Gesundheit

Heilung durch den eigenen Körper  

Adulte Stammzellen sorgen für ständigen Zellnachschub im Körper. Bei Schwerverletzten und Herzinfarkt-Patienten zeigen sie nun, was in ihnen steckt. Experten warnen aber vor überzogenen Erwartungen: Die Resultate stimmten zwar zuversichtlich, aber die Patientenzahlen seien noch sehr klein.

Stammzellen eilt der Ruf voraus, eine Wunderwaffe der Medizin zu sein. Wegen ihrer besonderen Eigenschaft zur Regeneration sollen sie kranke Organe und Gewebe ersetzen. Verheißungen, welche erst noch eingelöst werden müssen.

Vor allem bei den potentesten Alleskönnern, den nur aus embryonalen Geweben zu gewinnenden Stammzellen, gibt es zahlreiche ungelöste Fragen. Um so mehr überraschen die Heilungserfolge, die durch den Rückgriff auf patienteneigene Stammzellen gelungen sind.

Einem heute achtjährigen Mädchen hat die Stammzelltherapie vermutlich das Leben gerettet. Das Kind hatte sich bei einem Sturz aus dem Fenster am Kopf schwer verletzt. Mit Hilfe von Stammzellen, die aus dem Fettgewebe der kleinen Patientin gewonnen wurden, ist es einem Team am Uniklinikum Gießen gelungen, das ehemals 120 cm2 große Loch zu schließen. Die weltweit einmalige Operation erfolgte bereits vor zwei Jahren. Über das erfolgreich angewandte Verfahren hat das Team kürzlich in einem medizinischen Fachblatt berichtet und damit für internationale Beachtung gesorgt.

Zu dem Eingriff entschlossen sich die Ärzte, weil die sonst übliche Methode, das Loch im Kopf mit einer Titanplatte zu schließen, bei Kindern versagt: Das Implantat kann nicht mitwachsen. Auch eine alternative Methode, Knochenmaterial aus dem Becken zu entnehmen um damit das Loch auszufüllen, kam nicht in Frage. Dafür war das Mädchen zu zierlich. Überdies hätte das Material nicht gereicht. Deshalb wurden in einem für die kleine Patientin risikolosen Eingriff Stammzellen aus einer Probe ihres Fettgewebes gewonnen. Weil es sich um körpereigene Zellen handelt, werden diese nicht abgestoßen. Studien der Universität von Kalifornien hatten zuvor ergeben, dass menschliches Fettgewebe tatsächlich eine Quelle für Stammzellen ist und diese auch knochenbildende Zellen hervorbringen. Daher wagte das Team den Eingriff und übertrug die zunächst im Labor getestete Stammzellprobe zusammen mit ein wenig Knochenmaterial aus dem Becken in die Lücke im Kopf.

Inzwischen ist die Knochenlücke vollständig geschlossen. Dem Mädchen, das noch zur Nachsorge in die Klinik kommt, gehe es gut, teilten die Ärzte mit. Von der problemlosen Heilung überrascht, wollen die Gießener nun den Zusammenhängen mit Hilfe von Zellkulturen auf den Grund gehen und die Forschung mit körpereigenen Stammzellen vorantreiben.

Auch für Herzinfarktpatienten gibt es Aussicht auf Heilung mit Stammzellen. Wie eine Untersuchung der Uniklinik Frankfurt nachgewiesen hat, regeneriert sich abgestorbenes Herzmuskelgewebe nach einer Stammzellgabe und verbessert die Herzleistung. Insgesamt 95 Herzinfarktpatienten hat die Arbeitsgruppe um den Kardiologen Prof. Andreas Zeiher mit eigenen Stammzellen aus dem Knochenmark behandelt. Den Patienten wurden die Zellen direkt in das geschädigte Herzmuskelgewebe injiziert. Nach vier Monaten war bei ihnen das betroffene Gebiet um durchschnittlich 36 % kleiner, die Herzfunktion hatte sich im Durchschnitt um 10 % verbessert.

Ermutigende Ergebnisse meldet auch die Forschergruppe um Prof. Bodo Eckehard Strauer von der Uni Düsseldorf. Der Kardiologe hatte vor vier Jahren einem damals 46-jährigen Patienten mit schwerem Herzinfarkt körpereigene Stammzellen aus dem Knochenmark in den Herzmuskel gespritzt. Zur Überraschung der Fachwelt hatte sich das Herzgewebe schon nach wenigen Wochen erholt.

Kein Einzelfall, inzwischen haben die Düsseldorfer über 80 Patienten mit akutem Myokardinfarkt erfolgreich mit Stammzellen behandelt. Bei allen verbesserten sich Funktion, Durchblutung und Stoffwechselaktivität des Herzens. Die Therapie erzielte sogar im chnitt deutlich bessere Heilungserfolge als bei einer Vergleichsgruppe, die klassisch mit Ballonkatheter und Gefäßbrücken behandelt wurde.

Es herrscht Aufbruchstimmung. Kardiologe Zeiher warnt jedoch vor überzogenen Erwartungen: „Die Resultate stimmen zuversichtlich, aber die Patientenzahlen sind noch sehr klein.“ SILVIA VON DER WEIDEN

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