Gesundheit

Gefangen im Cyber-Netz

Es gibt keine Sucht, aber es gibt die Abhängigkeit vom Netz.

Eine solche Aussage ist keine Seltenheit: „Meine Ehe ist hin. Das weiß ich, aber es berührt mich nicht, so lange ich in den Chat kann“. Dieses Bekenntnis einer Hausfrau, abhängig von den Gesprächsforen im Internet (Chats) zu sein, ist einer von vielen Beweisen für die Existenz von „Internet-Abhängigkeit“, die Oliver Seemann vom Klinikum der Universität München seit Eröffnung seiner „Ambulanz für Internet-Abhängige“ im Jahre 1998 gesammelt hat. Seemann und der Psychiatrie-Professor Ulrich Hegerl sind einem neuen psychiatrischen Krankheitsbild auf der Spur, dessen Verbreitung nicht einmal erahnt werden kann. Wer pro Woche viele Stunden lang vor dem Computer sitzt und im Internet surft und auf andere Freizeitbeschäftigungen oder soziale Kontakte verzichtet, sollte sich jedenfalls kritisch fragen, ob er nicht „Internet-abhängig“ ist, sagt Seemann.
Die „Ambulanz“ hat dafür sechs Kriterien aufgestellt: Starkes Verlangen zum Internet Gebrauch, Verlust der Kontrolle über die online verbrachte Zeit, deutliche Entzugserscheinungen bei Verzicht auf den Internet-Gebrauch, Rückzug aus dem sozialen Leben und deutliche Probleme im Kontakt mit anderen sowie Weitersurfen, obwohl einem die Problematik bewusst ist und eigene Bedenken auftreten.
Wenn fünf dieser Kriterien zutreffen, dann liege dringender Verdacht auf „krankhafte Internet-Nutzung“ vor, sagte Hegerl in München. Wie viele Surfer in Deutschland davon schon befallen sind, ist allerdings laut Experte völlig unklar. Bei einer Umfrage der Psychiatrischen Universitätsklinik über das Internet, an der sich 2341 User beteiligten, erfüllten 46 Personen die Kriterien und gehörten eigentlich in psychiatrische Behandlung.
Internet-Abhängigkeit sei in der Regel die Folge schon vorhandener Grunderkrankungen, meistens einer Depression, glauben die Münchener Psychiater herausgefunden zu haben. Internet-Abhängige seien „selbst-unsichere Menschen“, die den direkten Kontakt mit anderen scheuten und in der Anonymität des Internets Selbstwerterhöhung und Realitätsflucht fänden. Bevorzugte Adresse der Internet-Abhängigen seien die so genannten Chat-Räume sowie Cyber-Sex-Seiten. Gefährdet sind laut Experten Männer und Frauen gleichermaßen.
Neben dieser „sekundären Abhängigkeit“ gibt es aber offensichtlich auch die primäre: Aus den USA seien bereits einige Studien bekannt, nach denen sich psychisch gesunde Personen durch übermäßigen Internet-Gebrauch Schäden zuziehen könnten, berichtete Seemann. Insbesondere kann starker Internet-Gebrauch offenbar Depressionen verursachen.
Den Begriff „Sucht“ vermeiden die Münchener Forscher allerdings. Hegerl ist ziemlich sicher, dass es „die Internet-Sucht nicht gibt“. Es fehlten dafür wesentliche Sucht-Kriterien wie der körperliche Verfall und das Verlangen nach immer größeren Dosierungen.
Abrupter und totaler Internet-Entzug ist nach den Erfahrungen der Internet-Ambulanz kein geeignetes Mittel gegen diese Abhängigkeit. Besser sei es, schrittweise die online verbrachte Zeit zu reduzieren, alternative Freizeitgestaltungen aufzubauen und dem Rückzug aus der realen Welt entgegen zu wirken, betonte Hegerl. Die Hilfe für Abhängige kommt übrigens auch über das Internet. Wer glaubt, gefährdet zu sein, kann sich unter der Adresse http://www.med.uni-muenchen.de/psywifo/Interaddict.htm informieren. RALF MÜLLER

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