Sicherheit

Mit „weichen“ Mauern gegen Terror aus der Luft

VDI nachrichten, Düsseldorf, 12. 3. 04 -Die Systeme zum Schutz der Luftfahrt werden immer komplizierter. Die meisten verlassen sich jedoch auf die Kontrolle der Passagiere am Boden. Ein neues Software-Paket soll jetzt Flugzeuge mittels „elektronischer Mauern“ von definierten Flugverbotszonen fern halten.

Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 sind viele Bemühungen unternommen worden, um solche Anschläge zu verhindern: Regierungsgebäude in Washington wurden mit Luftabwehrbatterien bestückt, die Kontrollen der Passagiere verstärkt, bewaffnetes Sicherheitspersonal in Verkehrsflugzeugen eingeführt.
Einen anderen Weg beschreiten Edward A. Lee, Professor an der Universität von Kalifornien in Berkeley, und sein Team. Sie haben ein System mit dem Namen Soft Walls entwickelt, das es Piloten unmöglich machen soll, in Flugverbotszonen einzudringen.
Soft Walls besteht aus einer Datenbank mit den Koordinaten der verbotenen Gebiete und einer Software. Diese gleicht die aktuelle Position des Flugzeuges, die per GPS ermittelt wird, ständig mit der Datenbank ab. Erkennt Soft Walls, dass sich die Maschine einer Verbotszone nähert, gibt das System akustischen Alarm. Behält der Pilot seinen Kurs dennoch bei, übernimmt das System die Kontrolle und ändert die Flugrichtung – auch gegen den Willen des Piloten.
Flugverbotszonen, so genannte No-Fly-Zones werden um Regierungseinrichtungen wie das Weiße Haus, Militäranlagen oder kritische Infrastrukturen wie Kernkraftwerke eingerichtet. Auch Orte, deren Besuchermassen sie potenziell zu Anschlagszielen machen wie Disney World in Orlando, gehören dazu. Festgelegt werden sie von der Flugaufsicht, der Federal Aviation Administration. „Gegenwärtig ist es so, dass Flugverbotszonen festlegt und Landkarten veröffentlicht werden, die Piloten zeigen, wo sie fliegen dürfen und wo nicht“, so Lee. „Aber es gibt keine Möglichkeiten, sie technisch durchzusetzen ein Pilot kann nur seine Lizenz verlieren, wenn er in eine solche Flugverbotszone eindringt.“
Die Implementierung von Soft Walls ist nach Angaben der Entwickler einfach. Schon heute steuern die Piloten viele Verkehrsflugzeuge nicht mehr direkt. Sie bedienen Joysticks und elektronische Schalter und der Bord-Computer gibt die Befehle an die Leitwerke weiter. Soft Walls könnte relativ einfach in diese „Fly-By-Wire“-Systeme integriert werden. Das sei lediglich eine Software-Umstellung, sagt Lee, schränkt aber ein: „Eine Software-Umstellung in Flugzeugen ist wegen der Anforderungen für die Zertifizierung keine einfache Sache.“
Unternehmen aus der Luftfahrtbranche und die amerikanische Regierung haben bereits Interesse an Soft Walls bekundet, darunter der Flugzeugbauer Boeing, die Weltraumbehörde Nasa und Honeywell. Erste Tests hat Soft Walls auch schon bestanden, in nicht-bemannten Flugzeugen und in einer kleinen Propellermaschine. Allerdings standen den Testern von Nasa und Honeywell nur vereinfachte Versionen zur Verfügung, die die vollständige Kontrolle über das Flugzeug übernahmen.
Lee hingegen schwebt ein Mechanismus vor, „bei dem die Kommandos des Piloten mit der automatischen Kontrolle vermischt werden, so dass der Pilot nicht komplett die Kontrolle verliert.“ Eine entsprechende Weiterentwicklung von Soft Walls scheint gesichert: Nach amerikanischen Presseberichten verhandelt Boeing mit dem US-Verteidigungsministerium über eine weitere Finanzierung.
Die verbesserte Version könnte auch die Bedenken der Piloten ausräumen. Ihnen ist der Gedanke nicht geheuer, dass eine Software die Steuerung des Flugzeuges übernehmen soll. Ein System, das der Pilot nicht korrigieren könne, sei nicht richtig, kommentierte Duane Woerth, Präsident der amerikanischen Pilotenvereinigung „Air Line Pilots Association“. Maschinen, so Woerth, fielen öfter aus als Piloten Fehler machten.W. PLUTA

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