Sicherheit 19.10.2007, 19:30 Uhr

Experten fordern Schutz für autonomes Denken  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 19. 10. 07, pek – Das Bundesverfassungsgericht verhandelt über Online-Durchsuchungen, die das nordrhein-westfälische Verfassungsschutzgesetz seit Anfang des Jahres erlaubt. Es stellt damit die Weichen für eine bundesweite Online-Durchsuchung, wie sie Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble fordert.

Das Bundesverfassungsgericht will klären, ob mit der Online-Durchsuchung die Unverletzlichkeit der Wohnung oder allgemeines Persönlichkeitsrecht betroffen sind. Das Verfahren hat auch für den Bund große Bedeutung: CDU-Politiker wollen noch vor der Urteilsverkündung im Frühjahr 2008 dem Bundeskriminalamt die Online-Durchsuchung ermöglichen. Die SPD hingegen will das Urteil abwarten.

Das Bundesverfassungsgericht hat vor der mündlichen Verhandlung über die Online-Durchsuchung mehrere Gutachter mit einer Stellungnahme beauftragt. So erstellten Prof. Andreas Pfitzmann von der TU Dresden, Prof. Felix Freiling von der Universität Mannheim, Prof. Ulrich Sieber vom Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht in Freiburg, Dirk Fox von der Secorvo Security Consulting in Karlsruhe sowie Andreas Bogk vom Chaos Computer Club Expertisen.

Der Dresdner Informatikprofessor Andreas Pfitzmann wies darauf hin, dass Computerdaten in Zukunft auch in menschlichen Körpern gespeichert werden. Künftig würden Mensch und Computer immer engere symbiotische Verbindungen eingehen. Daher sei künftig die Online-Durchsuchung weniger mit einer klassischen Hausdurchsuchung zu vergleichen als mit einem direkten körperlichen Eingriff. Deshalb müsse das Verfassungsgericht ein „grundlegendes Urteil zum Schutz unseres Denkens und Merkens“ fällen. Im Kern gehe es, so Pfitzmann, um den „Schutz des autonomen und unbeobachteten Denkens“.

Auch andere Experten äußerten sich kritisch. Sicherheitsexperte Dirk Fox : „Es sind keine Möglichkeiten bekannt, eine Online-Durchsuchung so zu gestalten, dass ein Zielsystem nicht wirksam davor geschützt werden kann.“

Als richtige Methode erkennen die Experten einen Zugriff über eine so genannte Remote Forensic Software an, wie sie auch Unternehmen für interne Untersuchungen einsetzen. Dafür muss allerdings die Software auf dem Zielrechner maßgeschneidert angebracht werden. Eine Alternative dazu sind so genannte TEMPEST-Angriffe. Hier kann der Angreifer über die elektromagnetische Abstrahlung von Kabeln und Monitoren Datenübertragungen und Bildschirminhalte abhören.

Einsetzbar sei diese Methode aber bereits im Rahmen des Großen Lauschangriffs, da sie die im Gerät verarbeiteten Daten und Programme nicht verändere. Zwar seien TEMPEST-geschützte Geräte auf dem Markt erhältlich, doch sie seien deutlich teurer. Außerdem würden Käufer entsprechender Geräte bereits im Vorfeld auffallen. CHR. SCHULZKI-HADDOUTI

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