Gesundheit

Kosten könnten um ein Fünftel sinken

Die Reserven im Gesundheitssystem sind noch lange nicht ausgeschöpft, meint der Mediziner und Wirtschaftswissenschaftler Karl Lauterbach, Direktor des Instituts für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie der Universität Köln.

Krankenkassen wollen Disease-Management-Programme
Ein wichtiges Problem werde in der Diskussion über das Gesundheitswesen gerne übersehen, erklärt Thorsten Jakob, Sprecher der Barmer Ersatzkasse: „Chronisch Kranke, das sind 20 % aller gesetzlich Krankenversicherten, verursachen 80 % der Kosten.“
Das Gesundheitssystem ist krank. Die Qualität der Versorgung ist, im internationalen Vergleich, nur mittelmäßig, obwohl Deutschland nach den USA weltweit die höchsten Ausgaben im Gesundheitswesen aufweist, bilanziert Jakob. Die Ursachen lägen gleichzeitig in einer Über-, Unter- und Fehlversorgung der Patienten. Dieses Problem hat auch die Bundesregierung erkannt und setzt nun auf Disease-Management-Programme (DMPs). Chronisch Kranke sollen besser betreut werden: Die Krankenkasse erinnert z. B. an Arzttermine, regelmäßige Gesundheitschecks oder Angebote zur Gesundheitsförderung. Dadurch erhoffen sich die Krankenkassen neben der qualitativen Verbesserung der Versorgung auch finanzielle Einsparungen, indem z. B. Doppeluntersuchungen vermieden werden.
Funktionieren kann dies allerdings nur mit Datentransparenz und lückenloser Kommunikation. „Die Aufgabe der Krankenkassen sehen wir darin, die Patienten in die Lage zu versetzen, ihre Krankheit selbst besser zu managen“, erklärt Jakob. Ärzte hingegen glauben, dass der Datenschutz auf der Strecke bleibe und und das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient belastet werde. Die Krankenkassen kontern: Ärzte würden die Transparenz fürchten. „Wir wollen ja keine Krankenakte sehen“, betont Jakob. DMPs sollen sich an medizinischen Leitlinien orientieren, Behandlungsergebnisse sollen in ärztlichen Qualitätszirkeln ausgetauscht werden. „Wenn damit Qualität messbar wird, finde ich das nicht schlimm.“ PK

Ärzte gegen die Macht der Krankenkassen
„Wir informieren und protestieren, weil wir nicht länger zusehen wollen, wie die Gesundheitsversorgung kaputt gespart wird.“, umreißt Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe die Protestaktionen der Ärzte gegen die rot-grüne Gesundheitspolitik. Seit Jahresbeginn gibt es so genannte Aktionstage, z. B. in Rostock, Bremen und Stuttgart, bei denen der Dialog mit den Bürgern im Vordergrund steht, um auf die Probleme im Gesundheitswesen aufmerksam zu machen. Parallel dazu wird in vielen Arztpraxen „nach Vorschrift“ gearbeitet. Dabei würde kein Notfall unversorgt bleiben, versichern die Ärzte-Funktionäre.
Vieles an der geplanten Gesundheitsreform stößt den Ärzten übel auf. Im Vordergrund steht die Kritik an einer zu starken Orientierung der Kassen an den Prinzipien der Wirtschaftlichkeit und der daraus folgenden Budgetierung ärztlicher Leistungen. „Unter dem offenkundigen Bestreben, alle Macht den Kassen zuzuschanzen, schreckten die Verbandsfunktionäre der Gesetzlichen Krankenkassen Verbände (GKV) nicht davor zurück, fast alle Befugnisse im Gesundheitswesen für sich zu reklamieren“, kritisiert Hans-Jürgen Thomas, Vorsitzender des Hartmannbundes. Und Manfred Richter-Reichhelm, Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, fügt hinzu: „Krankenkassen sind Wirtschaftsunternehmen. Die müssen daran interessiert sein, möglichst viel Geld einzunehmen und wenig auszugeben.“ Falls der Gesetzgeber nicht einlenke, droht Hoppe mit weiteren Protesten. „Als erstes werden wir die Bürokratie lahm legen“. PK

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