Gesundheit

„Intelligente“ Chipkarte soll Milliarden sparen

VDI nachrichten, Hannover, 26. 3. 04 -Gesundheitsministerin Ulla Schmidt nahm am Montag auf der CeBIT in Hannover eine CD mit einem tausendseitigen Konzept für die geplante Gesundheitskarte entgegen. Schmidt erwartet von der Einführung der elektronischen Patientenkarte in zwei Jahren Milliardeneinsparungen. Mit der Karte kommt auch das elektronische Rezept. Allein das soll jährlich 1 Mrd. € sparen.

Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte ist voll im Zeitplan“, erklärte Anfang dieser Woche Gesundheitsministerin Ulla Schmidt zuversichtlich. Auch Walter Raizner, Chef der IBM Deutschland, der den Entwurf des beauftragten Konsortiums einer Telematik-Rahmenarchitektur für das Gesundheitswesen vorstellte, will den Starttermin 2006 einhalten und sieht keinen Grund für Zweifel.
Doch entschieden ist mit dem 1000 Seiten starken Papier der Konsortialpartner für das Telematik-Projekt noch nichts. IBM Deutschland, SAP, der Chipkartenspezialist Orga Kartensysteme und die Fraunhofer Gesellschaft haben lediglich einen Bauplan zur Vernetzung von Ärzten, Zahnärzten, Krankenhäusern, Apotheken und Krankenkassen erarbeitet. Die Vorgaben des Konsortiums sollen sicherstellen, dass ein reibungsloses Zusammenspiel von Komponenten wie etwa Chipkarte, Lesegeräten und Abrechnungssystemen möglich ist.
Bei der Komplexität des Vorhabens wundert es nicht, dass Skepsis geäußert wird. So erwartet Roland Stahl, Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, dass die Versicherten frühestens 2007 oder gar erst 2008 eine neue, intelligente Chipkarte mit Lichtbild erhalten. Auch die Vorsitzende des Verbandes der Angestellten-Krankenkassen, Doris Pfeiffer, hält die flächendeckende Einführung frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2006 für möglich. Ihrer Meinung nach sind viele Umsetzungsfragen bis heute nicht geklärt.
Selbst Willi Berchtold, Chef des Münchner Chipkartenherstellers Giesecke & Devrient und Bitkom-Präsident, ist nicht sicher, ob der angestrebte Termin einzuhalten ist. Er mahnte auf der CeBIT mit Blick auf die Maut-Misere die beteiligten Partner aus Industrie und Gesundheitsverbänden „an einem Strang zu ziehen“. Die Komplexität des Projektes übersteige bei weitem die Dimensionen der Maut-Einführung.
Berchtold sieht sein Unternehmen für den Einsatz der Chipkarte aber bestens gerüstet. Erfahrungen konnte sein Unternehmen bereits in Taiwan sammeln. Immerhin 24 Mio. Menschen wurden dort innerhalb von 18 Monaten mit intelligenten Karten für das Gesundheitssystem ausgestattet.
Der Einsatz der Karte im deutschen Gesundheitswesen ist ein Schwerpunkt innerhalb des Programms „Informationsgesellschaft Deutschland 2006“. Die Chipkarte wird sowohl eine für alle Versicherten verpflichtende administrative als auch eine für die Patienten freiwillig zu nutzende Funktion übernehmen. Der administrative Teil wird wie die bisherige Versicherungskarte Daten zur Person und der Krankenversicherung speichern. Dazu kommen Informationen über Zuzahlungsstatus, die Berechtigung zur Behandlung im europäischen Ausland und zum elektronischen Rezept.
Das bisher von vielen Patienten praktizierte „Arzthopping“, das die Kassen Geld kostet und den behandelnden Arzt häufig über den Behandlungsstatus im Unklaren lässt , soll durch die elektronische Patientenakte künftig verhindert werden.
Nur mit dem Einverständnis der Patienten werden dagegen gesundheitsrelevante Informationen wie der elektronische Arztbrief, Impfungen oder Röntgenuntersuchungen abgelegt. Zudem können Notfallinformationen über Blutgruppe, chronische Leiden, oder Allergien gespeichert werden. Hier werden auch Patientenquittungen und eigene Daten abgespeichert, wobei der dieser Teil der Gesundheitskarte über eine Pin (Identifzierungszahl) geschützt ist. Schmidt betonte, dass „der Patient individuell entscheide, welche Funktionen er nutzen will“. Die erste Pflichtanwendung, die mit der Chipkarte realisiert werden soll, ist das elektronische Rezept.
Die Kosten für die Einführung der neuen Karte werden von Peter Eisenbacher, Mitglied der Geschäftsleitung von Giesecke & Devrient auf 1,7 Mrd. €, geschätzt. Schmidts Schätzung liegt mit Investitionen in Höhe von 700 Mio. € bis 1 Mrd. € deutlich darunter.
Die Investitionen sollen sich nach den Vorstellungen der Gesundheitsministerin schon nach zwei Jahren rechnen. Allein das elektronische Rezept soll jährlich bis zu 1 Mrd. € bringen. Einsparungen, „die an die Patienten weitergegeben werden sollen“.
D. WENDELN-MÜNCHOW

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