Sicherheit

Den Ohren der US- Geheimdienste entgeht nichts

Die Amerikaner haben ein dichtes Netz von Abhörmöglichkeiten über die Erde geknüpft. Jetzt hilft es, die Anschuldigungen gegen den Irak zu belegen. Doch der 11. September 2001 hat gezeigt, dass selbst viele Informationen nicht zum richtigen Schluss führen.

Aufklärung und das Sammeln von Informationen sind im Irak-Konflikt nicht allein Grundlage der Vorwürfe der USA an den Irak. Sie sind auch Basis einer zukünftigen Kriegsführung, die sich mehr als bei vorhergehenden Konflikten auf intelligente Waffensysteme verlassen wird. Dazu verfügen die USA einerseits über eine Vielzahl von optischen, Infrarot- und Radarsatelliten (VDI nachrichten 7/03), andererseits über ein dichtes Netz an Abhöreinrichtungen.

Es ist kein Geheimnis, dass die USA, und vor allem ihr technischer Geheimdienst, die National Security Agency (NSA), ihre Lauscher an so gut wie allen Kommunikationskanälen dieser Erde haben – an zivilen wie militärischen. Wie immer wieder bei Anhörungen des US-Senats oder nach spektakulären Festnahmen bekannt wird, haben die amerikanischen Geheimdienste hervorragendes Material in Form abgehörter Telefongespräche oder abgefangener E-Mails oder Faxe.
Das war auch in den Monaten vor dem 11. September 2001 der Fall. Das beweist, dass die Information allein nicht ausreicht – wichtig ist die richtige Einschätzung der Mitschnitte und das Abgleichen mit ergänzenden Informationen.
Abgehört wird Kommunikation – sei es die über terrestrische Systeme oder die über Satelliten – unterschiedlich: Zwischen acht und zwölf geostationäre Satelliten, die über einem Landstrich „geparkt“ sind, soll die NSA einsetzen, um Sender am Boden aufzustöbern und z. T. auch abzuhören. Auch Kommunikationssatelliten lassen sich so abhören. Abhörsatelliten können aber auch Telemetriedaten von Raketentests einfangen.
Je nach Bedarf können diese Satelliten auf ihren Umlaufbahnen verschoben werden. Ihre Antennen sollen Durchmesser von bis zu 100 m haben.
Auch Flugzeuge werden eingesetzt. Die wichtigste Plattform für die Geheimdienste im Irak-Konflikt ist eine Boeing 707 der amerikanischen Luftwaffe. Das Spionageflugzeug ist vollgepackt mit Antennen, die auf dem täglichen, etwa zehnstündigen Rundflug von Saudi Arabien aus über den Südirak die Telekommunikation des Bagdader Diktators einfangen sollen. Die Maschine, an deren Bord immer ein arabischer Linguist ist, kann dem US-Geheimdienstexperten Jeff Richelson vom National Security Archives zufolge Funksignale bis zu 400 km von ihrem Ursprungsort entfernt aufzeichnen und eine Standortbestimmung des Senders auf bis zu drei Seemeilen genau vornehmen.
Dazu kommen hoch fliegende Spionageflugzeuge und Unterseeboote, die die Datenkabel unter Wasser abzapfen.
Die meisten Informationen werden jedoch von Abhörsystemen am Boden eingefangen, sei es mit riesigen Antennenschüsseln, sei es von mobilen Abhörsystemen.Kern des weltweiten US-Abhörsystems ist nach wie vor Echelon. Die lange Zeit geheim gehaltene und 1996 enthüllte Existenz dieses weltweiten Abhörnetzwerks hat das Europa-Parlament nach Einsetzung eines Untersuchungsausschusses wenige Tage vor dem 11. September 2001 offiziell bestätigt. Dabei wurde den Amerikanern immer wieder der Vorwurf gemacht, sie nutzten Echelon auch zur Wirtschaftsspionage gegen befreundete Nationen.
Nach einer vom EU-Parlament in Auftrag gegebenen Studie verlassen sich die Echelon-Partner USA , Großbritannien, Australien, Kanada und Neuseeland nicht nur auf Dutzende von Abhöranlagen am Boden, sondern auch auf gut 120 Abhörsatelliten im All. Echelon soll so in der Lage sein, rund um die Uhr pro Minute 3 Mio. elektronische Botschaften zu prozessieren. Die Empfangs- und Abhörstationen sind über die ganze Welt verstreut, eine der größten, Mentwith Hill, liegt in Großbritannien, eine andere, Bad Aibling, in Deutschland.
Am einfachsten geht das Abhören bei den im All schwebenden Kommunikationszentralen der Intelsat-Reihe. Ihre Signale landen direkt in den Schüsseln der gut gestreuten Echelon-Bodenstationen.
Die so gesammelten Daten gehen dann an Auswertungscomputer, „dictionaries“ genannt, die die Kommunikation auf bestimmte Stichworte hin durchsuchen. Eine zweite Gattung von Computern, auf Spracherkennung zugeschnitten, untersucht die abgefangenen Gespräche auf bekannte Stimme, sprich Teilnehmer hin.
STEFAN KREMPL/moc

Dem Terror auf der Spur
Satelliten spielen eine wesentliche Rolle beim Sammeln von Informationen. Die USA verfügen über eine Reihe von geostationären Satelliten (36 000 km Umlaufbahn) der Chalet oder Magnum-Klasse (auch Vortex, neuerdings Mercury genannt). Dazu kommen niedrig fliegende Satelliten, einige davon auf einer stark elliptischen Umlaufbahn wie die der Trumpet-Klasse, die vor allem auf Handytelefonate ausgerichtet sein sollen. Viel ist über diese Satelliten nicht bekannt, immer wieder werden ihre Bezeichnungen geändert. 1998 explodierte ein 800 Mio. Dollar teurer Mercury-Satellit beim Start auf einer Titan-Rakete. Er sollte u. a. die Telefonate von Osama bin Laden abhören. moc/sk

 

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