Umgang mit Kollegen 22.08.2016, 09:45 Uhr

Das sind die schlimmsten Fettnäpfchen im Berufsalltag

Sie sind fachlich ein Top-Ingenieur – und doch lauern im Berufsalltag viele Fettnäpfchen. Sie engagieren sich für eine Sache – und Kollegen fühlen sich bloßgestellt. Sie arbeiten gerne schnell – und das sieht man Ihren Mails auch an. Weihnachtsfeiern meiden Sie – und schließen sich damit selbst aus. Wir haben die schlimmsten Fettnäpfchen für Sie zusammengestellt.

Teamarbeit am Gerüst: Jeder macht sein Ding. Und doch ist gegenseitiges Vertrauen und ein respektvoller Umgang miteinander die Voraussetzung dafür, dass am Ende etwas Gutes herauskommt.

Teamarbeit am Gerüst: Jeder macht sein Ding. Und doch ist gegenseitiges Vertrauen und ein respektvoller Umgang miteinander die Voraussetzung dafür, dass am Ende etwas Gutes herauskommt.

Foto: Boris Roessler/dpa

Ob es im Job gut läuft, hängt auch davon ab, was die Kollegen von einem halten. Sind Sie ein angenehmer Zeitgenosse, den man gerne in seiner Nähe hat? Oder geht man Ihnen lieber aus dem Weg? Wir zeigen Ihnen, wie Sie auf der Karriereleiter weiterkommen und die schlimmsten Fettnäpfchen umgehen können.

1. Schlecht riechen

Ein respektvoller Umgang mit Kollegen fängt schon zuhause mit der Körperpflege an.  Man sollte Sie gut riechen können, wenn Sie im Büro ankommen. Sorgen Sie dafür, dass Sie weder eine Schweiß- noch eine Knoblauchwolke umgibt. Dusche, frisch gewaschene Kleidung und Zahnreinigung sind ein Muss. Eigentlich ist das doch sowieso klar. Ein dezenter Parfüm- oder Rasierwasserduft ist eine schöne Ergänzung.

Aber achten Sie darauf, dass es sich nicht um eine billige Überdosis handelt. Auch das hält die Kollegen auf Abstand. Gerüche gelangen als einzige Sinneseindrücke direkt und ungefiltert ins Unbewusste. Auch beim Chef. Und wenn der Sie nicht riechen kann, steht es schlecht um die Karriere. Deshalb am besten auch während des Arbeitstages zwischendurch mit einem Kaugummi den Atem auffrischen.

2. Noch nie von Knigge gehört

Je höher es auf der Karriereleiter geht, desto mehr ist gutes Benehmen gefragt. Wer im Büro wild durch die Gegend niest, statt dezent in den Hemdsärmel, wer nur einen begrenzten Wortschatz besitzt, der zudem der Jugendsprache entstammt (cool, chillig, mega), keine Tischmanieren hat – der kommt erst gar nicht ins Rennen, wenn es darum geht, eine Führungsposition neu zu besetzen. 

Das Cover des Buches

Das Cover des Buches „Über den Umgang mit Menschen“ von Adolph Freiherr von Knigge: Der Ratgeber für menschliches Verhalten ist neu verlegt worden und hat in vielerlei Hinsicht noch heute Gültigkeit. 

Foto: Insel Verlag Berlin

Knigge-Benimmregeln gibt es übrigens auch für Mails. Falsche oder flapsige Anreden, Rechtschreibfehler – viele Empfänger fühlen sich dadurch belästigt oder nicht entsprechend respektiert. Auch in diese Falle sollten Sie nicht hineintappen.

3. Schaukampf

Tragen Sie Meinungsverschiedenheiten mit einem Kollegen nicht im Beisein anderer aus. Das gilt ganz besonders für eine Unterredung mit Ihrem Chef. Egal, ob Sie in dem Rededuell brillieren oder nicht: Der Gesichtsverlust des Anderen wird Sie verfolgen. Er wird versuchen, Sie bei nächster Gelegenheit bloßzustellen.

Besonders Chefs sind empfindlich, wenn es um ihr Ansehen geht – und holen womöglich zu einem vernichtenden Gegenschlag aus. Vier-Augen-Gespräche hinter verschlossenen Türen sind die bessere Lösung. Wenn Sie also eine abweichende Meinung haben oder Kritik üben wollen, machen Sie keinen Schaukampf daraus.

4. Aufplustern wie ein Pfau

Sie sind unzufrieden in Ihrem Job und drohen mit Kündigung, haben es aber noch nie mit einem konstruktiven Gespräch bei Ihrem Arbeitgeber versucht? Es ist sehr unklug, sich einfach nur aufzuplustern wie ein Pfau. Wie soll sich denn an Ihrer Arbeit etwas verändern, wenn Sie nicht an der richtigen Stelle, behutsam und wohlüberlegt Vorschläge machen?

Sollten Sie tatsächlich schon eine schriftliche Kündigung abgegeben haben, dann bleiben Sie bitte bei dieser Entscheidung. Auch wenn Sie danach ein lukratives Angebot von Ihrem Chef bekommen, damit Sie der Firma erhalten bleiben. Denn: Vergessen wird er Ihre Kündigung nicht. Und sobald sich ein guter Ersatz für Sie findet, sind Sie es vermutlich, dem gekündigt wird.

4. Drückebergerei

Sie denken, Ihr Arbeitsplatz ist sicher und richten es sich gemütlich ein. Mehrarbeit lehnen Sie grundsätzlich ab. Egal, ob es sich um einen kurzfristigen Einsatz handelt, weil ein Kollege erkrankt ist, oder eine Weiterbildung: Wer nicht zumindest ein bisschen guten Willen und Engagement zeigt, der wird in seinem Job nicht weiterkommen.

Sie müssen nicht eine Überstunde nach der anderen leisten – aber wenn Ihre Mithilfe dringend benötigt wird, sollten Sie einspringen. Wer immer nur abwinkt und Mehrarbeit den Kollegen überlässt, fällt negativ auf. Das heißt nicht, dass Sie stets zur Stelle sind und alles bei Ihnen abgeladen wird. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt.

Sie müssen nicht eine Überstunde nach der anderen leisten – aber wenn Ihre Mithilfe dringend benötigt wird, sollten Sie einspringen. Wer immer nur abwinkt und Mehrarbeit den Kollegen überlässt, fällt negativ auf. Das heißt nicht, dass Sie stets zur Stelle sind und alles bei Ihnen abgeladen wird. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt.

Foto: Oliver Berg/dpa

Der nächste Stellenabbau kommt bestimmt – und Sie geben selbst die Vorlage, warum man mit Ihnen schon mal anfangen kann. Umgekehrt gehen Ihnen bei der Suche nach einer neuen Anstellung schnell die Argumente aus, was Sie für den Job besonders qualifiziert.

Sorgen Sie also vor. Verlassen Sie Ihre Komfortzone. Heutzutage müssen Sie immer mit beruflichen Umbrüchen rechnen. Am besten Sie führen diese selbst herbei. Setzen Sie sich Ziele. Wo wollen Sie in fünf Jahren sein? In einer anderen Abteilung, in einer anderen Position, eingebunden in ein größeres Projekt?

Achten Sie darauf, dass Sie den Anschluss nicht verpassen. Jobs für qualifizierte Fachkräfte gibt es in der nächsten Zeit genug. Aber Drückeberger sind weder bei Kollegen, noch Vorgesetzten beliebt.

5. Kontaktscheu

Im Job sind einsame Cowboys nicht gefragt. Wer zurückgezogen in seinem Büro vor sich hin wurstelt, bekommt so manches nicht mit, was sich im Haus anbahnt. Sei es positiver Natur – ein neuer großer Auftrag konnte gewonnen werden – oder negativ, wie die Auflösung der eigenen Abteilung.

Sie mögen keine Weihnachtsfeiern und sonstige Aktivitäten mit Kollegen: Schließen Sie sich nicht durchweg selbst aus, sonst werden Sie auch bei der Arbeit zum Außenseiter.

Sie mögen keine Weihnachtsfeiern und sonstige Aktivitäten mit Kollegen: Schließen Sie sich nicht durchweg selbst aus, sonst werden Sie auch bei der Arbeit zum Außenseiter.

Foto: Jens Kalaene/dpa

„Das traf mich völlig unvorbereitet“ ist keine gute Basis für einen Neuanfang. Und wer im Team arbeitet, der sollte auch an Geburtstags-, Weihnachts- und Betriebsfeiern zumindest Präsenz zeigen. Sie müssen nicht der Letzte sein, der nach Hause geht. Aber ein Treffen mit Kollegen ist immer gut für die Zusammenarbeit und die Stimmung am Arbeitsplatz.

6. Geschwätzigkeit

Das Gegenteil vom einsamen Cowboy ist die Plaudertasche. Auch sie bewegt sich im Job auf dünnem Eis. Was einmal raus ist, ist raus. „Das hätte ich wohl besser nicht gesagt!“ –  Diese Erkenntnis kommt schlichtweg zu spät. Zwar sind Plaudertaschen besser vernetzt als einsame Cowboys, doch schon nur ein unbedachter, falscher Satz kann zum Abbruch der Beziehungen führen – zum Beispiel, wenn die heimliche Schwangerschaft der Kollegin beim Flurfunk auf einmal das Thema ist. Und nur Sie von Ihr darüber im Vertrauen unterrichtet wurden.

Beißen Sie sich lieber die Zunge ab, bevor so etwas passiert. Denn das nächste Flurfunk-Gespräch werden Sie und Ihr Verrat sein. Und noch was: Niemals verziehen wird Ihnen, wenn Sie per Mail etwas ausplaudern. Die Gefahr damit aufzufliegen  ist zudem ungleich größer: Sie sind nicht nur als eindeutiger Absender zu erkennen, sondern die Mail kann schnell aus Versehen auch an die falschen Leute geschickt werden.

7. Illoyalität

Ein Projekt läuft nicht so gut und Sie werden zum obersten Chef gebeten. Dieser will von Ihnen wissen, was ihr direkter Vorgesetzter falsch gemacht hat. Auch wenn Sie sich geschmeichelt fühlen: Halten Sie Ihren Kollegen und Ihrem direkten Vorgesetzten die Stange. Seien Sie loyal. Schieben Sie niemandem die Schuld zu.

Seien Sie in Gesprächen loyal. Und plaudern Sie keine Geheimnisse aus, die man Ihnen im sehr persönlichen Gespräch verraten hat.

Seien Sie in Gesprächen loyal. Und plaudern Sie keine Geheimnisse aus, die man Ihnen im sehr persönlichen Gespräch verraten hat.

Foto: Intel

Letztlich wird das auch die Firmenspitze zu würdigen wissen. Sie können sachlich über die Probleme berichten – die ohnehin schon bekannt sind. Vielleicht haben Sie auch eine Idee, was man nun tun könnte, um sie gemeinsam aus der Welt zu schaffen. Aber sparen Sie sich Kritik an der Projektleitung. Weniger ist hier mehr, macht sie sympathisch und zeugt von sozialer Kompetenz.

8. Ja und Amen

Sie sollen nicht am Stuhl ihres Vorgesetzten sägen. Aber das heißt nicht, dass Sie alles kommentarlos abnicken, was er an Sie heran trägt. Ewige „Ja-Sager“ sind zwar zunächst einmal bequeme Mitarbeiter, aber Sie bringen dem Unternehmen nicht zwingend Erfolg ein.

Das wissen auch die Chefs. Ideen abseits der Routine bringen bisweilen mehr als ein williges Kopfnicken. Dabei gilt auch hier: Die Eigeninitiative muss diplomatisch verpackt sein und zunächst ohne Publikum vorgetragen werden: „Vielleicht können wir da ja gleich in Ihrem Büro mal in Ruhe drüber sprechen?“

Das Alles ist ganz schön viel von Ihnen verlangt? Wie Sie sich vor Stress und Burnout schützen. können Sie hier nachlesen. Und wenn Sie Fragen zu Beruf und Karriere haben, dann finden Sie hier das Karriereforum des renommierten Beraters Heiko Mell.

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