Sicherheitstechnik

Neue Scanner sollen mehr Sicherheit bringen  

Weltweit werden Flughäfen mit neuen Body-Scannern ausgerüstet. Unterschiedliche Technologien liegen im Wettstreit, neue sind in der Entwicklung. Doch die Kosten sind erheblich und komplette Sicherheit können auch sie nicht garantieren. VDI nachrichten Düsseldorf, 15. 1. 10, moc

Noch fehlt die klare Linie in Europa: Italien will Body-Scanner einsetzen, Holland Großbritannien, Frankreich ebenso. Bundesforschungsministerin Annette Schavan und Bundesinnenminister Thomas de Maizière wollen im Sommer neue technische Entwicklungen bei Scannern vorstellen. Die EU-Kommission hat jetzt den Mitgliedsländern ihr Vorgehen freigestellt.

Ganz anders die Amerikaner. Wenige Tage nach dem versuchten Anschlag des Nigerianers Abdulmutallab hat die amerikanische Transport Security Administration (TSA) 165 Mio. Dollar bereitgestellt, um bei der US-Firma L-3 Communications Körperscanner einzukaufen. Schon im Oktober hatte die TSA für 173 Mio. Dollar 1000 Geräte des L-3-Konkurrenten Rapiscan erworben.

Bei den Geräten von L-3 handelt es sich um Millimeterwellen-Geräte, bei den Scannern von Rapiscan um Backscatter-Geräte (siehe Kasten). Beide Gräte sind in den USA zugelassen, in Deutschland nicht.

Die amerikanischen Sicherheitsbehörden investieren massiv in Ganzkörperscanner

Neben L-3 Communications und Rapiscan gibt es als Dritten im Markt die Firma Smiths Detection mit ihrer Tochter Smiths Heimann. Die soll mit dem Gerät eqo den, so Fachleute, derzeit wohl schnellsten Ganzkörperscanner auf dem Markt haben. Für dieses Millimeterwellen-Gerät fehlt aber noch die Zulassung in den USA. Wie die Gräte von L-3 und Rapiscan soll auch das von Smiths Heimann derzeit von der deutschen Bundespolizei getestet werden.

Eine wesentliche Bedingung für die Zulassung der Geräte ist ihre Unschädlichkeit für Untersuchte wie für das Bedienungspersonal. Dazu kommt die Frage, wie deutlich das „Nacktbild“ der Untersuchten wird. Dieses Problem gilt aber als lösbar (siehe Kasten).

Umstritten ist die Frage der gesundheitlichen Belastung. Der Einsatz von Röntgenstrahlung zu nicht-medizinischen Zwecken ist zumindest in Deutschland verboten. Immerhin kam 2002 auch in den USA der National Council on Radiation Protection zu der Ansicht, man könne die Möglichkeit einer tödlichen Krebserkrankung als Folge selbst einer niedrigen Scanner-Strahlung nicht ausschließen. Dennoch werden die Geräte in den USA in großen Stückzahlen angeschafft.

Das Gefährdungspotenzial von derzeit genutzten Millimeter-Scannern kann, so Prof. Jiri Silny von der RWTH Aachen, als „vernachlässigbar“ angesehen werden. Auch er weist allerdings darauf hin, dass man bei den kommenden Geräten der Terahertz-Generation „noch einmal genau hinsehen“ müsse.

An solch einer neuen Generation von Detektoren auf der Basis von Terahertz-Wellen wird derzeit weltweit gearbeitet. Sie werden sich von den heutigen Bogenscannern erheblich unterscheiden – nicht zuletzt deshalb, weil man für einen Terahertz-Detektor einen wesentlich größeren Abstand zur untersuchten Person benötigt. So ist etwa denkbar, dass Passagiere durch einen langen Korridor gehen, in dem sie mit Terahertz-Detektoren von vorn und hinten abgetastet werden. In einen solchen Tunnel könnten andere Detektoren integriert werden, etwa Gesichtsscanner, Kameras oder ähnliches. Die französische Firma Thales hat schon 2008 ein solches System mit Namen Smart Corridor vorgestellt.

Terahertz-Detektoren dürften in Zukunft aber eher kleine, mobile Geräte sein, die das Sicherheitspersonal mit sich führt. Oder aber Geräte, die Verdachtspersonen auf größere Entfernung – und ohne dass sie es merken – untersuchen. Im Rahmen der Hightech-Strategie des Bundesforschungsministeriums fließen auch in Deutschland gut 10 Mio. € in die Entwicklung solcher Terahertz-Systeme.

Was das für den Flugbetrieb bedeutet, ist offen. Die Verbund der Fluggesellschaften IATA hat nachgerechnet, dass mit diesen Scannern die Abfertigung zwei bis fünf Stunden länger dauern würde. Und preiswerter werden sie das Fliegen auch nicht machen. So hat der Flughafenverbund AIC Europe bereits an die europäischen Regierungen appelliert, sich an den Kosten der neuen Scanner zu beteiligen. Derzeit entfallen gut 35 % der Kosten europäischer Flughäfen auf Sicherheit, 2001 waren es noch 8 %.

Und dann ist da noch die Frage nach dem Datenschutz: Die amerikanische Datenschutzorganisation Epic hat jetzt herausgefunden, dass die Scanner die Bilder auch aufbewahren und versenden können. Dies, so Epic, widerspreche den Aussagen der TSA. moc

Von Wolfgang Mock

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