Sicherheit

Kürzere Schlangen – höhere Sicherheit

VDI nachrichten, New York, 1. 10. 04 -Amerikas Airport-Sicherheitsbehörde TSA forciert den Einsatz des „Registered Traveler Programs“ (RTP), um den zunehmenden Ärger über lange Schlangen an den Sicherheitskontrollen abzubauen.

Zwar geben nach Untersuchungen von Harris Interactive die meisten Amerikaner nach wie vor an, dass ihre größte Sorge die Sicherheit an Bord sei, doch gleichzeitig steigt die Zahl derer, die die Zeitverzögerungen und die teilweise peinlichen Untersuchungen bei den Sicherheitskontrollen beklagen. Auch das Flughafen- und Crew-Personal ist immer unwilliger, sich wie Vordrängler behandeln zu lassen, wenn sie an den Schlangen vorbei nach vorne stürmen, um pünktlich ihren Dienst anzutreten.
Doch schon bald soll eine ausgefeilte Elektronik und eine umfangreiche Datenbank dafür sorgen, dass Vielflieger und Personal nicht mehr stundenlang anstehen müssen. An fünf US-Flughäfen testet die TSA inzwischen gemeinsam mit verschiedenen Airlines den so genannten RTP-Zugang. Parallel dazu hat die TSA an 40 Flughäfen ein siebenmonatiges Testprogramm für die dort Beschäftigten gestartet. Dieser Test steht unter dem Namen „Transportation Worker Identification Credentials“ und untersucht unter anderem auch die Möglichkeit von Smartcards, um die Zugangszeit weiter zu verkürzen.
Personen, die am RTP-Test teilnehmen wollen, müssen Vielflieger bei der am Test beteiligten Airline sein und sich einer freiwilligen Registrierung unterziehen. In Boston beispielsweise arbeitet die TSA mit dem Vielflieger-Programm von American Airlines zusammen, 2000 Vielflieger haben sich bereits für den Test gemeldet. In Minneapolis ist Northwest Airlines der Partner und dort sind sogar 2400 Vielflieger beteiligt.
Die Airlines übergeben alle gespeicherten Personendaten an die TSA und den jeweiligen IT-Vertragspartner, die diese dann mit den jeweiligen Fingerabdrücken und Iris-Aufnahmen ergänzen. Anschließend erfolgt ein Abgleich mit der Datenbank der gesuchten Straftäter und falls kein Eintrag vorliegt, wird die Person als „unbedenklich“ eingestuft. Bedenken, dass es sich dabei um einen unzulässiger Eingriff in die Privatsphäre handelt, lässt die Programm-Direktorin Pamela Friedmann nicht gelten: „Es ist ein Geben und Nehmen wir nehmen zusätzliche Privatinformationen und gewähren dafür eine schnellere Überprüfung.“
Doch dem Vernehmen nach beteiligen sich bislang überwiegend „regierungsnahe“ Bürger: Beamte, Staatsjuristen, Soldaten und bekannte Law-and-Order-Persönlichkeiten. „Wir hoffen sehr, dass wir mehr Zuspruch bekommen, sobald man sieht wie schnell die RTP-Kontrolle ist“, bestätigt Friedmann. Doch nicht alle Antragsteller sind willkommen. „Wir hatten ein paar böse Buben unter den Vielfliegern, die versucht haben sich hier registrieren zu lassen“, sagte TSA-Chef David Stone über die bisherigen Anträge. Den größten Schub an Freiwilligen könnte es geben, wenn auch das Gepäck mit einbezogen wird: In New York wurden kürzlich vier TSA-Mitarbeiter verhaftet weil sie bei manuellen Gepäckinspektionen Juwelen und Bargeld aus den Koffern gestohlen hatten.
Nachdem es in den letzten Wochen zu peinlichen Zwischenfällen gekommen ist, ist vor allem die Abspeicherung und der Abgleich der Personendaten ins Kreuzfeuer der Kritiken geraten. In Washington wurde Senator Ted Kennedy kein Flugticket verkauft, weil der AA-Computer „Ted Kennedy, Terrorist“ ausgab, und noch dramatischer war der Fall des Popsängers Cat Stevens, der jetzt Yusuf Islam heißt und der wegen der spektakulären Flugzeugumleitung inzwischen die USA verklagt hat.
US-Sicherheitsexperten allerdings halten das gegenwärtige Vorgehen noch für viel zu schwach. „Es fehlt eine zentrale Datenbank, in der alles Relevante gespeichert ist“, wünscht sich Stone. Doch gerade dieses Projekt, das einst als hoch gelobtes CAPPS gestartet wurde, ist inzwischen vom Tisch. „Es gibt bei CAPPS zu starke Datenschutzbedenken“, sagte David Stempler, Präsident des amerikanischen Verbandes der Flugreisenden ATA.
Wer aber unabhängig von allen Bedenken seine Daten preisgibt und in keiner Datenbank auffällt, für den bestehen die Sicherheitskontrollen am Airport nur noch aus einem sekundenschnellen Fingerabdruck-Scan. Also kein Ausziehen der Schuhe mehr, kein Laptop auspacken und kein Entledigen von Handy, Münzen, Schlüsseln und Hosengürteln. Und auch wenn der Fingerabdruck nicht einwandfrei interpretiert werden konnte muss man noch nicht ans Röntgenband, sondern kann sich mit einem Blick in die Iris-Scan-Optik eindeutig identifizieren. Laut Aussagen der TSA soll sich die Wartezeit damit garantiert halbieren. Das bestätigen auch die ersten Werte aus den Flughäfen, die mit den Tests begonnen haben.
In Minneapolis, Los Angeles und Houston stellt Unisys die Technik, während EDS die Systeme für Boston und Washington geliefert hat. Eine wahre Goldgrube, denn die Marktforscher von International Biometric meinen, dass sich dieser Markt von derzeit 1,2 Mrd. $ in den nächsten vier Jahren auf über 4,6 Mrd. $ nahezu vervierfachen wird.HARALD WEISS

Von Harald Weiss

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