Sicherheit

Computer hilft vor Ort

VDI nachrichten, Düsseldorf, 8. 10. 04 -Wirklich mobile, tragbare Computer für Anwendungen im Wartungsdienst oder Katastrophenschutz entwickelt seit dem Sommer ein engagiertes EU-Forschungsprojekt.

Computer in der Kleidung, Displays in der Brille, sprachgesteuerte Systeme – dem Bedürfnis nach ortsungebundener, jederzeit verfügbarer Information und Kommunikation kommt das so genannte „Wearable Computing“ entgegen. Das EU-Projekt „wear- IT@Work“ entwickelt dazu tragbare Computertechnik für den Einsatz in der Auto- und Flugzeugindustrie sowie bei Katastropheneinsätzen und im Gesundheitsdienst. In diesem derzeit weltweit größten Forschungsprojekt entwickelt und erprobt seit Mitte 2004 ein europäisches Konsortium mobile Lösungen für den Arbeitsplatz der Zukunft. Mit einer Laufzeit von viereinhalb Jahren verfügt das europäische Großprojekt unter Leitung des Technologie-Zentrums Informatik (TZI) der Universität Bremen über ein Finanzvolumen von 24 Mio. €.
Zu den 36 Partnern aus Forschung und Wirtschaft gehören die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich und das Fraunhofer-Institut für angewandte Informationstechnik (FIT) sowie die Unternehmen EADS, Hewlett Packard, Microsoft, SAP, Siemens, Skoda, Thales und Zeiss. Ausgehend von vier unterschiedlichen Anwendungsszenarien behandelt das Projekt Hardware- und Software-Aspekte, Bekleidungstechnik und Design und berücksichtigt auch wirtschaftliche und soziale Faktoren. Die Szenarien konzentrieren sich auf die Unterstützung mobiler Tätigkeiten bei der Autoproduktion, der Flugzeugwartung, dem Katastropheneinsatz und im Krankenhaus. „Für alle Szenarien setzen wir eine gemeinsame Plattform und Software ein, die Ein- und Ausgabemedien werden jedoch individuell auf die Anforderungen zugeschnitten“, erklärt der technische Projektleiter Michael Lawo, Professor am Bremer TZI. „Wir wollen hierbei die Nutzerakzeptanz verschiedener Eingabemedien wie Brille oder Einhandtastatur in den unterschiedlichen Arbeitssituationen testen.“
So wollen die Entwickler rund um den französischen Konzern Thales Einsatztrupps der Pariser Feuerwehr mit den Wearables ausstatten. Die Feuerwehrleute tragen Sensoren, die Körperfunktionen wie Puls und Blutdruck überwachen. Denn Feuerwehrleute sterben weniger häufig durch äußere Einflüsse, sondern eher aufgrund der extremen Stresssituation ihres Einsatzes an den Folgen einer Selbstüberschätzung. Der den Einsatz des Angriffsteams leitende und am Rande des Geschehens befindliche Ingenieur soll durch das System in seiner Überwachungs- und Steuerungsfunktion unterstützt werden. Dieses System ist ein als Gürtel gestalteter Rechner. Über ihn können die Signale der Körpersensoren seines Angriffsteams überwacht und ausgewertet werden. Die Ergebnisse werden ihm auf seinem Head-mounted Display angezeigt, wie auch die Bilder der an seinem Helm montierten Infrarotkamera, mit deren Hilfe er das Angriffsteam auch in stark verrauchten Räumen orten und steuern können soll. Eine Tonverbindung zu den Mitgliedern des Angriffsteams macht wegen der extremen Umgebungsbedingungen und der zu tragenden Atemmasken keinen Sinn. Hier soll der Einsatz von Vibrationssensoren zur Beeinflussung der Handlungsweisen untersucht werden.
Projektleiter Lawo: „In eineinhalb Jahren wollen wir die ersten Prototypen haben. Ende 2008 soll ein ausgereifter Prototyp zur Verfügung stehen.“ Wichtig ist ihm, den Nutzer nicht mit Informationen zu überfrachten. Ziel des Projekts ist es, die für die Arbeit notwendigen Informationen zielgerichtet in den Arbeitsprozess zu geben, und den Rechner, wenn überhaupt, über spezielle in die Arbeitskleidung, z. B. den Arbeitshandschuh, integrierte Sensoren zu steuern. Die Hände werden zur Ausführung der eigentlichen Arbeit und nicht zur Bedienung des Rechners benötigt. Der Computer soll möglichst selbstständig den Arbeitszusammenhang erkennen, um die „richtigen Informationen zum richtigen Zeitpunkt“ anzubieten. Lawo: „Letztlich ist die Nutzerakzeptanz das A und O des Projekts.“
In einem weiteren Szenario will der Airbus-Hersteller EADS dem Wartungstechniker die passenden Informationen zur richtigen Zeit am richtigen Ort zur Verfügung stellen. Will dieser etwa eine Turbine warten, identifiziert er diese gegenüber dem Wartungsrechner mittels eines an der Turbine befindlichen RFID-Chips. Bislang arbeitete ein Wartungstechniker eine Checkliste auf einem PDA oder Tablet-PC ab. Nun erkennt der Rechner selbst, an welcher Stelle welche Inspektionsschritte nötig sind und versorgt den Techniker mit den nötigen Informationen, der sie mittels eines Head-Displays vor sich sehen kann. Per Handbewegung soll er in den Daten navigieren können. EADS will damit die Kompetenzen der Wartungstechniker erhöhen und ihnen das Gefühl nehmen, „in den Problemen verloren zu gehen“. Ein ähnliches Szenario wie EADS verfolgt Autobauer Skoda für die Automobilproduktion.
Arbeiter und Manger sollen mit Hilfe mobiler Geräte produktionsprozessbezogene Informationen jederzeit vor Ort einsehen können. Für eine zukünftige internationale Standardisierung wollen die Forscher und Entwickler im Rahmen des Projektes eine Open Wearable Computing Group (OWCG) gründen, in der Standards für Hardware und Software entwickelt werden sollen.
C. SCHULZKI-HADDOUTI

www.wearitatwork.com
www.wearable-electronics.de

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