Gesundheit

Den Streß von der Seele joggen

Sporttreiben lohnt sich. Nicht aber selbst verordnete Quälerei, sondern die Lust an der Bewegung verspricht auch im Berufsleben erhöhte Kreativität und gesteigerten Tatendrang.

Der Prototyp des erfolgreichen Managers: strahlend blaue Augen, die von einem Siegerlächeln gewinnbringend betont werden, breite Schultern und eine stolze Brust, an der alltägliche Probleme nahezu unbemerkt abprallen sowie das dynamisch-federnde Auftreten dessen, der keinen Herausforderungen aus dem Wege geht. Die sonnengebräunte Haut verdankt er keinem Zehner-Abo, sondern den abenteuerlichen Segelausflügen rund um den Globus.
Abgesehen davon, daß ähnliche Klischees oft auch weiblichen Führungskräften anhaften, drängt sich zwangsläufig das imposante Bild eines sportlich gestählten Menschen auf. Geprägt von permanenter Schönheitspropaganda der Medien steht Sportlichkeit zunehmend als Sinnbild beruflichen Erfolges. Wer sich trimmt, erhofft sich dadurch häufig also nicht nur gesundheitlichen Nutzen.
„Sportlichkeit wird zum Symbol für berufliche Leistungsfähigkeit, Dynamik und Ausdauer“, weiß Gregor Hovemann, wissenschaftlicher Assistent am Institut für Sportsoziologie der Sporthochschule Köln zu berichten.
Wer sich aber die Mühe macht und weiter hinter die körpereigene Fassade schaut, wird erschöpfendere Informationen über seine Natur erhalten. Regelmäßige sportliche Betätigung hält nicht nur den Körper, sondern auch Seele und Geist in Form. „Fitness beschränkt sich insofern nicht auf den Muskelapparat oder das Herz-Kreislauf-System. Sporttreibende sind in der Regel kreativer und auch psychisch belastbarer“, erklärt Dr. Hans-Jürgen Tritschoks, der als Diplom-Sportlehrer und Mediziner an der Sporthochschule Köln tätig ist.
Wer sich körperlich abhärtet, ist also auch im Berufsleben resistenter gegen Streß, er gerät nicht so schnell in Rage. Wissenschaftlicher formuliert klingt das mit den Worten von Prof. Dr. med. Wildor Hollmann, Ehrenpräsident des Weltverbandes für Sportmedizin, so: „Gleich mehrere biochemische Wege konnten im Gehirn ermittelt werden, die Stimmungsverbesserung und positivere Einstellung zu Problemen des Lebens erklären. Bei sehr intensiven oder langandauernden körperlichen Beanspruchungen nimmt die Produktion der sogenannten Endorphine zu. Es handelt sich um morphiumähnliche Substanzen, die in grauer Vorzeit vermutlich den Zweck erfüllten, lebenswichtige Maximalbelastungen besser ertragen zu können.“
Muskelberge sind es demnach nicht, die für größere Vitalität sorgen. Die Ausdauer macht s. „Wer das Treppenhaus statt des Aufzuges benutzt oder sich den Spaziergang um den Block zur lieben Gewohnheit macht, hat bereits einen wichtigen Schritt getan“, erläutert Dr. Tritschoks. Die behutsame Steigerung der Belastungsintensität und des -umfanges führt zwangsläufig zu den erwünschten körperlichen Adaptionen. Wer sich nicht für den Langlauf geschaffen fühlt, dem bieten sich Alternativen. „Radfahren und Schwimmen belasten weit weniger den Bewegungsapparat. Für die Psyche ist wichtig: In der Gruppe fällt Sport leichter als im Alleingang,“ berichtet Dr. Hans-Jürgen Tritschoks, der Manager in Seminaren auf ihre Leistungsfähigkeit überprüft und ihnen bei der Zusammenstellung von Trainingsplänen hilft.
Ohne gesunde Ernährung und das richtige Körperbewußtsein verlieren aber auch intensive Leibesübungen an Wert. „Wir gehen leider immer mehr amerikanischen Verhältnissen entgegen. Jeder Meter wird mit dem Auto zurückgelegt und was das Essen angeht, ist Fast-Food schon seit Jahren groß im Rennen.“ Die unregelmäßige und hektische Nahrungsaufnahme ist, dank Zwischensnack und Geschäftsessen, besonders unter Managern weit verbreitet. Auf diese Weise werden durchschnittlich etwa ein Drittel überflüssiger Kalorien aufgenommen. Dr. Tritschoks: „Es geht nicht darum, aus den Deutschen ein Volk der Müsli-Esser zu machen.
Abwechslungsreiche Nahrung – Salat, Obst, Kartoffeln, Nudeln, Fisch, Gemüse und ab und zu auch Fleisch – bewirkt das meiste.“ Mehrere kleine Mahlzeiten am Tag bewirken mehr als ein üppiges Essen. Was vor erhöhten Fett- und Cholesterinwerten sowie Bluthochdruck schützt, hilft noch lange nicht bei Herz- und Kreislauferkrankungen oder Rückenschäden, den häufigsten Manager-Leiden. Hier kann die Maxime nur Bewegung heißen. Der Herzinfarkt, der einst als klassische Erkrankung gereifter Manager galt, hat längst auch junge Altersgruppen in breiter Front erfaßt. Nach Erkenntnissen der Weltgesundheitsorgansiation erleiden „körperlich inaktive Personen doppelt so häufig einen Herzinfarkt wie vergleichbare Personen mit einem aktiven Lebensstil“.

„Sport sollte zum Alltag gehören wie Zähneputzen“

Die Behauptung, Führungskräfte hätten keine Zeit, sich regelmäßig sportlicher Betätigung zu widmen, läßt Dr. Tritschoks nicht gelten: „Manager haben gelernt, ihren Tag zu organisieren. Da muß einfach auch Zeit für den Sport bleiben. Bestenfalls gehört er zum Tagesablauf wie das tägliche Zähneputzen.“ Der Bonner Internist Prof. Jürgen Homann meint, viele Manager hätten im Gegensatz zu Politikern aus bösen Erfahrungen ihre lehrreichen Konsequenzen gezogen: „Ich habe den Eindruck, daß Manager inzwischen besser mit ihrer Gesundheit umgehen. Sie haben das Bewußtsein entwickelt: Mein Körper ist mein Kapital. In ihren Verträgen ist oft festgehalten, wie oft sie sich dem Gesundheits-Check zu stellen haben – nach der Devise: Der Mann ist uns lieb und teuer .“
Beim Sprung in den Jungbrunnen helfen die Sportverbände der Städte und Kreise, Volkshochschulen oder aber spezielle Einrichtungen wie das Institut für Bewegung (IfB) in Frechen bei Köln.
Unter den Schützlingen von Geschäftsführer und Trainer Michael DeToia befinden sich auch viele Führungskräfte. „Die meisten von ihnen sind im mittleren Management beschäftigt, da sie als Zuarbeiter am intensivsten belastet sind“, charakterisiert DeToia seine Kundschaft. Die Hoffnung auf höhere Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden ist nicht immer das Leitmotiv für einen Besuch in Frechen. „Einige fürchten auch um ihren Arbeitsplatz. Wer sich heute krank meldet, kann morgen schon vor der Firmentüre stehen, befürchten viele.“ Dem gelben Zettel zuvorkommen, heißt also das Motiv.
Gleich, welche Sportart betrieben wird – sie sollte Spaß machen. Wer dreimal in der Woche lustlos joggt, wird die Laufschuhe bald an den Nagel hängen. Unter den Angeboten also das auswählen, was am vergnüglichsten ist. Man muß es ja nicht gleich wie SAP-Chef Hasso Plattner halten, der neben seiner Segelleidenschaft gerne reitet, surft und Golf spielt. Der gute alte Drahtesel tut s auch.
WOLFGANG SCHMITZ

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