Arzneimittel

Infusion schützt vor Knochenbrüchen  

VDI nachrichten, Leverkusen, 21. 12. 07, ber – Eine Infusion, nur einmal pro Jahr verabreicht, soll das Fortschreiten der vor allem bei älteren Frauen weit verbreiteten Knochenerkrankung Osteoporose erheblich eindämmen. Die jährliche Dosis von 5 mg des Wirkstoffs Zoledronsäure reiche jüngsten Untersuchungen zufolge aus, die Häufigkeit von Knochenbrüchen um bis zu 70 % zu verringern. Den Erfolg dokumentiert eine Studie mit 7765 Patienten.

„Mit der Infusion ist immerhin eine ganzjährige optimal dosierte Medikamentation gewährleistet“, betonte Ringe. Außerdem sei der Wirkstoff zu 100 % im Blut verwertbar und wandere nicht mehr den verlustreichen Weg durch den Verdauungstrakt. „Der Wirkstoff geht selektiv in den Knochen hinein“, erklärte Ringe. Die Substanz versiegele den Knochen und hemme somit den Abbau.

Nur 5 mg Zoledronsäure (s. Kasten) enthält die Infusionsflüssigkeit. Der Stoff wirke zwar nicht wesentlich stärker als andere Medikamente, doch das wesentliche Ziel, das Risiko von Knochenbrüchen zu senken, sei erreicht worden. „Die Studie dokumentiert einen Rückgang von Wirbelbrüchen um etwa 70 %“, so der Arzt.

Allerdings würden auch Studien mit anderen Medikamenten eine um 50 % bis 60 % geringere Häufigkeit von Frakturen zeigen. „Doch ist eben die Kontinuität der Versorgung mit Medikamenten bei den herkömmlichen Therapien nicht immer gewährleistet“, erläuterte Ringe. Die Prozedur mit der Infusion dauere etwa eine Viertelstunde und könne beim Hausarzt oder Orthopäden durchgeführt werden.

Auf Nachfrage der VDI nachrichten erklärt Ringe auch eine intravenöse Prophylaxe mit Zoledronsäure für medizinisch sinnvoll. Jedoch: „In einem frühen Stadium der Osteoporose kann diese Therapie zwar die Herausbildung der Krankheit stark abbremsen, die Krankenkassen übernehmen für solche Präventionen aber nicht die Kosten.“ Er halte aber das sparsame Vorgehen der Kassen, erst dann die Therapie zu bezahlen, wenn bereits osteoporosebedingte Frakturen vorliegen, für wirtschaftlich fragwürdig. „In die Berechnungen sollte einbezogen werden, dass auch die Behandlung von Knochenbrüchen Geld kostet.“

Das Medikament, das lange Zeit nicht für Osteoporose, sondern zur Behandlung von Knochenmetastasen bei Krebspatienten (Produktname Zometa) zugelassen war, verursache erfahrungsgemäß keine zu chronischen Beeinträchtigungen führenden Nebenwirkungen. „Nach der Infusion kann es aber für kurze Zeit zu grippeähnlichen Symptomen wie Gliederschmerzen kommen“, räumte Ringe ein. Gravierende Nebenfolgen seien jedoch nicht bekannt. LARS WALLERANG

  • Lars Wallerang

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