Sicherheit

Infrarot-Auge sucht potenzielle Brandherde in elektrischen Anlagen

In Freileitungen, Schaltschränken und anderen elektrischen Anlagen vieler Betriebe lauert ein beträchtliches Brandrisiko. Industrieversicherer empfehlen jetzt, mit Infrarot-Kameras der Gefahr zu Leibe zu rücken.

Viele Brände in Industriebetrieben gehen auf das Konto so genannter „Hot-spots“ im Bereich elektrischer Anlagen und Bauteile, da dieser „Flecken heißer Oberfläche“ mit herkömmlichen Prüfungen nicht rechtzeitig erkannt werden. Anders in Frankreich: Hier nutzt man zur Früherkennung die Infrarot Thermografie. Diese wollen Industrieversicherer und der Verband der Thermografen (VdTh) jetzt aber auch in Deutschland einführen, und zwar unter Berücksichtigung hoher Qualitätsstandards. Voraussetzung ist der Einsatz entsprechend geeigneter Infrarot-Kameras, die je nach Betriebsgröße von der Instandhaltung eingesetzt oder per Dienstleistung ausgeliehen werden. Deutsche Industrieversicherer meinen, mit ihnen in Deutschland die Brandfälle um 30% senken zu können.
Für Energieversorgungsunternehmen bedeutet Thermografie nicht Neues. Hier ist sie als übliches Messverfahren Standard. Für elektrische Anlagen in der Industrie hat sich die Thermografie oft gar als die einzige Möglichkeit erwiesen, die Anlagen während des Betriebs – also unter Spannung – auf mögliche Defekte hin zu überprüfen, um einen Ausfall der gesamten Anlage zu vermeiden. Da es sich hierbei um die Suche nach überhitzter Bauteile oder Leitungen geht, liegt das Thema Brandschutz nahe.
Es werden heute unterschiedliche Infrarot-Kameras auf dem Markt angeboten, die verschiedene Einsatzgebiete abdecken. Entsprechend sei zu bedenken, dass speziell für den Einsatz bei der Untersuchung von Mittel- und Niederspannungsanlagen nicht alle Infrarot-Kameras in Frage kämen, warnt in Hannover Jürgen Tietke, Technisches Büro für Thermografie. Mit den heute eingesetzten Kameras ließen sich aber Temperaturen von -20 oC bis + 2000 oC bei einer Genauigkeit von 0,1 oC erfassen. Für Einsätze im Innen- und Außenbereich gebe es Objektive, die Wärme selbst in großer Entfernung aufspürten.
Infrarotmessungen offerieren heute in der Regel spezialisierte Ingenieurbüros. Der Erwerb einer Kamera für einen Industriebetrieb selbst sei nur im Einzelfall sinnvoll, so in Köln der Verband der Schadenversicherer, da es für die Infrarotbildkamera in der Regel einen Einsatzbedarf nur an ein paar Tagen im Jahr gebe.
Der Preis der Dienstleistung und des entsprechenden Gutachtens richtet sich nach der Art und Umfang und der Anzahl der gefundenen Schwachstellen. Vorbereitungen für die Prüfungen werden erforderlich, da Glas und Acrylglas für die Infrarot-Kamera undurchsichtig sind.
Zertifizierung für die Ausbildung qualifizierter Thermografen organisiert in Deutschland der VdTh . Der Verband sichert eine einheitliche Aus- und Weiterbildung für die freiberuflichen Spezialisten in den verschiedenen Anwendungsgebieten der Thermografie. Eine enge Zusammenarbeit des Thermografen mit dem Betriebselektriker sei sinnvoll und zum optimalen Erkennen von Schwachstellen unerlässlich, betont der VdTh. Thermografische Kontrollmessungen in elektrischen Anlagen könne in allen Spannungsebenen durchgeführt werden. Das berührungslose Prüfen erweise sich hierbei von großem Vorteil, um eine gesicherte reibungslose Produktion zu gewährleisten. Folgende Messungen gehören dazu: Niederspannungsschaltanlagen, Schaltschränke, Lichtanlagen, Kompressorenanlagen, Kompensationsanlage, Notstromanlagen, Innenraumschaltanlagen, Freiluftschaltanlagen, Freileitungen, Hochstromanlagen.
Für die Untersuchung elektrischer Anlagen eignen sich Thermografiesysteme der Firmen FSI Flir Systems, Inframetrix, Land Minolta, Nikon und Jenoptic. A. KROETZ

Von A. Kroetz
Von A. Kroetz

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