Ernährung 05.01.2001, 17:27 Uhr

Futter fürs Chefhormon

Ob jemand ein Karriere-Typ ist, hängt von seiner Ernährung ab – so jedenfalls die provokante These eines Arztes, der im Speisezettel einen Schlüssel zum Erfolg sieht. Proteine und Vitamine sind seiner Meinung nach Hauptzutaten im Menü der Leistungsfähigen.

Essen Sie gerne Linsen? Nein? Das ist bedauerlich, denn so wird ihnen kein beruflicher Erfolg beschieden sein. Das glauben Sie nicht? Wissen Sie denn überhaupt, was in Ihrem Blut ist? Haben Sie in jüngster Zeit mal ein Blutbild machen lassen? Und, wie sieht es mit dem Chef-Hormon aus? Wie viel Serotonin ist denn bei Ihnen vorhanden?
Wenn die Tryptophan-Werte bei 50 mg liegen, haben Sie Glück, auch ohne Linsen: Ihr Serotonin-Spiegel ist o.k., Sie sind ein Siegertyp, so wie Hightech-Unternehmer Erich Lejeune oder Hotelier Klaus Kobjoll, der „Unternehmer des Jahres 1997”. Wenn nicht, dann sollten Sie sich schleunigst ein gutes Kochbuch besorgen. Es gibt nämlich sehr leckere Linsenrezepte mit Curry oder Schafskäse, viel besser als weiland Omas Eintopf. Warum Linsen, wollen Sie wissen? Sie enthalten Tryptophan, eine von zwölf essenziellen Aminosäuren, aus dem das Chef-Hormon gebildet wird.
Das ist nur eine der Thesen, die der Arzt und Autor Michael Spitzbart in seinem neuen Buch „Das Blut der Sieger” vertritt. Spitzbart, der schon mit seinem Werk „Fit for Fun” Rezepte zu körperlicher Fitness und beruflichem Erfolg entwickelte, die bestens ins Klima der Leistungsgesellschaft passen, widmet sich in seinem neuen Werk dem Thema Ernährung. Seine These: Ob man Karriere macht, ist letztlich eine Frage der Ernährung. Sage mir, was Du isst, und ich sage Dir, wer Du bist. Was bei herkömmlichen Mahlzeiten vor allem fehlt sind Aminosäuren, die Bausteine der Proteine, sowie Vitamine.
Sie sind die Vitalstoffe, die für Leistungsfähigkeit und beruflichen Erfolg sorgen. Da nicht alle Aminosäuren vom Körper selbst gebildet werden können, müssen sie qua Ernährung dem Körper zugeführt werden, argumentiert der Mediziner. Dazu gehört besagtes Tryptophan, aber auch Phenylalanin, der Ausgangsstoff für das „Glückshormon” Noradrenalin. Kurzum, Hülsenfrüchte, Natur- oder Wildreis und Erdnüsse sind angesagt, Kartoffeln und Bananen runden das Sieger-Essen ab.
Auch Barry Sears, Biotechnologe aus den USA, ist davon überzeugt, dass man sich zum Erfolg futtern kann. Für ihn jedoch ist die richtige Leistungsdiät eine Frage der Zufuhr essenzieller Fettsäuren, insbesondere der Linolsäure, die den Ausgangsstoff für die sogenannten Eicosanoide bildet. Diese Superhormone, von denen es wie bei Fettsäuren „gute” und „schlechte” gibt, regulieren die Hormonproduktion, sagt Sears. Es gelte über den Tag hinweg, die richtige Balance, das von Sears ermittelte „Optimum”, herzustellen. Ist das erreicht, ist enorme Leistungsfähigkeit vorhanden, glaubt der Wissenschaftler.
Sears, der seine Optimum-Diät unter anderem bei den Schwimmern der Stanford Universität getestet hat, schwört auf das richtige Verhältnis von Eiweißen zu Kohlehydraten, da das den Stoffwechsel der Fettsäuren bestimmt. Im Gegensatz zu den Empfehlungen deutscher Ernährungswissenschaftler, die den Kohlehydraten den Löwenanteil in der Ernährung von 60 % zubilligen, empfiehlt Sears, genauso viel Eiweiß pro Mahlzeit zu sich zu nehmen wie Kohlenhydrate.
Folglich spielen mageres Fleisch, Fisch und Eier eine wichtige Rolle in seinem Optimum. Ein „Leistungsgericht” besteht danach aus drei bis vier „Eiweißblöcken”, also beispielsweise zwei Lammkoteletts oder einem Schellfischfilet, zu dem sich Pasta mit Gemüse oder Bohnen mit Artischocken gesellen. Wie viel Eiweiß der Mensch braucht, hängt von Körpergewicht und Bewegung ab. Wer Sport treibt, darf viel Eiweiß essen, wer immer am Schreibtisch sitzt, muss sich mit weniger begnügen.
Selbst auf Fast Food, Eis oder Kuchen müssen Sears-Jünger nicht verzichten, vorausgesetzt, der Kuchen ist mit Schlagsahne (Eiweiß!) garniert und der Haagen-Dazs-Eiskrem folgt auf ein paar Putenscheiben. HELENE CONRADY
Michael Spitzbart, Das Blut der Sieger, WESSP Verlag, Nürnberg, 2000. Barry Sears/Bill Lawren, Das Optimum: Die Sears-Diät, Econ Verlag, 2000

Ein Beitrag von:

  • Helene Conrady

    Redakteurin VDI nachrichten im Ressort Management und Karriere. Fachgebiete: Technologiepolitik, Technikfolgenabschätzung, Reportagen.

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