Sicherheit

Hochwasser bei Datensicherung ein kaum zu kalkulierendes Risiko

ein Gelände von 45 000 m2 stand 2 m tief unter Wasser. Die Firma hatte an sich alles richtig gemacht. Die Bänder mit den wichtigen Datensicherungen befanden sich in einem 4 m3 großen Safe. Nur – das Wasser drang durch das Belüftungssystem ein, der Safe stand 2 Tage voll unter Wasser. Hundert von Bändern für die Datensicherung werden zurzeit von Datenrettern restauriert (s. VDI nachrichten vom 30. 6. 02, S. 15)

„Viele Schutzmaßnahmen sind nur gegen räumlich begrenzte Ereignisse ausgelegt: Gegen Überflutung brauchen die meisten Unternehmen völlig neue Sicherheitskonzepte“, meint Oliver Krüger, Technischer Direktor des Norderstedter Systemhaus Carus. Das Hochwasserunglück stellt mit seinen Ausmaßen die Datensicherungskonzepte manches Unternehmens in Frage. Da wurden Backups gezogen, ausgelagert – doch mit Hochwasser hatte keiner gerechnet.
Der klassische Datensicherungssafe – brand- und einbruchssicher zertifiziert nach DIN EN 1047–1 beziehungsweise EN 1143–1 – ist nicht unter allen Umständen wasserdicht. „Es gibt keine Richtlinien für die Wasserdichtigkeit von Safes“, erläutert Dr. Ing. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des Fachverbandes Geldschränke und Tresoranlage des VDMA in Frankfurt/Main. Bislang, so Schäfer, habe auf dem Markt auch keine Nachfrage nach wasserdichten Safes bestanden. Der recht kleine Markt der Geldschränke und Tresore stehe unter einem enormen Preisdruck.
Einfach ins Geschäft gehen und einen wasserdichten Safe kaufen – diese Lösung trägt also als zukünftiges Sicherungskonzept gegen Hochwasser nicht. „Auch diese Hochwasserkatastrophe dürfte keinen Markt dafür schaffen, weil die Wahrscheinlichkeit einer Wiederholung zu gering ist.“ Der Safehersteller Lampertz sichert durch eigene Tests den Kunden eine Dichtigkeit über 72 h bei einer Wassersäule von 40 cm für seine Datensicherungssafes Baureihen S und SE zu, aber so Thorsten Weller, Produktmanager für diese Produkte: „Bei einem ständigen Untertauchen des Safes über einen langen Zeitraum könnte durch den hohen Druck der Wassersäule das Wasser theoretisch eindringen.“
Theoretisch, so Weller, könnte man für die Wasserdichtigkeit die EN 60529 anwenden, die die Schutzarten durch die Gehäuse von elektrischen Betriebsmitteln beschreibt. Über den so genannten IP-Code (International Protection-Code) werde einerseits zum Beispiel über die Kennziffer 5 ein staubgeschützes Gehäuse beschrieben, andererseits der Schutz gegen Strahlwasser (auch Kennziffer 5) festgelegt – eine wichtige Eigenschaft, etwa wenn man daran denkt, dass die Safes im Brandfall in Kontakt mit Löschwasser kommen sollten.
Über den IP-Code, so Weller, ließe sich mit der Kennziffer 8 auch der Schutz bei ständigem Untertauchen eines Gehäuses spezifizieren. Bei Datensicherungssafes werde diese Norm jedoch mit der Kennziffer 8 nicht angewandt.
Viel wichtiger als die Anschaffung wasserdichter Safes sei für die allermeisten Unternehmen immer noch die Sensibilisierung für die Risiken Brandschutz und Einbruch bei der Lagerung von Datenträgern, so Wilfried Schäfer. Gegen beide Schadensfälle würden sich immer noch viel zu wenig Firmen absichern.
Eine Alternative zum Backup-Medium Band, das bei der Datenrettung recht aufwändige Prozeduren nach sich ziehen kann, sind die optischen Datenträger DVD und CD. Sie werden durch die Feuchtigkeit und den Schlamm nicht so leicht beschädigt. Allerdings bieten Bänder eine höhere Kapazität. Für Privatpersonen und Kleinunternehmer mit relativ begrenztem Datenvolumen könnten DVDs aber durchaus eine Alternative sein.
Wer seine Datensicherungen auslagert, wird vielleicht in Zukunft in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten darüber nachdenken, es nicht vor Ort zu tun, sondern dort, wo Hochwasser weniger zu erwarten sind. swe

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