Sicherheit 30.11.2007, 19:31 Uhr

„Internet darf kein verfolgungsfreier Raum werden“  

VDI nachrichten, Wiesbaden, 30. 11. 07, has – Die Kriminalität im Netz wächst. Opfer sind sind neben Privatpersonen auch Staaten und Unternehmen, wie Experten auf der BKA-Herbsttagung berichteten. Für Terroristen ist das Internet zum Leitmedium für den heiligen Krieg gegen den Westen geworden.

Immer mehr neue Tätertypen und Verbrechensarten entstehen im Cyberspace. Auch in Deutschland wächst die Internetkriminalität rasant: 165 720 Straftaten und damit 40 % mehr als im Vorjahr wurden nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) 2006 in Deutschland über das World Wide Web verübt. 80 % davon entfielen auf Betrugsdelikte. Der Schaden betrug rund 36 Mio. €. Angesichts dieser Entwicklung forderten Experten auf der diesjährigen BKA-Herbsttagung vergangene Woche in Wiesbaden eine „Kriminalistik der digitalen Welt“.

Das Internet darf kein verfolgungsfreier Raum werden“, betont BKA-Präsident Jörg Ziercke. Das Netz versetze Täter in die Lage, ganze Firmen und Staaten in die Knie zu zwingen.

Neben dem so genannten Pishing, bei dem nach Angaben des BKA-Fachmanns für Computerkriminalität, Mirko Manske, täglich Tausende von Internetidentitäten gestohlen werden, stellen nach Überzeugung der Fachleute „Botnetze“ die größte Bedrohung für die IT-Infrastruktur und für Unternehmen dar. An ferngesteuerte Roboternetzwerke, für die Hacker etwa über trojanische Pferde Besitz von einem Rechner ergreifen und ihn für ihre Zwecke arbeiten lassen, können nach Angaben des Experten bis zu 1,9 Mio. Computer angeschlossen werden.

„Die Kriminellen entwickeln sich schnell und zeigen eine bis dato noch nicht bekannte Innovativität“, berichtet Manske. Die Täter gingen arbeitsteilig vor und agierten über Staatengrenzen hinweg. Hunderttausende Rechner griffen beispielsweise im Sommer 2004 das in Malta ansässige Sportwettenportal Mybet.com an, um zuerst 15 000 €, später 40 000 € zu erpressen. Acht Stunden sei der gesamte Staat Malta in Folge der Attacke vom Internet abgeschnitten gewesen.

Und auch private PC-Nutzer würden zunehmend zu Zielen für Angriffe aus dem Netz, etwa wenn beim Online-Banking Überweisungen auf die Konten von Verbrechern umgeleitet würden. Rund 750 000 neu infizierte Rechner gab es nach Angaben von BKA-Chef Ziercke allein im Jahr 2006.

Jenseits von Betrugsdelikten, die den Löwenanteil der Internetkriminalität ausmachen, bietet das Netz auch für Kinderpornographie, Rechtsextremismus und Terrorismus einen flexiblen und gut abschirmbaren Tatort. Das Internet habe die Verbreitung rassistischer Hasstiraden und den Vertrieb neonazistischer Schriften, CDs und Devotionalien revolutioniert, erklärt Stefan Glaser, stellvertretender Vorsitzender von Jugendschutz.net. 160 rechtsextreme Versandhändler betrieben noch im Oktober diesen Jahres ein Online-Angebot. Mehr als 100 rechtsextreme Bands warben im Netz.

Auch der islamistische Terrorismus hat das World Wide Web längst für sich entdeckt. Hamas, Al Quaida, Hisbollah, PKK, Leuchtender Pfad: „Alle sind online“, berichtet Gabriel Weimann, Professor für Kommunikation an der Universität Haifa. Weimanns Institut analysiert seit neun Jahren die einschlägigen Webseiten. Zwölf waren es nach seinen Worten 1998, im Jahr 2003 schon 2650. Mittlerweile sind es 5860 Seiten, die Terroristen für Propaganda, psychologische Kriegsführung, Rekrutierung, Ausbildung des Nachwuchses und Akquise von Geld nutzen.

„Das Internet ist zum Leitmedium für den heiligen Krieg gegen die westliche Welt geworden“, resümiert Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble. Neben Spezialdienststellen wie dem gemeinsamen Internetzentrum in Berlin, die im BKA angesiedelte Online-Streife oder die gerade auf den Weg gebrachte Vorratsdatenspeicherung ist für Schäuble die umstrittene Online-Untersuchung ein entscheidendes Instrument im Kampf gegen Internettäter und ihren technologischen Vorsprung.

JUTTA WITTE

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