Sicherheit

Erkennungsverfahren zeigen Schwächen

Die tatsächliche Leistungsfähigkeit biometrischer Systeme sei „nicht seriös einzuschätzen“.

Die Unterschiede in Entwicklungsstand und Praxisreife biometrischer Verfahren sowie das Fehlen eines allgemein anerkannten Bewertungsstandards machten „eine vergleichende Evaluation schwierig“, klagen die Autoren Thomas Petermann und Arnold Sauter in ihrem 118-seitigen Bericht. Der Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung wird über die Studie in den nächsten Monaten beraten.
Dem Sachstandsbericht liegen Gutachten der Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände (VZBV), des Instituts für biometrische Identifikationssysteme (IBIS) an der Fachhochschule Gießen-Friedberg, der Platanista GmbH und des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD-SH) zu Grunde. Der Biometrie-Markt lasse sich aufgrund der nur „sehr punktuell und zufällig“ vorliegenden Daten schwer einschätzen, meinen Petermann und Sauter. Doch seien die Umsätze in den vergangenen Jahren angestiegen. Die derzeit führende Technologie ist das Fingerbild-Verfahren. Der Gesichtserkennung wird ebenfalls Potenzial eingeräumt.
Der Massenmarkt könnte sich jetzt durch staatliche Sicherheitsanstrengungen ergeben. Das Terrorismusbekämpfungspaket erlaubt z.?B. biometrische Merkmale in deutsche Ausweise aufzunehmen. Ein staatliches biometrisches Ausweissystem hätte „Signalwirkungen für andere Anwendungsfelder in der Wirtschaft und im privaten Bereich“, stellt die TAB-Studie fest. Allerdings müsse „Berichten über die mittlerweile erreichten hohen Standards bei Genauigkeit und Zuverlässigkeit“ nach wie vor mit Skepsis begegnet werden. Petermann, stellvertretender Leiter des TAB, warnt deshalb davor, „biometrische Projekte holterdipolter flächendeckend einzuführen“.
Noch immer gibt es kein allgemein anerkanntes Vorgehen, um die Stärken und Schwächen der verschiedenen biometrischen Systeme zu vergleichen. Dabei, so mahnt die TAB-Studie, müssten „höchste Ansprüche“ an eine „substanziierte Evaluation“ der in Frage kommenden Systeme gestellt werden.
In Deutschland verbietet das Gesetz zentrale Dateiverzeichnisse. Biometrische Merkmale dürfen nur in autonomen Geräten oder auf einer Chipkarte gespeichert werden. Doch die Erkennung sei für solche autonom arbeitenden Geräte und Karten „bei keinem verfügbaren System erfolgreich umgesetzt“, so die TAB-Studie. Zudem verfügen nicht alle Menschen über ein bestimmtes, für biometrische Verfahren geeignetes Merkmal. Das Problem ist auch Klaus Glasmacher, Referent im Bundeswirtschaftsministerium, bekannt: „Bei einigen Personen klappt es auf Anhieb, bei anderen scheitern auch wiederholte Versuche.“
Neben den in der Regel zu hohen Rückweisungsquoten dürfte auch die Überwindungssicherheit eine Rolle spielen. Wie alle IT-Systeme können auch biometrische Systeme attackiert werden. Auf der EuroCrypt in Amsterdam führte der japanische Wissenschaftler Tsutomu Matsumoto Anfang Mai vor, wie er mit Gummi-Fingern 20 Fingerprint-Verfahren austrickste.
C. SCHULZKI-HADDOUTI

 

Von C. Schulzki-Haddouti

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