Sicherheit

„Netze“ bringen Sicherheit an die Maschine  

VDI nachrichten, Ostfildern, 2. 11. 07, ciu – Bei hoher Arbeitsproduktivität Mitarbeiter zuverlässig zu schützen ist eine Herausforderung im Maschinenbau. Im Interview berichtet Klaus Stark, Leiter Produktmanagement bei Pilz in Ostfildern, über die aktuellen technologischen Trends und was auf der bevorstehenden Messe SPS/IPC/Drives in dem Bereich zu erwarten ist.

Stark: Viele Kunden und Interessenten haben sich für die dreidimensionalen, virtuellen Schutzzäune begeistert und sehen neue Lösungsmöglichkeiten in unterschiedlichen Bereichen der Industrie. Als Nutzen werden insbesondere die „Barrierefreiheit“, das direkte Sehen sowie die Flexibilität hervorgehoben.

Die Funktionalität des sicheren Kamerasystems wurde und wird in Testapplikationen von den Anwendern eingehend geprüft. Hier kommt gerade der Robustheit und damit der Verfügbarkeit des Systems in den unterschiedlichen industriellen Situationen eine Schlüsselfunktion zu. SafetyEye ist dadurch gereift und erfährt damit eine fortwährende Weiterentwicklung.

VDI nachrichten: Als Vorreiter in der Sicherheitstechnik müssen Sie sowohl künftige Anwenderbedürfnisse zielsicher identifizieren als auch Sicherheitsrichtlinien im Blick haben. Wo sind da Ihre wesentlichen Entwicklungsziele?

Stark: Die Herausforderungen liegen in der Globalisierung, d. h. innovative Produkte mit konkretem Nutzen für den Anwender und für die unterschiedlichen Märkte der Welt zu entwickeln. Aufgrund der Historie und der Kultur haben Deutschland und Europa hier einen technologischen Vorsprung, den es unter Einbindung lokaler Bedürfnisse fortzuführen und auszubauen gilt.

Die Lebenszyklen bedingen, dass die einzelnen Produkte noch mehr durch Plattformen abgestützt und miteinander verzahnt werden. Bei größerem Funktionsumfang und damit erhöhter Komplexität ist es unser Ziel, durch eine gute Diagnose das Engineering und die Handhabung im Servicefall zu vereinfachen. Tools als „Hand zum Kunden“ müssen intuitiv bedienbar sein und gleichzeitig den Anwender durch sein Projekt führen, ohne ihn einzuschränken. Durch die Verschmelzung der Bereiche Office und Automation sowie den Einsatz von Funksystemen in der Industrie kommt den Aspekten Security – im Sinne von Datensicherheit – und Verfügbarkeit eine höhere Bedeutung zu.

VDI nachrichten: Regulierungen wie die Maschinenrichtlinie werden gelegentlich erweitert. Wo sehen Sie aktuell Informationsbedarf bei Anwendern?

Stark: Die sichere Automation ist geprägt von Richtlinien und Normen einerseits sowie technologischen Entwicklungen andererseits. In beiden Bereichen hat sich viel verändert. Die Maschinenrichtlinie wurde überarbeitet, wesentliche Sicherheitsnormen wie die DIN EN 954-1 wurden durch die DIN EN ISO 13849 und DIN EN 62061 ersetzt. Wahrnehmung und Umsetzung erfolgen jedoch auch durch die gute konjunkturelle Lage eher etwas „zurückhaltend“.

Pilz unterstützt mit dem Safety Calculator PAScal – einem Software-Tool zur Verifikation funktionaler Sicherheit – Anwender bei der Umsetzung und Anwendung der neuen Normen.

Technologisch ergeben sich neue Möglichkeiten durch die Bildverarbeitung, wie die dreidimensionale Raumüberwachung mit dem sicheren Kamerasystem SafetyEye, das z. B. Zäune oder etablierte Schutzsysteme wie Lichtgitter und Laserscanner ersetzen kann. Weiterhin bringt die Integration von Sicherheit in den Antrieb neue Lösungen für den Anwender mit sich, wie „sichere reduzierte Geschwindigkeit“ oder „sichere Rampe“. Erst das Wissen um diese Möglichkeiten lässt den Nutzer eine „passende“ technische und damit wirtschaftliche Lösung finden.

VDI nachrichten: Welche Entwicklungen der Automatisierungstechnik haben die Entwicklung Ihrer Produkte in den vergangenen zwei bis drei Jahre am meisten geprägt?

Stark: Wir verfolgen die Strategie, leistungsfähige Komponenten anzubieten, die sich bei Bedarf zu kompletten Systemen ergänzen lassen. In der Sensorik erfolgte das mit Lösungen wie den codierten Sicherheitsschaltern PSENcode oder den Sicherheitsschaltern PSENslock auf RFID-Basis. Auch die dreidimensionale Raumüberwachung haben wir mit SafetyEye eingebunden.

Der Bereich der Steuerungen ist geprägt von der intelligenten Verzahnung von Standardsteuerungs- und Sicherheitsfunktionen sowie der zunehmenden Bedeutung von Tools, um das Engineering zu vereinfachen. Als jüngste Neuheit beim Thema Vernetzung kam die Möglichkeit hinzu, Signale per Funk zu übertragen. Zudem werden im Bereich „Motion“ Sicherheitsfunktionen in den Antrieb integriert und über Ethernet zu der leistungsfähigen Automatisierungsplattform verbunden.

VDI nachrichten: Sehen Sie Entwicklungen, die darüber hinaus in naher Zukunft noch Einfluss auf Ihre Unternehmensstrategie haben?

Stark: Ein Thema ist die Suche nach motivierten und gut ausgebildeten Ingenieuren. Schon in den letzten Jahren konnten viele Stellen nur mit sehr hohem Aufwand oder teilweise auch gar nicht besetzt werden. Hier sind weitere Initiativen notwendig, um das Thema „Technik“ in der Gesellschaft positiv zu besetzen und gerade junge Menschen für einen technischen Ausbildungsweg oder ein technisches Studium zu motivieren. Dafür gilt es auch, die Ausstattung der Hochschulen zu verbessern und sie im Rahmen ihrer Aufgaben besser mit der Industrie zu verzahnen. Auch Pilz ist in diesem Bereich sehr engagiert und arbeitet eng mit Universitäten und Fachhochschulen zusammen.

Stark: In Nürnberg werden wir einen Überblick über unsere Komponenten der verschiedenen Produktbereiche geben und zeigen, wie sich diese zu kompletten Systemen für verschiedene Anforderungen ergänzen lassen.

Neben dem sicheren Kamerasystem SafetyEye zeigen wir die Steuerungsplattform PSSuniversal für sicherheitsgerichtete Funktionen und Standardsteuerungsaufgaben. In diesem Zusammenhang präsentieren wir mit InduraNET p das neue Funksystem von Pilz für den industriellen Einsatz.

Eine Neuheit ist das Sicherheitsschaltgerät PNOZmulti. Es kann als erstes konfigurierbares Sicherheitssystem analoge Eingangssignale sicher überwachen, was bisher nur mit programmierbaren Steuerungen möglich war. Zudem können über Verbindungsmodule mehrere Basisgeräte miteinander kommunizieren, so dass sich auch komplexere Maschinen und Anlagen überwachen und steuern lassen. Darüber hinaus wird es Neuigkeiten aus dem Bereich der Diagnose und Visualisierung geben. M. CIUPEK

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