Sicherheit

Leuchtstoff zur Terrorbekämpfung

Terrorismus ist längst kein regionales Problem mehr. Gefragt sind länderüber- greifende Lösungen. Ein erster Schritt ist nun getan – die Entwicklung einer gemeinsamen Strategie zur Sicherheitsforschung in Europa.

Es klingt so einfach: Man versprüht im Gelände großräumig eine wetterfeste unsichtbare Chemikalie, und dann verrät ein Laserstrahl, wo nach dieser Aktion vielleicht eine Bombe vergraben worden sein könnte. Nicht möglich? Doch, behauptet die Lanxess GmbH, die damit einen Beitrag zur Terrorbekämpfung leisten will.
Tatsächlich hinterlässt die Spezialfarbe keine mit bloßem Auge sichtbare Spuren. Erst die Bestrahlung mit einem gepulsten Laser vom Hubschrauber aus erfasst die Lumineszenz. Wurde die Erde aufgegraben, etwa beim Verstecken von Sprengstoff, so ändert sich das Lichtsignal. Bei Tag und Nacht kann so das Gelände aus sicherer Höhe von rund 100 m überwacht werden.
Möglicherweise hätten so die Attentate auf Madrid verhindert werden können. Erste Tests lassen hoffen, dass das System nicht nur zur Sicherheit von Bahn- und Pipelinetrassen, sondern auch von Kraftwerken und Flughäfen beitragen kann.
Und was kann sonst getan werden, um Terroranschläge zu verhindern? Die EU plant jetzt eine gemeinsame Strategie zur Sicherheitsforschung inhaltlich erstreckt sich das Spektrum von Krisenmanagement über die Raumfahrt bis hin zur Sicherheit von Informationssystemen. Ausgestattet mit 55 Mio. € für drei Jahre soll der Weg für eine Verankerung im 7. EU-Forschungsrahmenprogramm geebnet werden. Erste Projekte sind ausgewählt, vier mit deutscher Beteiligung.
„Wir leben plötzlich in einer verwundbaren Gesellschaft“, erläutert Prof. Klaus Thoma vom Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik die Notwendigkeit solcher gemeinsamen Bemühungen. „Die Bevölkerung in Ballungszentren, der globale Handel und die Netze für Wasser, Energie, Verkehr oder Finanzen bieten attraktive Ziele für terroristische Angriffe jeglicher Art.“
Innerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft befassen sich immerhin fünf Institute mit Sicherheitsforschung. Dort wurde bereits eine Infrarot-Kamera entwickelt, die am Körper versteckte Waffen aus unterschiedlichen Materialien sichtbar macht. Bei Personenkontrollen etwa am Flughafen lassen sich Selbstmordattentäter damit frühzeitig erkennen.
Auch die Planetenforscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben Erfahrung auf diesem Gebiet. Sie möchten nun mit EU-Geldern ein Detektorsystem entwickeln, das im Terahertz-Bereich arbeitet, also im Bereich zwischen Mikrowellen und Infrarot.
Warum Terahertz (THZ)? „Weil viele Substanzen wie etwa Sprengstoff oder auch Pharmazeutika hier ein charakteristisches Spektrum haben“, erläutert Dr. Heinz-Wilhelm Hübers die Vorteile. Zudem soll die Strahlung Kleidung und viele Verpackungsmaterialien wie Papier und Plastik durchdringen.
„THz-Strahlung ist ideal für die Personenkontrolle an Flughäfen oder die Inspektion von Briefen und Paketen in den Frachtzentren“, so Hübers. Selbstmordattentäter hätten ebenso wenig Chancen wie Briefbomben.
Wichtige Projekte, doch sie kosten viel Geld. „Die USA haben 18 Mio. US-$ allein für die THz-Forschung. In der EU gibt es 15 Mio. € für alles“, beklagt der Planetenforscher die europäische Realität.
Wie geht Deutschland mit diesem Mangel um? „Nur eine breite Förderung liefert auch gute Ergebnisse für die zivile Sicherheit“, sagt Dr. Brunhild Spannhake vom Bundesforschungsministerium. Die zivile Forschungsförderung in Deutschland beträfe deshalb viele Gebiete, von der Raumfahrt über Informationstechnologien, die Verkehrsforschung, Nano- und Optische Technologien bis hin zu humanitärem Minenräumen sowie der Infektionsforschung.BETTINA RECKTER

Von Bettina Reckter

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