Gesundheit 12.06.2009, 19:41 Uhr

Intelligente Technik macht Senioren das Leben leichter  

Deutschland hinkt bei der Vernetzung altersgerechter Informationstechnologien deutlich hinterher. Ein vom BMBF gefördertes Modellvorhaben bündelt nun kreatives Know-how von Entwicklern und Ingenieuren, denn auf maßgeschneiderte intelligente Dienste für Senioren wartet in den nächsten Jahren ein Massenmarkt. VDI nachrichten, Berlin, 12. 6. 09, ber

„Hochbetagte Menschen können durchaus mit dem Computer umgehen“, widerspricht Prof. Elisabeth Steinhagen-Thiessen, Ärztliche Geschäftsführerin am Evangelischen Geriatriezentrum Berlin, einem gängigen Klischee. Das Modellvorhaben „SmartSenior – Intelligente Dienstleistungen für Senioren“, an dem auch das Ev. Geriatriezentrum beteiligt ist, bündelt die Aktivitäten von 29 Partnern aus Forschung und Industrie.

Die Technikbegeisterung der Medizinerin ist nachvollziehbar. Sie erlebt tagtäglich, wie sinnvoll eingesetzte Technologien den Gesundungsprozess unterstützen: Ältere Patienten lassen sich etwa vom virtuellen Begleiter (Avatar) am PC Bewegungsübungen nach einer Hüftoperation zeigen. Oder sie trainieren mithilfe von Lernprogrammen nach einem Schlaganfall ganz individuell ihr Gedächtnis und ihre Reaktionsfähigkeit.

An einer ganzen Reihe von einfachen bis komplexen Anwendungen arbeiten derzeit Firmen wie die Deutsche Telekom, Alcatel-Lucent, Siemens und BMW sowie zahlreiche mittelständische Unternehmen. So misst ein Armband mit Sensortechnik Pulsschlag und andere Körperfunktionen. Und ein Hüftgürtel mit Beschleunigungsmessung ermittelt den Gang eines Menschen, um Stürze künftig durch Änderungen im Verhalten vermeiden zu helfen.

„Die Zahl der Erwerbstätigen geht weiter zurück, während künftig immer mehr ältere Menschen Unterstützung benötigen“, erläuterte Thomas Rachel, Staatssekretär beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Das BMBF fördert die Allianz im Rahmen der Hightechstrategie mit 25 Mio. €. Weitere 18 Mio. € steuern laut Rachel die beteiligten Unternehmen bei.

„Wir wollen neue Wege gehen und die Lebensqualität älterer Menschen erhöhen, damit sie möglichst lange selbstständig sind“, sagte Rachel. Derartige Leitprojekte entlasten auch die Pflegekassen, wenn dadurch die Menschen länger im häuslichen Umfeld wohnen.

Produkte und Dienstleistungen für Senioren stellen einen wachsenden Markt dar, der nach Angaben des BMBF allein in Deutschland ein Volumen von rund 1 Mrd. €/Jahr erreichen soll.

Großbritannien gilt laut Rachel als Vorbild einer intelligenten Vernetzung von Gesundheitsdienstleistungen für ältere Menschen. Dort greift bereits ein Drittel der älteren Bürger regelmäßig auf Notrufsysteme zurück. In Deutschland tun dies bislang gerade einmal 2 %.

Um den Massenmarkt erfolgreich zu erobern, hat die Forschung noch einige Hürden zu überwinden, etwa beim Armband, das mit Beschleunigungssensoren während des Sturzes die Daten misst und an eine Servicezentrale überträgt.

„Das Armband muss die Daten ortsunabhängig übertragen“, sagt der Sprecher der Allianz SmartSenior, Hans Aukes von der Deutschen Telekom. Nötig sei der reibungslose Datenfluss zwischen unterschiedlichen Objekten innerhalb eines bestimmten Nahbereichs.

Die Benutzerfreundlichkeit steht bei allen Anwendungen an oberster Stelle. „In vier bis fünf Jahren sollen die Produkte für den Massenmarkt reif sein“, glaubt Aukes. Um dies sicherzustellen, seien die Krankenkassen von Beginn an in den Evaluierungsprozess eingebunden, „damit der Einsatz von innovativen Technologien letztlich nicht an der Finanzierung scheitert“.

Beispiele altersgerechter Technologien

Hüftgürtel mit Beschleunigungsmessung: Er analysiert Gangbild, ermittelt Sturzgefahr und hilft Stürze im Vorfeld zu vermeiden.

Orthopädie-Trainer: Eine Zentraleinheit mit Touchscreen, zwei drahtlosen Bewegungssensoren und drahtlosem Kopfhörer gibt Video-Feedback und Audio-Instruktionen für die Übungen.

PC-Therapie: Sie verbessert Motorik und Wahrnehmungsfähigkeit von Schlaganfall-Patienten.

Selbstlenkender Rollstuhl: Er fährt selbstständig dank Laser¬scanner, mobilem Computer und eingespeichertem Lageplan.

Rollator mit Navigationssystem: Er hilft in unübersichtlichen Situationen den Weg zu finden. LL

 

Ein Beitrag von:

  • Lothar Lochmaier

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