Sicherheit

Gefahr: Ehemalige Mitarbeiter

Das Bedürfnis nach Gebäudesicherheit wächst, nicht zuletzt bei Banken und Büros. Doch eine absolute „Office-Security“ werde sich nie realisieren lassen, warnten jetzt Experten auf einem Treffen im Fraunhofer-Institut in Stuttgart. So reiche der Einsatz von Informationstechnologie alleine nicht aus.

Seit dem 11. September vergangenen Jahres hat das Thema Bürosicherheit Hochkonjunktur. Jetzt trafen sich Fachleute im Stuttgarter „Office Innovation Center“ des Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO), um Möglichkeiten einer Vorsorge zu erörtern. Doch diese sind mager gesät. Dafür gebe es eine Menge von Sicherheitslücken, stellten die Experten fest. So nicht gesicherte Fenster, Türen und Tiefgaragen. Groß deshalb das Interesse an biometrischen Zugangsberechtigungssystemen. Doch die Systeme hätten noch etliche Schwachstellen.
„Das Thema Office Security wird heute zu stark von der Diskussion um sichere Netze und Computersysteme bestimmt“, kritisiert IAO-Projektleiter Udo Ernst Haner. Schon Ende letzten Jahres habe ein Planspiel des Arbeitskreises zum Schutz von Infrastrukturen, bei dem 80 große Unternehmen und Institute die Auswirkungen eines massiven Terrorangriffs auf Berlin simulierten, die Defizite aufgezeigt: Alle Beteiligten achteten zu stark auf Telefon- und Computernetzwerke sowie IT-Infrastrukturen. Neue Bedrohungsszenarien wie Totalverlust eines Gebäudes werden nach IAO-Beobachtung hingegen nicht berücksichtigt. „Die Quantifizierung des Risikos ist äußerst schwierig,“ so Haner. „Nicht einmal die Mathematiker einer großen Versicherung sind derzeit imstande, das Risiko eines Rechenzentrumsausfalls zu berechnen.“ Ihnen fehle das Zahlenmaterial, um sagen zu können, ob ein zweites Rechenzentrum benötigt werde.
Schlimmer noch wiegt für die IAO-Forscher, dass Deutschlands Firmen im Planspiel nicht an die Sicherheit von Gebäuden und Zugangskontrollen gedacht haben. Dabei kann das Management eines Unternehmens hier große Gefahrenpotenziale aus dem Weg räumen. Dazu gehören bauliche Maßnahmen wie der Einsatz schwer entflammbarer Materialien oder einer speziellen Schichtenfolge beim Dämmstoff – zum Schutz gegen Hitze, Kälte und mechanische Einflüsse gleichermaßen. Für einen verbesserten Abhörschutz lassen sich darüber hinaus an den Fensterflächen Folien verwenden, die elektromagnetisch abschirmen.
Das in Efringen-Kirchen beheimatete Ernst-Mach-Institut hat darüber hinaus ein Bündel ein Sicherheitskonzepten und -maßnahmen für Neubauten entwickelt, die durch Computersimulation und Experimente überprüft werden. „Nachträgliche Investitionen in die Gebäudesicherheit sind zeit- und kostenintensiv und werden daher gemieden“, weiß IAO-Forscher Haner.
Die größte Sicherheitslücke besteht nach Einschätzung des Fraunhofer-Instituts bei Fensterflächen, Türen und Tiefgaragen: Ein Eindringling könne das Gebäude, die darin arbeitenden Menschen und die IT-Infrastruktur wesentlich leichter und umfassender schädigen als jemand von außen. An zweiter Stelle der Gefahrenpotenziale steht indes die Schlüsselberechtigung. „In vielen Firmen“, so Haner, „fehlt die Übersicht, wer über Schlüssel zu den Büros verfügt.“ Da werden Handwerker und Serviceleute ebenso zur potenziellen Bedrohung wie die eigenen Mitarbeiter, die zu bestimmten Büros keinen Zutritt haben sollten. Auch ehemalige Mitarbeiter können zur Sicherheitslücke werden.
Das Interesse an biometrischen Zugangsberechtigungssystemen ist daher immens gestiegen, wie Robert Frischholz, Entwicklungschef des Berliner Unternehmens Bio-ID bestätigt. „Im Gegensatz zu Karten, Schlüsseln, PINs und Passwörtern ist bei der Biometrie die tatsächliche physische Anwesenheit der zutrittsberechtigten Person erforderlich“, nennt Frischholz das Hauptargument für den Einsatz der verschiedenen Methoden. Verschiedene Banken setzen bereits auf Technologien wie Fingerabdruck.
Doch Frischholz warnt vor Euphorie: „Die Systeme haben noch zu viele Schwachstellen.“ Das US-Verteidigungsministerium hat kürzlich ernüchternde Zahlen präsentiert: Das Gesichtserkennungssystem von Marktführer Visionics hat während eines Pilotprogramms eine Trefferquote von nur 51?% gehabt – der Hersteller verspricht 75?% bis 99,3?%. Die Iris-Erkennung von Iridian erzielte immerhin eine Trefferquote von 94?%.
Aufgrund dieser Ergebnisse rät Frischholz den Unternehmen, stets auf eine Kombination verschiedener Zugangslösungen zu setzen. Multimodale biometrische Systeme, bei denen gleichzeitig mehrere statische und dynamische Merkmale eines Menschen aufgenommen und analysiert werden, seien dafür am besten geeignet. Doch auch hier gelte, dass man noch nicht um elektrische Schließanlagen, Zutrittsterminals, Schließanlagenmanagement und Facility-Management umhin kommt. SABINE KOLL

Von Sabine Koll

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