Gesundheit

Heilen mit der „zweiten Haut“  

Dank intensiver Forschung nützen Textilien heute bei Vorsorge, Diagnose und Patientenüberwachung ebenso wie bei Operationen, Implantaten, Wundbehandlung und Pflege.

Dieser Mehr-Wert ist nicht nur ein unverzichtbarer Beitrag zur Leistungssteigerung im Gesundheitswesen, sondern erhöht nachhaltig die Wettbewerbsfähigkeit der weit überwiegend kleinen und mittleren Textilbetriebe“, so Dr. Walter Begemann, Geschäftsführer des Forschungskuratoriums Textil. Seine Organisation bündelt die Interessen der forschenden Textil- und Bekleidungsindustrie und hat sich die Gesundheit als eines von fünf Leitthemen auf seine Fahnen geschrieben. Unter dem Dach der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) nutzt sie die Chancen im boomenden Markt der Life Sciences mit industrieller Gemeinschaftsforschung.

Die Zusammenarbeit von Medizinern, Biologen und Textilingenieuren hat in den letzten Jahren eine Vielzahl innovativer Anwendungsmöglichkeiten für Textilien hervorgebracht. Und die Forscher stehen erst am Anfang: Sensoren, Telekommunikationssysteme und Arzneimitteldepots, die in die Kleidung integriert werden, können künftig Behandlungsformen ermöglichen, die mehr Sicherheit und Lebensqualität für den Patienten, aber auch geringere Kosten für das Gesundheitswesen bedeuten.

Funktionstextilien arbeiten 24 h am Tag – unabhängig vom Gesundheitszustand ihres Trägers. Und mit Hilfe der Mikrosystemtechnik und der Nanotechnologie werden die „Inhalte“ der Kleidung bald auf die Größe eines Faserdurchmessers schrumpfen. So könnte manch aufwendige Operation zur Implantation von Miniaturgeräten und Wirkstoffspeichern bald entfallen.

„Nano“ prägt die Zukunft der Biofunktionstextilien für die ständig steigende Zahl der Patienten mit chronischen Wunden, Neurodermitis und Schuppenflechte.

Dr. Dirk Höfer arbeitet an den Hohensteiner Instituten in Bönnigheim an der Wundversorgung der Zukunft: „Durch die Beschichtung der Fasern in den Wundauflagen mit einem keramischen Nano-Sol/Gel verklebt das Material nicht an der Wunde, während die Fasern das Sekret aufnehmen, ohne die Wunde auszutrocknen.“

Für Menschen mit Hautkrankheiten werden die Wirkstoffe in mikroskopisch kleine Depots auf Textilfasern verpackt und beim Tragen in gleichmäßiger Dosierung auf die Haut der Patienten abgegeben. Nanokapseln und „wiederauffüllbare“ napfförmige Zuckermoleküle werden dafür sorgen.

Angesichts weltweit wachsender Antibiotikaresistenzen feiern hochwirksame Therapien mit lebenden Organismen ein Comeback. Die zunehmende Verknüpfung textiler Strukturen mit biologischen Systemen stellt höchste Ansprüche an die Konstruktion der Textilien, um den speziellen Lebensanforderungen der jeweiligen Nutzbringer Rechnung zu tragen.

Bei der Behandlung chronischer Wunden mit sterilen Maden werden diese künftig in einen speziellen Textilbeutel integriert. Weitere Forschungen laufen mit Blutegeln und Meereskrill. Noch nutzt man lebende Organismen, doch arbeitet man bereits an der Isolierung und Einlagerung der natürlichen Wirkstoffe in Textilien.

Textilien unterstützen nicht nur die Heilung, sondern schützen auch. Pigmente aus Titandioxid, unsichtbar und permanent in Textilien integriert, halten gefährliche UV-Strahlung ab.

Dr. Jan Beringer von den Hohensteiner Instituten betont die zunehmende Bedeutung des textilen UV-Schutzes: „Die Zahl der Hautkrebserkrankungen in Europa steigt. Durch moderne Fertigungsverfahren und Materialien lassen sich heute Textilien mit extrem hohem UV-Schutzfaktor produzieren, die vor allem Kinder und Menschen, die sich aus beruflichen Gründen viel im Freien aufhalten müssen, effektiv vor einem Zuviel an Sonne bewahren.“

Spezielle Schutzanzüge warnen und schützen zudem vor gefährlicher elektrostatischer Ladung und elektromagnetischen Felder.

Und auch ohne Hightech liefert die Forschung Neuigkeiten: Großflächige Heimtextilien aus Schafwolle wie Vorhänge, Teppiche und Bettüberwürfe verbessern die Luftqualität in Innenräumen, indem sie Schadstoffe wie Formaldehyd binden. Diese neue „Zusatzqualifikation“ eröffnet deutschen Erzeugern, die ihre Produkte bislang eher als Abfall bei der Fleischproduktion denn als Werkstoff betrachteten, neue Vermarktungschancen. aif/ber

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