Arzneimittel

Ein Rezept für billigere Medikamente

Zwar hat Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt die Arzneimittelbudgetierung mittlerweile zurückgezogen, doch müssen sich Ärzte beim Ausstellen der Rezepte immer noch an strenge Richtgrößen halten. Mit Generika aber geht bei Medizinern in Schleswig-Holstein jetzt die Rechnung auf.

Landarzt Christoph Meyer (47) ist die Budgetierung ein Dorn im Auge. Für jeden Patienten darf er pro Quartal nur rund 60 ! für Arzneien ausgeben. Das ist oft viel zu wenig, denn Rentner benötigten meist Medikamente im Wert von bis zu 250 Euro. „Da kann man sich hochrechnen, wie viele Patienten ohne Verschreibung wieder nach Hause geschickt werden, damit sich das ausgleicht.“ Für den Arzt aus der Nähe von Flensburg ist das keine rationale Verschreibung, sondern eine Rationierung und damit eine Vorenthaltung von Arzneimitteln. Die globale Haftung der Ärzte für das Überschreiten der Budgets ist zwar aufgehoben worden, doch es gibt Richtgrößen. „Werden diese um bis zu 15 % überschritten, findet eine Wirtschaftlichkeitsprüfung statt.“ Könne er die Notwendigkeit der Ausgaben nicht begründen, müsse er zahlen, macht Meyer deutlich.

Während bundesweit Pharmaindustrie, Krankenkassen und Bundesregierung über ständig steigende Kosten stöhnen und über Möglichkeiten zur Kosteneinsparung streiten, haben sich Ärzte in Schleswig-Holstein zur Q-Pharm AG zusammengeschlossen, um konkurrenzfähige Medikamente in Eigenregie anzubieten – Generika mit dem Namen Q-Pharm. Die billigen Pillen sollen die Ausgaben der Ärzte senken und ihnen damit Freiräume für innovative und moderne Therapien verschaffen. Der Vorschlag von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) kommt dem sogar entgegen. Danach sollen Ärzte nur noch den Wirkstoff auf das Rezept schreiben und die Apotheker eines der preisgünstigsten Mittel abgeben. Q-Pharm, das immer im unteren Preissegment liegt, könnte davon profitieren.

Generika gibt es bereits seit 1976 auf dem Markt. Es handelt sich dabei um Kopien von Markenpräparaten, die die gleichen Wirkstoffe enthalten wie die teuren Ursprungsmedikamente, aber wesentlich preiswerter sind. Die Anbieter machen sich dabei das Auslaufen des Patentschutzes nach 20 Jahren zu nutze. Lediglich die „Rezeptvorschriften“ bei der Herstellung des Medikaments müssen exakt eingehalten werden, um die Produktqualität zu sichern. Meyer: „Der Hersteller der Generika muss beweisen, dass sie genau so wirksam sind wie das Original.“ Die Ärzte in Schleswig-Holstein können das nicht – sie greifen deshalb auf Hersteller in Deutschland, Dänemark und Frankreich zurück.

Mittlerweile bietet die Q-Pharm AG insgesamt 22 Präparate an – von Pillen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Mittel gegen Durchblutungsstörungen bis hin zu Medikamenten für die Behandlung von Diabetes und Parkinson. Doch das ist erst der Anfang. Schon bald will man auf etwa 50 Medikamente aufstocken.

Obwohl die Präparate im unteren Preissegment liegen, soll damit Geld verdient werden. Gut 1 Mio. “ Umsatz wurde immerhin im vergangenen Jahr erzielt, bei rund 2 % Gewinn.

Meyer ist von den Zahlen dennoch etwas enttäuscht. Auch Q-Pharm musste mit Anlaufschwierigkeiten kämpfen, erklärt der Landarzt. Unter anderem war die Hürde Apotheke zu überwinden. „In der Vergangenheit sind 60 % der Verschreibungen substituiert worden“, behauptet Meyer. Im Klartext: „Es wurden andere Medikamente herausgegeben, als auf dem Rezept des Arztes standen.“ Meyer ist dennoch davon überzeugt, dass sich Q-Pharm am Markt etablieren wird: Er rechnet in den kommenden Jahren mit Umsätzen von bis zu 3 Mio. „.

Finanziellen Profit dürfen die Mitglieder der Q-Pharm AG aus der Verschreibung von Q-Pharm-Arzneien allerdings nicht ziehen. „Die Gelder werden verwendet, um Strukturmaßnahmen zu verbessern“, erklärt Meyer. Dazu zählt der Vorstandsvorsitzende der AG zum Beispiel Qualitätsmanagement in Praxen, Ausbildung von Personal oder die Einrichtung einer Jobbörse.

ANGELA SCHMID

Genossenschaft bündelt Kräfte

Generika-Handel in Eigenregie

Die mit Generika erwirtschafteten Gelder fließen vollständig in die vor gut einem Jahr gegründete Q-Pharm AG, deren Aktien zu 100 % der im Mai 2000 ins Leben gerufenen Ärztegenossenschaft e.G. gehören. Bereits 2100 der insgesamt 4500 niedergelassenen Ärzte in Schleswig-Holstein sind Mitglied dieser Genossenschaft. Ziel ist neben der Vermarktung von „Q-Pharm“ auch eine Bündelung der politischen und wirtschaftlichen Kraft der Ärzte, die sie vor allem als Einkaufsgemeinschaft nutzen. Die Idee hat bereits Nachahmer gefunden. In Wildeshausen/Niedersachsen wurde die Ärztegenossenschaft Nord-West gegründet. as/ber

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