Gesundheit

Deutsches Gesundheitswesen an der Schwelle zum IT-Zeitalter  

Im deutschen Gesundheitswesen entwickelt sich die Vernetzung von Kliniken allmählich zum Megathema. Auf Skepsis stößt die IT-Modernisierung dagegen bei niedergelassenen Ärzten. Vor allem die Kosten machen Sorgen.

Bereits zum zweiten Mal haben die Industrieverbände BDI, ZVEI und BITKOM zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation, dem Verband der Krankenhausdirektoren und dem Ärzteverband Hartmannbund diese Woche in Berlin die Studie „Monitoring eHealth Deutschland“ vorgelegt. Sie gilt als Stimmungsbarometer einer Branche, die zwar mit einem Fuß im IT-Zeitalter steht, den anderen aber bisher noch nicht so recht nachziehen will.

„Wir gehen davon aus, dass Kliniken durch Prozessoptimierung mittels Informations- und Kommunikationstechnik Einsparpotenziale von 30 % realisieren können“, sagte Dr. Franz Anton von Siemens, derzeit Vorsitzender des Fachverbands Elektromedizinische Technik im ZVEI.

Dass Krankenhäuser diese Potenziale zu erkennen beginnen, zeigt die Studie deutlich. Die Mehrheit der befragten Einrichtungen gab an, im Jahr 2007 ihre IT-Investitionen in praktisch allen Bereichen ausweiten zu wollen.

Spitzenreiter sind hier elektronische Patientenakten, in die vier von fünf Einrichtungen im Jahr 2007 mehr investieren wollen. Auch in die IT-Sicherheit, in Verfahren zur elektronischen Signatur von medizinischen Dokumenten, in die Netzinfrastruktur und in drahtlose Kommunikationsdienste will ein Großteil der Kliniken mehr Geld stecken.

Entscheidend ist für die Klinikbosse bei ihren Investitionen die Prozessoptimierung, die von rund der Hälfte der befragten Verwaltungschefs und IT-Leiter und sogar von drei Vierteln der befragten Klinikärzte als dringend oder sehr dringend eingestuft wird. Auch das IT-Outsourcing steht hoch auf der Agenda.

Klinikärzte stehen dem Thema IT-Modernisierung sehr viel positiver gegenüber als niedergelassene Ärzte. So schätzen 57 % der Klinikärzte den Nutzen der elektronischen Gesundheitskarte als hoch oder sehr hoch ein. Ganz anders bei niedergelassenen Ärzten: Nur 28 % geben der Karte gute Noten.

„Niedergelassene Ärzte fürchten vor allem die Kosten“, sagte Dr. Michael Vogt, Hauptgeschäftsführer des Hartmannbunds. Tatsächlich erwarten 36 % der niedergelassenen Ärzte durch die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte eine Verschlechterung der eigenen finanziellen Situation.

Insgesamt zeigt die Befragung deutlich: Wenn die elektronische Gesundheitskarte bei der Einführung elektronischer Rezepte hängen bleiben sollte, dann wird es schwer, die Ärzteschaft vom Nutzen zu überzeugen.

Dr. Frank Robert von Cisco Systems nannte noch einen anderen Grund, der für eine zügige Weiterentwicklung in Richtung vernetzter Speicherung medizinischer Daten spricht: Wenn Medizintelematik „made in Germany“ wirklich zu einem Exportschlager werden solle, dann müssten auch die Anwendungen entwickelt werden, für die das meiste Interesse bestehe. „Vernetzte Medizin bedeutet mehr als nur Chipkarten“, warnte Robert mit Nachdruck. PHILIPP GRÄTZEL VON GRÄTZ/ber

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