Gesundheit

Forscher wollen das Geheimnis der Zellteilung lüften

VDI nachrichten, Tübingen, 17. 9. 04 -Durch Gene falsch gesteuerte Zellteilungen haben schwerwiegende Krankheitsbilder zur Folge. Licht in diesen Bereich der Grundlagenforschung soll das neue europäische, vor kurzem angelaufene Forschungsprojekt „Mitocheck“ bringen.

Ein grundlegender, vor allem im Detail noch unverstandener Prozess, ist die Zellteilung, die z. B. bei der Krebsentstehung eine maßgebliche Rolle spielt. Könnte man die Mitose (Zellteilung) beeinflussen, ließe sich wahrscheinlich auf die Entstehung von Krebs Einfluss nehmen. Ein neuer, vielversprechender Ansatz für neue Krebstherapien bzw. -medikamente wäre mit der lückenlosen Aufklärung der Mitose gefunden. Deshalb bezuschusst die EU in Brüssel mit 8,5 Mio.  € bis zum Jahr 2008 das europaweite Zellforschungsprojekt „Mitocheck“, dessen Startschuss am 13. 7. 04 in Wien fiel. Das dortige Institut für molekulare Pathologie (IMP) ist federführend für die insgesamt elf wissenschaftlichen Institute sowie die beiden deutschen Privatunternehmen Gene Bridges GmbH, Dresden, und Kamera-Hersteller Leica Microsystems, Mannheim, die am Forschungsverbund „Mitocheck“ beteiligt sind.
Etwa 20 000 Gene sind an der lebenswichtigen Mitose beteiligt. Durch Gene falsch gesteuerte oder ausgeführte Zellteilungen können schon im Embryo zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie Unfruchtbarkeit, geistiger Behinderung oder Krebsentstehung beitragen. Diese ca. 20 000 Gene, samt ihrer dazugehörigen m(essenger)-RNA sowie Proteinen und Proteinkinasen, sind von „Mitocheck“ zu isolieren, zu charakterisieren und zu speichern. Bei dieser diffizilen Arbeit im Nanometerbereich kommen modernste Technologien wie RNAi, automatisierte Mikroskope und Massenspektroskopie zum Einsatz. „Um aufzuklären, welche Gene und Funktionen für den Zellteilungsprozess von Bedeutung sind“, erläutert Dr. Frank Buchholz, Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik (CBG), Dresden, „greifen wir zum „Gene-Silencing“, dem schrittweisen Abschalten der Gene. Mit der RNAi-Methode können wir beobachten, wie und ob die Zellteilung nach der Abschaltung eines Gens weitergeht.“
Anschließend werden die Informationen zu den identifizierten Genen und Proteinen gesammelt, sortiert und am MPI in Dresden in einer „Short Interfering RNA-Bibliothek“ gespeichert. Auch den übrigen europäischen Partnerinstituten des „Mitocheck“ wird diese „SI-RNA-Bibliothek“ zur Verfügung gestellt, um damit spezielle Forschungsarbeiten, z. B. neue Krebs-Diagnoseverfahren, zu initiieren. Dieses Ziel setzt sich das Frederick-Sanger-Institute, Hinxten, in Großbritannien.
Zwei RNAi-Screening-Methoden, die für alle Gene angewandt werden können, sind für Säugerzellen (Zellen von Säugetieren) bereits bekannt. Mit Massenspektroskopie wird die Phosphorylase der Mitose-Proteine charakterisiert, umreißt Projektleiterin Dr. Yan Sun vom IMP, Wien, ihren Arbeitsanteil. Die Rolle kleinerer, spezifischer Moleküle bei der Mitose untersucht u. a. das französische Forschungslabor des CNRS in Montpellier. Um die einmalig wertvollen Einblicke in den ursächlichen Lebensprozess der Zellteilung zu vertiefen und gleichzeitig wiederholbar zu machen, ließen sich die Wissenschaftler etwas Besonderes einfallen: Das Optik-Unternehmen Leica Microsystems, Mannheim, entwickelt voll automatisierte Konfokal-Mikroskope, mit denen die RNAi-Auswahl ganzer Genome durchgeführt werden kann.
Damit – und mit neu entwickelten Mikroskopen des EMBL (European Molecular Biology Laboratorium), Heidelberg – werden Filmaufnahmen vom Zellteilungsprozess möglich, so dass über einen Zeitraum von 48 Stunden alle wesentlichen Etappen der Veränderungen in der Zelle auf dem Film festgehalten werden.
Die in Heidelberg ansässigen Forschungsinstitute DKFZ (Deutsches Krebsforschungszentrum) und EMBL legen dazu die neue Datenbank „phenobase“ an, in der alle Informationen über stillgelegte Gene beim Menschen gespeichert werden. Die Max-Planck-Zellforscher in Dresden werden mit der dort gleichfalls ansässigen Gene Bridges GmbH zusätzlich die einzelnen Gene markieren und für weitere umfangreiche biochemische Untersuchungen isolieren.
Nach Abschluss der vierjährigen Forschungsarbeiten, ist Dr. Frank Buchholz optimistisch, werden die wesentlichen Gene bekannt sein, die eine Säugerzelle zur Teilung veranlassen. Dann wird ein wichtiger Meilenstein für die Entwicklung neuer Ansätze zur Krebsdiagnose und wohl auch zur Krebsmedikation erreicht sein.
 RICHARD E. SCHNEIDER

Stellenangebote im Bereich Arbeitssicherheit

Stadtwerke Leipzig GmbH-Firmenlogo
Stadtwerke Leipzig GmbH Krisenmanager / Brandschutzbeauftragter (m/w/d) Leipzig
Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. KG Sicherheitsingenieur (m/w/d) Karlsruhe-Durlach
ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH-Firmenlogo
ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH Sicherheitsingenieur (m/w/d) Fürstenfeldbruck
Allianz Deutschland AG-Firmenlogo
Allianz Deutschland AG Technischer Sachverständiger / Brandschutzingenieur (m/w/d) Berlin, Brandenburg, Sachen, Sachsen-Anhalt, Thüringen (Home-Office)
Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik-Firmenlogo
Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik Referent Sicherheitstechnik (Dipl.-Ing./M.Sc.) (m/w/d) Direktion Mannheim Dezernat Fachbereich Handel und Logistik Mannheim
BG Verkehr-Firmenlogo
BG Verkehr Ingenieur*in (m/divers/w) Arbeitssicherheit am Standort Hamburg Hamburg, Berlin
BG Verkehr-Firmenlogo
BG Verkehr Ingenieur*in (m/divers/w) Arbeitssicherheit Berlin, Hamburg
Knauf Gips KG-Firmenlogo
Knauf Gips KG HSE-Manager (m/w/d) Zentraleuropa Neuss, Dortmund

Alle Arbeitssicherheit Jobs

Top 5 Arbeitssic…

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.