Sicherheit

Karlsruher Detektive enttarnen Bombenbauer  

Wissenschaftler der Gemeinsamen EU-Forschungsstelle am Karlsruher Institut für Transurane (ITU) liefern der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien einschlägige Beweise für den illegalen Umgang mit Uran und Plutonium.

Nach dem unterirdischen Atombombentest Nordkoreas stehen der Irak, Iran und Libyen weiter im Verdacht, die Anreicherung von waffenfähigem Plutonium mit dem Ziel einer Atombombe zu betreiben. Die EU-Wissenschaftler entwickelten nun mit Hilfe der Sekundär-Ionen-Massen-Spektrometrie (SIMS) ein anerkanntes Verfahren zur zuverlässigen Altersbestimmung von Plutoniumpartikeln.

„Die Arbeiten der Gemeinsamen EU-Forschungsstelle zur exakteren Analyse von radionuklearen Partikeln in der Umgebungsluft von Labors stellen eine wesentliche Verbesserung unserer Inspektionsarbeiten dar“, erklärt der stellvertretende Generaldirektor der IAEA, Olli Heinonen.

250 Inspektoren der Wiener Atomenergiebehörde überwachen weltweit in den Nuklearanreicherungs- und Wiederaufarbeitungsanlagen die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrages, den knapp 200 Staaten unterschrieben haben. Unter ihnen auch Nordkorea, der Irak und der Iran.

Jährlich sind die Wiener Experten an rund 10 000 Inspektionstagen im Einsatz, um die friedliche Nutzung der Kernenergie zu überwachen. Die „verdächtigen Staaten“ stehen hierbei unter besonderer Beobachtung.

Wenige Tage vor dem unterirdischen Atomtest Nordkoreas beging die IAEA und die Gemeinsame EU-Forschungsstelle (GFS) ihre 25-jährige wissenschaftliche Zusammenarbeit mit einem Festakt im Karlsruher Schloss.

Während eines zweitägigen Workshops zum Thema „Zusammenarbeit in der Nuklearmaterialkontrolle für die Sicherheit der Bürger“ diskutierten europäische und russische Experten über die Entwicklung nuklearwissenschaftlicher Kriminaltechnik, die Kontrolle radioaktiver Abfälle und neueste Ergebnisse über die Bestimmung von radioaktiven Nukleiden in der Umgebungsluft.

„Die Arbeit unserer Wissenschaftler in den GFS-Zentren im niederländischen Petten, im belgischen Geel und im italienischen Ispra konzentriert sich mehr und mehr auf die Sicherheitsforschung“, erläutert GFS-Generaldirektor Roland Schenkel. Herausforderungen seien hier neben der Schulung der Atom-Inspektoren zunehmend auch der illegale Handel mit Atommaterial. Eine Aufgabe, die mehr und mehr der von Detektiven gleich kommt, sagt Schenkel.

Nicht mit Borsalinohut, Trenchcoat und Lupe spürt Klaus Mayer, Projektleiter Safeguards am Karlsruher EU-Institut für Transurane (ITU), den illegalen Machenschaften der weltweit operierenden Atom-Mafia nach.

Fahndungswerkzeuge des Physikers sind vielmehr der strahlungssichere Handschuhkasten, das Rasterelektronenmikroskop und Feinstpartikelwischproben. Dabei vermag der Experte aus Milliarden von Staubpartikeln die Spuren von Plutonium und Uran bis zur Größe von 100 µm nachzuweisen und auch zu datieren – „was in der Welt einzigartig ist“, so Mayer.

Die Ergebnisse der Karlsruher Detektivarbeit genießt Weltgeltung. Die Aufdeckung des heimlichen Nuklearprogramms im Irak geht ebenso auf die ITU-Wissenschaftler zurück wie die Ermittlung zum Plutoniumfund am Münchner Flughafen im Jahre 1994.

Jährlich untersuchen die ITU-Experten rund 120 Wischproben, die ihnen codiert und völlig anonym von der IAEA übergeben werden. „Wir wissen dann nicht, ob die Proben aus Pakistan, dem Irak oder Libyen stammen“, sagt Mayer.

2005 gelang den Karlsruher Wissenschaftlern ein Durchbruch bei der Bestimmung von Plutoniumpartikeln. Durch das Messen des Mutter-Tochterverhältnisses beim Zerfall zu Uran mit Hilfe der Sekundär-Ionen-Massenspektrometrie (SIMS) können illegale Arbeiten mit waffenfähigem Plutonium zeitlich exakt nachgewiesen werden. Wenn es denn den Geheimdiensten aus Israel, Russland oder den USA frühzeitig gelingt, der IAEA entscheidende Hinweise über unterirdische illegale Atomversuchsanlagen aufzuzeigen. THOMAS A. FRIEDRICH/ber

Feinste Partikel aus Wischproben verraten illegale Experimente

Von Friedrich/Bettina Reckter Tags:

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