Ausweis-Infrastruktur fertig. Die FDP verlangt nun eine Verschiebung. VDI nachrichten, Düsseldorf, 26. 3. 10, jdb

Der neue Ausweis soll auch im Internet funktionieren: Nutzer sollen sich damit gegenüber Diensteanbietern ausweisen können. Das digitale Unterschreiben von Dokumenten wird ebenfalls möglich sein. Die ersten Anwendungstests starteten im vergangenen Oktober. Inzwischen haben bereits 160 Organisationen, Behörden und Unternehmen den Ausweis für ihre Anwendungen getestet, 130 davon sind bereits registriert.

Zu den getesteten Anwendungen gehört z. B. eine der Stadt Hagen, die den Ausweis zum Ausfüllen einzelner Internetformulare verwenden will. Auch der Anbieter der Social-Network-Plattformen SchülerVZ und StudiVZ testet den neuen Personalausweis: Derzeit sehen die Plattformen bei der Anmeldung noch nicht die Nutzung eines Pseudo- nyms vor, was mit dem Ausweis möglich wäre. Derzeit wird auch eine Altersprüfung getestet.

Es gibt weitere Überlegungen für den Einsatz des Personalausweises, die sich noch in der Konzeptionsphase befinden. So könnte der Personalausweis auch als Heilausweis im Gesundheitswesen verwendet werden. Die SIM-Karte von Handys könnte ebenfalls Ausweis-Informationen enthalten und so die Authentifizierung für mobile Anwendungen unterstützen. Auch ließe sich der Perso als Autoschlüssel verwenden. Entsprechende Überlegungen stellt derzeit Automobilhersteller Daimler an.

Noch sind allerdings nicht alle Bestandteile der neuen Ausweis-Infrastruktur fertig. Zum Lieferumfang gehört nämlich nicht nur der scheckkartengroße Ausweis, sondern auch ein Kartenlesegerät und eine Software namens Bürger-Client. Diese Software, die ein Nutzer benötigt, um seinen Ausweis im Internet einzusetzen, muss erst noch vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifiziert werden.

Ende Juni soll die Software dann für die Betriebssysteme Windows XP, Win-dows Vista, Ubuntu 9.4 und Mac OS zur Verfügung stehen – das neue Windows 7 bleibt vorläufig außen vor, weil es nicht Bestandteil der Ausschreibung war. Ob die Software auch in einer Open-Source-Variante zur Verfügung gestellt wird, werde derzeit noch geklärt, sagt Caroline Neufert, stellvertretende Leiterin des Kompetenzteams „elektronischer Personalausweis“, das für die Durchführung der Anwendungstests zuständig ist.

Aus dem Konjunkturpaket II sollen im Rahmen des IT-Investitionsprogramms Mittel von bis zu 24 Mio. € bereitgestellt werden, um für eine möglichst rasche Verbreitung des Ausweises zu sorgen. Durch diesen Zuschuss sollen Lesegeräte für die Nutzung elektronischer Chipkarten an Bürgerinnen und Bürger erheblich verbilligt oder gar kostenlos abgegeben werden. Noch ist nicht entschieden, welche Anbieter das Geld erhalten sollen. Dass durch die breit angelegte Förderaktion auch das bestehende Preisgefüge verschoben wird, berücksichtigt die Vergabe nicht.

Die Akzeptanz für den neuen Ausweis in der Bevölkerung ist laut einer Umfrage noch nicht sehr groß. Das Kölner Marktforschungsinstitut Skopos hatte im Auftrag des IT-Sicherheitsverbands Teletrust 1000 Internetnutzer befragt. Nur jüngere Männer zeigten sich einigermaßen über den neuen Ausweis informiert. Frauen schienen hingegen weniger bereit ihn zu nutzen. Es sind außerdem die jüngeren, internetaffinen Nutzer, die ihren alten gegen den neuen Ausweis vor Ablauf der Gültigkeitsdauer tauschen wollen.

Wenig überraschend ist, dass die freiwillige biometrische Funktionalität weniger akzeptiert wird als die elektronische Signatur und die Authentisierungsfunktion. Teletrust-Geschäftsführer Holger Mühlbauer sagt: „Unsere Erhebung zeigt, dass sich viele Internetnutzer wenig oder noch gar nicht mit den neuen Funktionen und den daraus resultierenden Möglichkeiten auseinandergesetzt haben.“ Er rät der Bundesregierung, umgehend Informationsinitiativen zu starten.

Die FDP-Fraktionsvize Gisela Piltz und der parlamentarische Geschäftsführer der Liberalen, Christian Ahrendt, warnen hingegen vor einer übereilten Einführung des Ausweises: Er ist ihrer Ansicht nach „nicht sicher, schon gar nicht für zehn Jahre Gültigkeitsdauer“. Sie befürchten, dass Daten unbefugt ausgelesen werden können, auch drohe damit ein verstärkter Identitätsdiebstahl. Zudem bestünde keine Notwendigkeit. Sie wollen daher das Projekt um zehn Jahre verschieben.

Dieter Kempf, Vorstandsvorsitzender des Vereins „Deutschland sicher im Netz“, hingegen meint, dass der Ausweis für die Internetsicherheit und Modernisierung von staatlichen Angeboten zu wichtig sei, um aus parteitaktischen Erwägungen in Frage gestellt zu werden. CHR. SCHULZKI-HADDOUTI

Von Chr. Schulzki-Haddouti

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