Lichttechnik

Lichte Momente fürs gute Betriebsklima

Schlechte Beleuchtung gehört mit zu den häufigsten Störquellen am Arbeitsplatz, so das Ergebnis regelmäßiger Befragungen von Mitarbeitern. Das Übel ließe sich mit einfachen baulichen Mitteln beheben. Doch viel zu selten werden die Möglichkeiten einer Tageslichtlenkung bereits beim Bau berücksichtigt.

Volks- und betriebswirtschaftlich betrachtet wirken sich eine bessere Beleuchtung und stärkere Ausnutzung des Tageslichts am Arbeitsplatz direkt auf die Personalkosten aus, die mit der Gesundheit und Produktivität der Mitarbeiter eng zusammenhängen. „Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass optimierte Beleuchtungsanlagen mit Tageslichtnutzung Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft steigern können. Nun wäre es an der Zeit, diese Ergebnisse auch umzusetzen“, fordert Dipl.-Ing. Gisela Cakir vom Ergonomic-Institut, Berlin.
Wie Licht auf Seele und Körper wirkt, hatte kürzlich die Universität Budapest untersucht, begleitet durch eine Studie von Luxmate. Die Ergebnisse sind eindeutig: Dynamisches Licht fördert die Konzentration und Aktivität, sorgt für eine stärkere Stimulierung, verringert Ermüdungserscheinungen und stärkt das Wohlbefinden. Unter betriebswirtschaftlichen Aspekten machen sich bei einer besseren Tageslichtnutzung zudem noch eine geringere Betriebsdauer der künstlichen Beleuchtung und damit günstigere Energiekosten für das Gebäudes bemerkbar. Mittlerweile gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Sonnenstrahlen ins Innere zu lenken. Innovative Systeme zur Tageslichtlenkung versorgen die Räume wahlweise direkt mit Sonnenlicht oder mit Diffuslicht. „Auch so lässt sich Solarenergie auf direktem Weg mit hervorragendem Wirkungsgrad nutzen“, freut sich Dr. Manuel Goller, stellvertretender Obmann des zuständigen VDI-Richtlinien-Ausschusses.
Der „circadiane Rhythmus“ des menschlichen Organismus, eine Art lichtabhängiger Biorhythmus, hat sich auf den 24-Stunden-Takt der Natur mit dem Wechsel von Tag und Nacht eingestellt. Wissenschaftliche Experimente zeigen deutlich, dass Licht direkt an der inneren Uhr des Menschen dreht. Änderungen der Beleuchtung beeinflussen sofort den „Munterkeitszustand“ des Menschen. Besonders wichtig für den Arbeitsplatz ist flimmerfreies und flackerfreies künstliches Licht ohne Stroboskopeffekte. Noch mehr haben die Entwickler aus der Schublade gezogen: Sie bieten Beleuchtungssysteme mit variabler Lichtverteilung an, die je nach Wunsch des Nutzers blendfreie, diffuse oder eher gerichtete, kontrastreiche Beleuchtung vermitteln.
Tageslicht schwankt ständig – mit der Tages- und Jahreszeit sowie aufgrund der Witterung. Dabei ändern sich die Helligkeit und auch die Lichtfarbe. „Elektronische Farbtemperatursteuerungen für die Tageslicht-Ergänzungsbeleuchtung helfen, den Himmel ins Zimmer zurückzuholen“, verspricht Gisbert Schubert, Licht-Ingeniur bei der Firma Tridonic. Sie lassen sich so programmieren, dass Farbe und Intensität des Lichts mit dem Tagesverlauf wechseln.
Auch gegen die durch Lichtmangel verursachte Winterdepression – längst keine Modeerscheinung mehr, sondern wissenschaftlich bewiesen – ließe sich etwas unternehmen. Im Freien erlebt der Mensch etwa 12 Stunden täglich Beleuchtungsstärken zwischen 5000 und 100 000 Lux. Künstlich beleuchtete Arbeitsstätten erreichen aber selten mehr als 500 Lux. Die Melatonin-Produktion aber, die für den Schlaf-/Wachrhythmus des Körpers verantwortlich ist, kann während des Tages nur bei einer Beleuchtungsstärke ab 2500 Lux verhindert werden. Bei normgemäßer typischer künstlicher Bürobeleuchtung herrscht somit biologisch gesehen Nacht! „Eine biologisch wirksame Beleuchtung muss an der Pupille mindestens 2500 Lux erzeugen das lässt sich nur mit Tageslicht sinnvoll realisieren“, stellt Dipl.-Ing. Hans-Albrecht Kohlmann, von der Firma Warema aus Marktheidenfeld, klar.
Mehr Wohlbefinden durch besseres Licht kündigt FiTLicht – Fördergemeinschaft innovative Tageslichtnutzung an. „Über breite Öffentlichkeitsarbeit und Qualifizierung der Planer soll sich jeder Bauherr mehr Tageslicht leisten können“, erhofft sich Rolf Brunkhorst, Entwicklungsleiter Tageslichttechnik bei der Firma Hüppe aus Oldenburg. Den Impuls dazu gab der Richtlinienausschuss VDI 6011 – Optimierung von Tageslichtnutzung und künstlicher Beleuchtung, mit weiteren Experten aus Hochschulen, Industrie, Architekten und Beratenden Ingenieuren.
Dabei geht es aber nicht allein um das klassische Ziel einer dem Tageslicht möglichst ähnlichen Ausleuchtung. Viele Tätigkeiten erfordern nicht die „natürliche Beleuchtung“, die das Leben in freier Natur mit sich bringt. Ein einfaches Beispiel dafür ist das Lesen von Schriftstücken. „Arbeitswissenschaftler und Lichtplaner müssen sich künftig interdisziplinär zwischen den Fachbereichen von Biologie und Medizin, Psychologie, Lichttechnik, Architektur und Betriebsgestaltung bewegen“, prognostiziert Prof. Heinrich Laase von der TU Berlin, stellvertretender FiTLicht-Vorsitzender.
Zu forschen bleibt, wie weit Lichtqualität und -quantität über die Zeit für die Stimulation und Verbesserung des visuellen Klimas wirksam werden müssen und mit wirtschaftlichen Mitteln erreichbar ist.
Tageslichtnutzung und abwechslungsreiche künstliche Beleuchtung können ein günstiges visuelles Raumklima schaffen, das Leistungsbereitschaft, Motivation und Leistungsfähigkeit fördert. Optimierung von Tageslichtnutzung und künstlicher Beleuchtung hat deshalb auch nicht einseitig mit Energieeinsparung zu tun. GÜNTHER VOLZ/ber
http://www.FiTLicht.de

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