Sicherheit

Immer mehr Funkinseln für Polizei und Feuerwehr  

VDI nachrichten, Berlin, 5. 12. 08, rb – Der Digitalfunk für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben ist schon jetzt in die Jahre gekommen, an der Einführung führt aber kein Weg vorbei. Der Aufbau erfolgt schrittweise, und die Einschaltung später ebenfalls.

Löwe und Florian Leipzig für Sachsen 1 – kommen“. „Hier Löwe. Höre mit fünef – kommen“. „Hier Florian Leipzig. Höre Sie ebenfalls gut – kommen“. Was hier Bernd Merbitz, Landespolizeipräsident des Freistaates Sachsen, mit den Leitstellen von Polizei und Feuerwehr beim „Start des bundeseinheitlichen BOS-Digitalfunks im Freistaat Sachsen“ beredete, waren die ersten Worte, die öffentlich übertragen wurden.

Und wohl auch die letzten, denn künftig wird es sehr still werden im BOS-Digitalfunk – BOS steht für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Keine Möglichkeiten mehr, mit einem einfachen Scanner den Polizeifunk abzuhören. „Man wird keine Informationen mehr bekommen über Einsätze der Polizei, der Feuerwehr, des Rettungswesens. Ich bin gespannt, wie die Medienlandschaft ab morgen aussieht“, fragte sich Merbitz.

Das Ende des Abhörens wird durch die Luftschnittstellen- und Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gesichert. Die Interoperabilität zwischen Funkgeräten unterschiedlicher Hersteller EADS, Motorola, Sepura und der Kryptobox von Siemens Enterprise Communications, der entsprechenden Leitstellentechnik, ist auch getestet. Selbst eine Ende-zu-Ende-verschlüsselte Verbindung zwischen einem Mobilfunk-Handy und einem BOS-Gerät, das mit dem dortigen Standard Tetra funkt, soll möglich werden. „Wir werden da Brücken schlagen in eine Welt, die außerhalb des BOS-Digitalfunks liegt“, ist Rolf Krost, Präsident der Bundesanstalt für BOS-Funk, zuversichtlich.

Das gesamte bundesdeutsche Netz ist in 45 Netzabschnitte aufgeteilt, in denen 4000 Basisstationen, 62 Vermittlungsstellen, vier Transitvermittlungsstellen sowie zwei Network Management Center (NMC) zusammenspielen müssen. Großstädte wie Berlin und Hamburg sind „praktisch fertig aufgebaut“, auch in München seien große Teile versorgt und Leipzigs Stadtbereich nun ebenfalls.

„In Berlin, Hamburg, Bremen, München und Leipzig kann der Digitalfunk schon im nächsten Jahr in den Wirkbetrieb gehen“, ist Krost zuversichtlich. Sobald ein Netzabschnitt fertig ist, wird er interimsweise von EADS in Betrieb genommen. Bis zum Juli waren es vier, im November sechs. Bleiben noch 39.

Für das gesamte Netz einschließlich 15 Jahre Netzbetrieb rechnet die Bundesanstalt mit Gesamtkosten in Höhe von über 5 Mrd. € – ohne Endgeräte. Eine 100 %ige Abdeckung wird es nicht geben, bis 4 % der Fläche eines Bundeslandes kann unversorgt bleiben. Für Rheinland-Pfalz sind das beispielsweise 795 km², freilich nicht zusammenhängend, eher viele weiße Flecken. Bei großen Einsätzen werden dort mobile Basistationen aufgebaut, bei kleineren können spezielle Mobilfunkgeräte als Gateway und Repeater genutzt werden.

Die Anschaffung der Funkgeräte kommt ebenfalls in Gang. In Niedersachsen und Bremen ist eine erste Ausschreibung beendet, Niedersachsen hat für rund 3 Mio. € rund 5000 Sepura-Geräte bei Selectric (Münster) geordert, eine weitere Ausschreibung für 9000 soll – so Innenminister Uwe Schünemann – später erfolgen. Für die Polizeidirektion Lüneburg rechne er mit einer flächendeckenden Inbetriebnahme im Spätsommer 2009, Osnabrück, Hannover, Braunschweig und Göttingen würden 2010 und 2011 auf digital umgestellt. Bis 2021 soll sich der Gesamtaufwand für das Land auf 286 Mio. € belaufen. In anderen Bundesländern gibt es ähnliche Entwicklungen.

Etwa 500 000 Geräte sollen in den nächsten Jahren angeschafft werden, die dann auch bei Bundes- und Landespolizeien, Feuerwehren, Rettungsdiensten, Technischem Hilfswerk, Zollbehörden und Verfassungsschutzämtern eingesetzt werden könnten.

Mit der Abschaltung des analogen Behördenfunks im 8-, 4-, 2- und 0,7-m- Wellenlängenbereich dürfen sich die Sicherheitsbehörden übrigens noch Zeit lassen. „Ein Datum für die Rückgabe dieser Frequenzen existiert nicht. Erst wenn der BOS-Digitalfunk im Betrieb ist, wird daran zu denken sein“, erläutert Rudolf Boll, Pressesprecher der Bundesnetzagentur. Und er weiß auch, dass 2010 dafür noch nicht das Datum ist. Seite 1 RAINER BÜCKEN

Eine halbe Mio. Geräte in den nächsten Jahren

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