Sicherheit

Die größte Hightech-Subvention aller Zeiten

In den USA sind die Etats für Sicherheit, Überwachung und Militär enorm gestiegen. Die amerikanische Regierung fördert allein in diesem Jahr Forschung und Entwicklung in diesen Bereichen mit 63 Mrd. $. Von den Investitionen profitieren mittelfristig auch zivile Anwendungen.

Hier geht echt die Post ab“, sagte John Mack über die „Security Growth Conference“ in Santa Monica. Mack ist Chef von USBX, einer Investmentbank, die sich auf Investitionen in Unternehmen der Sicherheitstechnologie spezialisiert hat. Seit Präsident Bush im Oktober 2001 die Landessicherheit auf Platz eins der Prioritätenliste gesetzt hat, boomt in den USA alles, was der Kontrolle, Überwachung und dem Militär nützt. Mack schätzt, dass sich die entsprechenden institutionellen Investments in diesem Jahr verdoppeln werden.
Dabei stehen nicht nur öffentliche Gelder zur Disposition. Auch in der Industrie muss für die Sicherheit mehr Geld locker gemacht werden. In einer von Merrill Lynch durchgeführten Befragung bei den IT-Chefs gaben 53,8 % an, dass ihre Budgets zwar insgesamt kaum ansteigen, dass aber für Sicherheits-Software und -Einrichtungen wesentlich mehr ausgegeben wird. Im Durchschnitt steigen diese Ausgaben um 40 % bis 50 %, und damit stehen sie unangefochten auf Platz eins der allerdings knappen Liste der Ausgabensteigerungen.
Den weitaus größten Teil der Gelder aber pumpen staatliche Stellen in die Sicherheits- und Verteidigungstechnologie. Allein die neu gegründete Super-Sicherheitsbehörde „Homeland Security“ hat einen Etat von 38 Mrd. $ – mehr als das Doppelte vom Vorjahr. Und das reicht vielen Politikern noch nicht. Ausgerechnet die Demokratin Hillary Clinton, die jetzt Senatorin für New York ist, warf dem Präsidenten vor, dass er viel zu wenig Geld für die Sicherheit der Millionenmetropole bereit stelle. Deshalb will sie einen eigenen (höheren) Budgetplan vorlegen.
Die Zeit für solche Forderungen, die auch die Neuverschuldung erhöhen dürften, ist günstig, denn in der Bevölkerung gibt es eine große Akzeptanz für die allgegenwärtige Sicherheitsüberwachung: 84 % befürworten verschärfte physische Kontrollen für Reisende, und 77 % begrüßen die Ausweitung der elektronischen Überwachung.
Der zweite Antriebsmotor ist der Krieg mit dem Irak, der nach ExpertenSchätzungen weit über 100 Mrd. $ kosten wird. Der größte Teil davon wird in die amerikanische Rüstungsindustrie fließen.
Damit aber nicht genug. Weitere 13 Mrd. $ soll der Kongress für den internationalen Kampf gegen den Terrorismus freigeben, und dann winkt noch ein attraktives Auftragspaket für die weniger hightech-orientierte Industrie. 900 Mio. $ hat Washington als Soforthilfe bereitgestellt, um den Irak nach Kriegsende wieder aufzubauen.
Doch auch ohne Krieg sprudeln die Geldquellen. So will das US-Verteidigungsministerium in diesem Jahr 59 Mrd. $ in die Forschung und Entwicklung stecken. Addiert man noch die entsprechenden Etats der Homeland Security und der anderen Sicherheitsbehörden hinzu, ergibt sich ein stolzer Gesamtbetrag von 63 Mrd. $ – doppelt so viel wie die Gesamtaufwendungen für die medizinische Forschung und mehr als der weltweite Umsatz von Intel und Microsoft zusammen.
Die immensen Investitionen in die Sicherheits- und Militärtechnologie gehen zumindest teilweise zu Lasten der Forschungsetats für zivile Hightech-Anwendungen. Ob dies die Wettbewerbsposition der USA beeinträchtigen wird, ist allerdings noch offen. Denn die militärische Forschung wird sicherlich schon bald zivile „Abfallprodukte“ zu Tage fördern.
Davon haben die USA schon immer profitiert. Sowohl die legendären PDP-Rechner von Digital, als auch die Supercomputer von Cray und IBM entstammten dem Wettrüsten des Kalten Krieges, bei dem es um die vermeintlich bessere Raketensteuerung und Atomwaffen-Simulationen ging.
Ein aktuelles Beispiel sind die Forschungsaufwendungen für Nanotechnologie. 2003 wurde den 14 Zentren der National Nanotechnology Initiative ein Etat von 710 Mio. $ bereitgestellt, 17 % mehr als im Vorjahr Der Löwenanteil kommt vom Pentagon. Die Zentren forschen dafür in den Bereichen Molekular-Elektronik für neue Sensoren sowie an neuen Werkstoffen und Beschichtungen.
Bei so viel finanzieller Unterstützung kann es den beteiligen Unternehmen nur gut gehen. „Wir haben derzeit keine Probleme mit unseren Investoren oder bei der Suche nach den besten Ingenieuren und Wissenschaftlern“, sagt Dan Burnham, Chef der Raytheon Corporation.
Während Anfang März alle Wirtschaftszeitungen ausführlich über den seit drei Jahren anhaltenden Abwärtstrend der Technologiebörse Nasdaq berichteten, konnten die US-Rüstungswerte eine stolze Bilanz vorlegen. Im März 2000, als der Nasdaq-Index sein Allzeithoch erreichte, betrug der Börsenwert von Lockheed, Northrop, Raytheaon und General Dynamics zusammen rund 23 Mrd. $, zurzeit sind es 60 Mrd. $.
Größter Lieferant des Pentagon ist Lockheed Martin, der alleine im vorigen Jahr einen Umsatz von 15 Mrd. $ verbuchen konnte. Das haben auch die Investoren honoriert und den Kurs in den letzten drei Jahren um 160 % nach oben geschraubt. HARALD WEISS

Zivile und militärische Forschungsausgaben
Die USA hängen Europa ab
In den USA gaben öffentliche Hand und Industrie im Jahr 2000 umgerechnet insgesamt 288 Mrd. ‰ an ziviler und militärischer FuE aus (EU: 164 Mrd. ‰). Gut 15 % entfielen davon auf die militärische Forschung. Mehr als in Europa investiert in den USA die öffentliche Hand in die Rüstung: Von ihren rd. 80 Mrd. ‰ FuE-Mitteln gingen gut 50 % in die Rüstung, in Europa sind das nur 15,5 %, in Deutschland 8,4 %. 2000 beliefen sich die militärischen FuE-Ausgaben der USA auf das fünffache der 15 EU-Länder. Schließlich hängen die USA Europa in der Forschung immer weiter ab: So wuchsen seit 1995 die FuE-Ausgaben in den USA durchschnittlich um 5,7 %, in der EU um 3,4 %, in Deutschland um 3,8 %. moc

Von Harald Weiss

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