Sicherheit 23.11.2007, 19:31 Uhr

In Zivil das testen, was Soldaten brauchen  

Die Flugversuchsingenieurin bereitet Testflüge vor, erhebt und wertet Messdaten aus. Schubert zieht also die Strippen hinter den Kulissen, denn Einsätze fliegt sie keine. Dennoch erhält sie eine exzellente Fliegerausbildung. Ihr Tätigkeitsfeld und Entwicklungsmöglichkeiten sind vielseitig.

Der kleine Ort Mojave im US-Bundesstaat Kalifornien, unweit der gleichnamigen, unwirtlichen Wüste zwischen Los Angeles und Las Vegas gelegen, ist ein verlockendes Ziel für Sonja Schubert. Vom Mojave Airport wird sie voraussichtlich im kommenden Jahr zu ihrem ersten Testflug in einem Kampfjet starten. Die 32-jährige Ingenieurin für Luft- und Raumfahrttechnik hat an der Uni Stuttgart studiert und promoviert. Als begeisterte Fliegerin mit der Lizenz für Motorflugzeuge und Hubschrauber wollte sie im Bereich der Flugerprobung arbeiten – und landete bei der Bundeswehr.

Dass man dort auch als „zivile Ingenieurin“ tätig werden kann, reizte Sonja Schubert. „Die Bundeswehr“, so Schubert, „bietet sehr interessante Entwicklungsmöglichkeiten, wie sie in dieser Form in der freien Wirtschaft nicht zu finden sind.“ Dazu gehört z. B. die einjährige Ausbildung an der Testpilotenschule in den USA. Die flugphysiologische Ausbildung hat sie bereits hinter sich, bei der ihre Fitness in Zentrifuge und Unterdruckkammer getestet wurde.

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Als Ingenieurin wird sie natürlich nicht im Einsatz in einem Jet fliegen, das ist die Aufgabe der Luftwaffen-Besatzungen. Ihre Aufgabe als Flugversuchsingenieurin besteht darin, Testflüge vorzubereiten, Messdaten zu erheben und auszuwerten. Sonja Schubert begann im Juni 2005 als Beamtin auf Widerruf mit der 18-monatigen Laufbahnausbildung im „höheren technischen Dienst“. Nachdem sie Ende 2006 die „Große Staatsprüfung“ erfolgreich abgelegt hat, ist Schubert bis Ende November dieses Jahres Beamtin auf Probe. Dieser Status dauert normalerweise drei Jahre, kann aber auf ein Jahr verkürzt werden.

Während der Ausbildung finden Lehrgänge, Info-Touren zu einigen dem Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) nachgeordneten Wehrtechnischen Dienststellen und Besuche der Nato und EU in Brüssel statt. Man könne, berichtet Sonja Schubert, die Geschäftsfelder, die man kennenlernen möchte, nach eigenen Interessen auswählen und so sein potentielles späteres Arbeitsfeld genauer identifizieren. Sonja Schubert jedenfalls ist von den Perspektiven „beim Bund“ begeistert.

Als Hochschul-Absolventin kann sie das auch durchaus sein, denn ihr steht der höhere Dienst mit guten Karriere- und Gehaltsaussichten offen (dies gilt auch für Absolventen mit Masterabschluss). Beamte des höheren technischen Dienstes sind etwa im BWB als Projektleiter mit Projekten wie Eurofighter befasst. Absolventen von Fachhochschulen bzw. mit Bachelorabschluss werden allerdings nur in den gehobenen Dienst übernommen, der über die Besoldungsgruppe A13 nicht hinausgeht.

Auch FH-Absolventen werden in Großprojekten eingesetzt, wobei sich ihr Tätigkeitsfeld weniger auf Managementaufgaben, sondern mehr auf die technische Realisierung dieser Projekte konzentriert. Der Übergang ist dabei oft fließend, wie das Beispiel des Flugversuchsingenieurs zeigt: Diese Tätigkeit wird sowohl von Ingenieuren des gehobenen als auch des höheren technischen Dienstes ausgeführt. Um FH-Ingenieuren bessere Karriereaussichten zu bieten (immerhin sind von den ca. 600 freien Ingenieurstellen beim BWB rund drei Viertel im gehobenen Dienst angesiedelt), wird zurzeit über eine Verbesserung der Durchlässigkeit zwischen gehobenem und höherem technischen Dienst beraten. Zu diesem Thema ist auch die Politik gefordert, denn die muss das Dienstrecht ändern.

Abgesehen davon bietet die Bundeswehr für Ingenieure eine interessante Palette an Tätigkeiten. Das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung in Koblenz versorgt die Soldaten mit allen notwendigen Ausrüstungsgegenständen, „von der Fregatte bis zum Schnürsenkel“, weiß Christoph Schlimm, Sachbearbeiter für Personalwerbung. Die Ingenieure der Behörde erstellen aufgrund der von der militärischen Seite identifizierten Ausrüstungslücken technisch funktionale Leistungsbeschreibungen für neu zu entwickelndes Gerät.

Was ist das Entwicklungsziel und welche Fähigkeiten soll die Neuanschaffung haben? Nach Abschluss einer Ausschreibung werden die Angebote der Industrie technisch und kostenmäßig bewertet. Christoph Schlimm: „Wir müssen dabei ganz besonders die Belange der Soldaten beachten, denn die müssen später mit dem Gerät ihren Auftrag optimal erfüllen können.“

Danach begleiten die Abteilungen des BWB die Entwicklung des Produktes bis zur Übergabe an die Streitkräfte. Das Material wird technisch erprobt, während seiner Nutzung weiter technisch betreut und den möglichen Gegebenheiten beim Einsatz angepasst. Sonja Schubert empfiehlt jungen Ingenieuren jedenfalls, die Bundeswehr als Arbeitgeber in Betracht zu ziehen. K. HEID

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