Sicherheit

In jeder Luftfrachtsendung könnte eine Bombe stecken

Die Vereinigten Staaten fürchten seit dem 11. September 2001 die Luftfracht. Denn in jeder Sendung könnte eine Bombe stecken, mit der sich ein Flugzeug auf dem Wege in die USA zerstören ließe. Oder es könnten darin auch nukleare, biologische sowie chemische Kampfstoffe ins Land geschleust werden. Die Schutzmaßnahmen wurden deshalb erheblich verschärft.

Amerika versucht durch den Aufbau eines „Homeland Security“-Programms das Sicherheitsniveau bei Übersee-Sendungen mit einer Vielzahl von Maßnahmen zu erhöhen. Diese zielen vor allem darauf ab, den Transport von Sendungen per Schiff oder Flugzeug in die USA weitaus transparenter als bisher zu machen. Denn Schiffscontainer und Luftfracht-Palette gelten nach amerikanischem Denken als gefährliche Waffen des „Armen Mannes“, mit der den Vereinigten Staaten nachhaltig großer Schaden zugefügt werden könnte.
Als erste Reaktion auf diese Befürchtungen hat die US-Regierung auf zahlreiche Handelspartner Druck ausgeübt, um US- Zollbeamte in großen ausländischen Container-Häfen stationieren zu können, die dort die für die Vereinigten Staaten bestimmten Wechselbehälter näher inspizieren. In der nächsten Stufe geht es den Amerikanern gegenwärtig darum, die Luftfracht besser zu kontrollieren.
Aircargo rückte besonders ins Blickfeld Washingtons weil der weitaus größte Teil der Luftfracht in Passagiermaschinen reist. Ein Großraum-Jet bringt im Mittel bis zu 30 t Luftfracht mit. Und jede Explosion im Frachtraum eines solchen Flugzeugs könnte leicht über hundert Passagieren das Leben kosten. Doch bislang wird Luftfracht in weiten Teilen der Welt – zu denen auch Europa gehört – viel zu wenig überprüft. Während jeder Koffer eines Passagiers eine ganze Anzahl automatischer Kontrollen durchlaufen muss, ehe er in das entsprechende Flugzeug verladen wird, bleibt eine Vielzahl von Frachtsendungen bisher völlig unkontrolliert.
Das Verfahren, das gegenwärtig den amerikanischen Handelspartnern mit mehr oder weniger starkem Druck aufgedrängt wird, baut auf dem sogenannten „Known-shipper“-Prinzip auf. Dies besagt, dass Sendungen all jener vereinfacht abgefertigt werden dürfen, die regelmäßig versenden. Wer dagegen selten oder fast nie eine Luftfrachtsendung anliefert, muss damit rechnen, dass diese Sendung genauestens kontrolliert und damit vielfach verzögert wird. Die Kontrolle kann von der elektronischen Überprüfung mit Röntgen- und Luft-Analyse-Geräten bis hin zum physischen Auspacken reichen.
Die Leidtragenden dieses Systems sind vor allem jene Unternehmen, die recht selten Luftfrachtsendungen verschicken. Gegen das neue Vorgehen laufen aber auch die großen amerikanischen Expressdienste wie etwa Federal Express oder UPS Sturm, weil die riesigen Mengen der kleinen Sendungen, die ihre Flugzeuge Tag für Tag über den Atlantik bringen, größtenteils überhaupt nicht für die Aufnahme von Bomben oder anderen gefährlichen Ladungen geeignet sind. Zugleich sind Express-Dienstleistungen aber für kontrollbedingte Verzögerungen besonders anfällig, weil es bei diesen Dokumentensendungen meist noch mehr als bei anderen Frachtstücken auf den Zeitvorteil der Luftfracht ankommt.
Da große Teile des industriellen Mittelstands in Deutschland keineswegs zu den regelmäßigen Versendern von Aircargo nach Nordamerika zählen, sollten solche Unternehmen sich frühzeitig mit einem der Spediteure unterhalten, die regelmäßig für ihren Betrieb tätig sind und bereits Erfahrung im Luftfrachtversand haben. Leitet ein solcher Logistikpartner Luftfracht im Regelfalle einfach an andere auf Aircargo spezialisierte Unternehmen weiter, so kommt er für den mittelständischen Versender für Transporte nach Nordamerika nicht infrage, weil das amerikanische „Known-shipper“-Prinzip derartige „Verbindungsketten“ alles andere als schätzt. Zu den Vorbereitungen im eigenen Haus sollte gehören, dass der Betrieb zu jedem Zeitpunkt belegen kann, welche Luftfrachtsendungen in der Vergangenheit angefallen sind und auf welchen Wegen sie verschifft worden sind. Um sich vom Amerika-Verzögerungsrisiko frei zu machen, empfiehlt es sich zudem, künftig sämtliche für Nordamerika oder flugtechnisch über Nordamerika laufende Luftfracht-Sendungen immer dem gleichen Spediteur zu übergeben. Das allein kann in vielen Fällen schon ausreichen, um zum „known shipper“ aufzurücken.
PETER ODRICH/Si

Von Peter Odrich/Jürgen Siebenlist

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