Sicherheit

Die mediale Kunst der Überwachung

VDI nachrichten, Berlin, 11. 2. 05 -Die diesjährige Transmediale (4. 2. bis 8. 2.), das größte Festival für digitale Medienkunst hierzulande, stand unter dem Motto „Basics“. Mehr denn je untersuchten Künstler aus aller Welt das Verhältnis von Kunst, Technologie und Gesellschaft – oft mit technischen Mitteln. Auffallend viele Performances und Installationen beschäftigten sich mit Sicherheit und Überwachung.

Festivalleiter Andreas Broeckmann traut der digitalen Medienkunst zu, „Frühwarnsystem des technischen Fortschritts“ zu sein. So konnten sich Besucher der Transmediale, die Mitte der Woche endete, z. B. den „Corporate Fallout Detector“, eine Art Geigerzähler, umhängen und Strichcodes von Produkten im Supermarkt abscannen. US-Künstler James Patten hat die dahinterliegende Datenbank entwickelt. Tickt der Geigerzähler laut, ist es mit Umweltbewusstsein, Nachhaltigkeit und ethischer Haltung der Hersteller nicht weit her.
Viele Diskussionsrunden auf der Transmediale-Konferenz und Exponate der diesjährigen Ausstellung beschäftigten sich und spielten gleichzeitig mit dem Thema Sicherheit.
Volle 14 Minuten können Besucher der Transmediale im Berliner Haus der Kulturen der Welt auf eine Straßenkreuzung im hohen Norden Finnlands starren. Es passiert kaum etwas. Unmerklich verändert sich nur das Licht. Aus dem Grau in Grau taucht eine Trabantensiedlung auf und verschwindet wieder im Polardunkel. „Meine Arbeit ist im Gegensatz zu vielen anderen auf der Transmediale sehr einfach, sehr basic“, schmunzelt der Dortmunder Videokünstler Thomas Körner. Er erhielt für seine Arbeit „Suburbs of the Void“ einen der drei Transmediale-Preise, die mit 3000 € dotiert sind.
Aus 2000 Fotos einer öffentlichen Verkehrsüberwachungskamera, die über das Internet zugänglich ist, montierte Körner sein Video. „Es geht um die vergehende Zeit, Verlangsamung“, und damit um eine Schärfung der Sinne, so Körner. Zudem seien die Überwachungsbilder mehr ein Service für die Anwohner, „ist der Schneepflug schon durch und kann ich die Kinder zur Schule bringen“, als dass sie für Unterdrückung und Kontrolle stehen.
Anders interpretiert Michelle Teran das Thema Überwachung. Suchend tastet sich ihr Arm durch die kalte Winterluft in einem Berliner Hinterhof am Prenzlauer Berg. Plötzlich ist das Schwarz-Weiß-Grundrauschen des TV-Monitors in ihrem großen Trolley verschwunden. Die kanadische Performerin hält inne, glasklar sehen die Teilnehmer ihres Spaziergangs „Berlin Walk“ in die Verkaufsräume eines Ladens mit 99-Cent-Artikeln und in Privatwohnungen. Wer hier wen überwacht und zu welchem Zweck, ist unklar. Befremdlich auch der Spaß am Voyeurismus während Terans Performance „Life: a User“s Manual – Berlin Walk“, die auch „Überwachungs-TV“ heißen könnte.
„Dass wir durch zahlreiche Kameras in Shoppingmalls, an öffentlichen Plätzen oder in Banken überwacht werden, ist nichts Neues“, sagt die Kanadierin. Auf ihrem „Berlin Walk“ zeigt sie, dass die Überwachung fast lückenlos geworden und oft auch privat gewollt ist. Teran kontert mit Gegenüberwachung auf der Straße. Dazu reicht ihr ein drahtloser Scanner und ein Empfänger, der die Video-Funksignale der Videokameras, die auf 2,4 GHz funken, einfängt. „Mein Equipment ist in jedem Elektronikmarkt für 100 € zu kaufen“, kommentiert sie, die „Basics“ ihrer Arbeit. Per Autobatterie wird der TV-Monitor im Trolley betrieben, den sie über die Straßen Berlins, Brüssels oder Torontos zieht. Sie hat Passanten ihr „Überwachungs-TV“ angeboten.
Terans „Berlin Walk“ war für einen der Transmediale-Preis nominiert. Nur eine von insgesamt 900 Arbeiten aus 51 Ländern, darunter Videofilme, Computerspiele, interaktive Installationen, Software und vieles, was die Genregrenzen sprengt. Mit ein Grund, warum in diesem Jahr die starren Kategorien von der Jury über Bord geworfen wurden.
So gab es auch wieder Ausflüge in die analoge Welt, z. B. mit der „Pongmechanik“ von Niklas Roy. Besucher konnten den Videospielklassiker Pong an einem elektromechanischen Nachbau in Kicker-Größe spielen und dabei die Mechanik des Spiels bis ins Detail erforschen. NIKOLA WOHLLAIB
www.transmediale.de
www.clubtransmediale.de

Von Nikola Wohllaib

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