Bürogeräusche vermeiden 21.10.2013, 14:14 Uhr

Computerprogramm unterstützt die Planung ruhigerer Büroräume

In vielen Büros ist es zu laut. Eine neue Software soll dabei helfen, Büroräume leiser zu gestalten und so auch den Stress zu vermindern, den die Geräusche verursachen. Mit dem Programm „Auralisation von Büroräumen“ werden neue Büroräume schon bei der Planung nicht nur optisch, sondern auch akustisch begehbar.

Großraumbüro der Buchungsagentur TopTicketLine in Parchim bei Schwerin: Lärm, wenig Privatsphäre, Stress. Mit einer neuen Software können Planer die Lärmbelastung eines Arbeitsplatzes schon im Vorfeld klären und den Raum entsprechend umplanen.

Großraumbüro der Buchungsagentur TopTicketLine in Parchim bei Schwerin: Lärm, wenig Privatsphäre, Stress. Mit einer neuen Software können Planer die Lärmbelastung eines Arbeitsplatzes schon im Vorfeld klären und den Raum entsprechend umplanen.

Foto: Jens Büttner/dpa

Der Kopierer rattert, ein Telefon klingelt, Kollegen unterhalten sich – in den meisten Büros begleitet eine ständige Geräuschkulisse die Arbeit. Sie wird häufig als störend empfunden, stresst und schwächt die Konzentration. Wie viele Störgeräusche es am Arbeitsplatz oder wie es klingt, wenn jemand durch das geplante Büro geht, zeigt jetzt eine neue Software: „Auralisation von Büroräumen“, eine kostenlose Software des Instituts für Rundfunktechnik in Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Baua), soll Architekten, Bauherren und Chefs helfen, geräuscharm zu planen. Gleichzeitig soll das Programm den Planern aber auch bewusst machen, wie wichtig es ist, darauf zu achten.

Höreindruck am Arbeitsplatz wird simuliert

Auralisation bedeutet „Hörbarmachung“ – und genau das macht das Programm. Es simuliert verschiedene Situationen aus dem Büroalltag und lässt die Anwender sie akustisch erleben. So gibt die Software verschiedene Hörbeispiele für die Planung von Einzel-, Drei-Personen- und Großraum-Büros. Mithilfe verschiedener Geräusche aus dem Büroalltag, wie die von Bürogeräten, Telefongesprächen oder Schritten wird der Höreindruck am späteren Arbeitsplatz akustisch vorgeführt. Dabei wird auch die Wirkung von Schallschutzmaßnahmen hörbar gemacht. Per Knopfdruck können Planer die einzelnen Möglichkeiten direkt vergleichen, mit Ohren und Augen gleichzeitig.

Virtuelles Büro: Die Software ermöglicht, das Büro mit Lärmquellen zu versehen, und bietet einen echten Höreindruck jedes Arbeitsplatzes. Zudem können mittels Software Decken abgehängt oder Lärmschutzwände eingefügt und deren Wirkung akustisch überprüft werden.

Virtuelles Büro: Die Software ermöglicht, das Büro mit Lärmquellen zu versehen, und bietet einen echten Höreindruck jedes Arbeitsplatzes. Zudem können mittels Software Decken abgehängt oder Lärmschutzwände eingefügt und deren Wirkung akustisch überprüft werden.

Quelle: IfR

Die Beispiele zum Großraumbüro zeigen akustische Gestaltungsmöglichkeiten bei thermisch genutzter Deckenfläche. Sie demonstrieren auch, welchen Einfluss die Anordnung der Arbeitsplätze auf die Lautstärke im Raum hat, oder wie verschiedene Glasabtrennungen und Möbel wirken. Daneben wird die Wirkung von Büromöbeln vorgeführt, die Schall absorbieren.

Wirkung von Schallschutz wird vorgeführt

Am Einzelbüro lassen sich verschiedene Möglichkeiten des Schallschutzes vor den Geräuschen aus den Nachbarräumen oder vor dem Verkehrslärm von draußen testen. Den Einfluss der raumakustischen Absorption, der Anordnung der Arbeitsplätze und die Wirkung von Schallschutzblenden führt die Software am Beispiel des Drei-Personen-Büros vor.

Schematische Darstellung eines Großraumbüros, der Arbeitsplätze und Lärmquellen.

Schematische Darstellung eines Großraumbüros, der Arbeitsplätze und Lärmquellen.

Quelle: IfR

Die Software „Auralisation von Büroräumen“ wurde von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und dem Institut für Rundfunktechnik (IRT) entwickelt. Sie wendet sich an Architekten, Bauingenieure, Bauherren und Planer und Betreiber von Büroräumen. Das Programm kann kostenlos auf den Seiten des Instituts für Rundfunktechnik heruntergeladen werden.

 

Ein Beitrag von:

  • Andrea Ziech

    Redakteurin Andrea Ziech schreibt über Rekorde und Techniknews. Darüber hinaus ist sie als Kommunikationsexpertin tätig.

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