Gesundheit

Industrie mit eigener Gesundheitsakte  

die Online-Gesundheitsakte.

Bislang speichert die „offizielle“ elektronische Gesundheitskarte (eGK) drei Bereiche: Stammdaten, elektronisches Rezept und Notfalldaten. Die Machbarkeit wird derzeit in mehreren Regionen getestet. Weitergehende gesundheitstelematische Anwendungen gibt es allerdings nicht – ein Ansatzpunkt für Krankenkassen und Unternehmen, hier auf eigene Faust für neue Angebote zu sorgen.

So etwa die Barmer Ersatzkasse. Ihr Argument: Alle reden von der eGK, niemand aber habe bislang die Patienten gefragt. Diese können nun ihre gesundheitsrelevanten Daten online eingeben, so dass eine überall verfügbare webbasierte Gesundheitsakte entsteht.

Wichtiges Kriterium dabei: Der Patient behält laut Barmer die Oberhoheit über seine online geführten Daten und bestimmt, wer welche Daten lesen darf. Der Zugriff erfolgt per Passwort. Ein Notfall-Login sollte er im Krisenfall bei sich führen. Ein Notfalldatensatz ist aber auch auf der elektronischen Gesundheitskarte direkt gespeichert.

Entwickeln sich da gerade zwei getrennte Systeme? Laut Barmer sei für die Kompatibilität der online geführten Gesundheitsakte mit der „offiziellen“ eGK gesorgt. Denkbar sei beispielsweise, dass der Zugriff auf die Online-Gesundheitsakte in Zukunft auch über die eGK und den Heilberufeausweis läuft. Auch sei ein Abgleich der Notfalldatensätze möglich.

Somit wäre auch ein höheres Sicherheitsniveau möglich als über einen rein passwortgeschützten Online-Account. Zumindest perspektivisch, denn die eGK gibt es ja noch nicht.

„Derzeit läuft die Industrie einen Schritt voraus“, betonte ein Sprecher der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH (Gematik), die derzeit mit dem Test der eGK beschäftigt ist. Während man in Testregionen die „Grundpfeiler“ der Telematik-Infrastruktur, nämlich den Zugriff über die eGK legt, habe sich die Industrie den sehr komplexen Bereich der Gesundheitsakten vorgenommen.

Verbindliche Definitionen gibt es von Seiten der Gematik hierfür noch nicht. Wenn aber Online-Gesundheitsakten einmal mit der Telematik-Infrastruktur der Gematik kombiniert werden sollen, müsste die Gematik diese prüfen und offiziell zulassen. Zwei Voraussetzungen stehen dafür fest: Ein Zugriff darf nur über die eGK und den Heilberufeausweis möglich sein. Und die Daten müssen verschlüsselt sein.

Mit einer Verschlüsselung werben auch die Anbieter, so die InterComponentWare AG (ICW) als Technikpartner der Barmer, die die Daten verschlüsselt in einem Hochsicherheitsrechenzentrum hält, so dass weder Barmer noch ICW darauf Zugriff haben, heißt es dort.

Noch ist die Online-Gesundheitsakte der Barmer ein auf drei Jahre angelegtes Online-Forschungsvorhaben, um die Akzeptanz zu testen. Ähnlich gehen Betriebskrankenkassen und der Technikpartner Careon GmbH vor.

Sie haben gemeinsam mit der Uni Erlangen-Nürnberg bei einer Nutzeranalyse herausgefunden, dass Patienten, die eine Online-Gesundheitsakte führen, gesundheitsbewusster leben. Gleichzeitig unterstützen die Online-Akten die Kundenbindung zwischen Versicherten und Krankenkassen.

Dieser Aspekt scheint nun auch für Google und Microsoft interessant zu sein. Ob diese Giganten in Zukunft die Gesundheitsanbieter der Wahl sein werden, ist noch nicht entschieden. Ansätze gibt es in den USA: Dort testet seit einigen Wochen Suchmaschinenanbieter Google sein Projekt „Google Health“ in der Cleveland Clinic in Ohio. Ob es das Angebot auch in Europa geben soll, weiß man dort noch nicht.

Etwas weiter in den USA ist Microsoft mit „Health Vault“. Dahinter verbirgt sich ein zentrales System, das die E-Health-Angebote unterschiedlicher Dienstleister unter einem Dach und an zentraler Stelle speichert. Auch hier kann der Patient Daten und Zugriffsmöglichkeit anderer freischalten.

Konkrete Nutzerzahlen sind noch nicht bekannt, obwohl das generelle Interesse groß sei, war bei Microsoft zu erfahren. Derzeit prüft das Unternehmen, welche Möglichkeiten es in Europa derzeit für Health Vault gibt. Dabei seien auch länderspezifische Fragen zu klären – etwa, in welchem Land das Rechenzentrum stehen soll?

Niemand hat es gern, wenn seine Gesundheitsdaten zur Handelsware werden. Davor warnt die Bundesärztekammer aufgrund der externen Speicherung von Patientendaten auf zentralen Servern der Industrie im Auftrag der Krankenkassen und anderer kommerzieller Anbieter.

Aus Sicht der Datenschützer kommt es vor allem auf das Sicherheitsdesign der Angebote an, betonte ein Sprecher des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD): Vor allem müssen abgestufte Zugriffsrechte dem Patienten eine Steuerung seiner Daten ermöglichen. Darüber hinaus sei eine gute Verschlüsselungstechnik erforderlich, um die Daten zu schützen. BARBARA LANGE

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