Gesundheit

BSE: Kein Bluttest in Sicht

Kein Test ist bombensicher und der Weg zum ersten Bluttest ist weiter als bislang geglaubt.

Letztes Jahr kurz vor Weihnachten: Deutschland hatte seinen zweiten BSE-Fall und viele Verbraucher stellten sich die Frage, ob der Rinderbraten an den Feiertagen womöglich mehr Last als Lust bringt. Da trat das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim Vetmedica (BIV) vor die Fernsehkameras und kündigte für diesen Sommer den weltweit ersten Bluttest für BSE an. Mit diesem Verfahren könne dann frühzeitig am lebenden Tier festgestellt werden, ob das Rind infiziert ist oder nicht.
Ergebnis: Fehlanzeige. Vergangene Woche nahmen Vertreter des Unternehmens vor der Wissenschaftspressekonferenz in Bonn die vollmundige Ankündigung zurück. „Wir stecken mit dem Test noch mitten in der Entwicklung“, gestand BIV-Experte Dr. Matthias Giese ein. Bis der Test auf den Markt kommt, dauere es noch mindestens eineinhalb bis zwei Jahre – vorausgesetzt, er erweist sich als praktikabel für die Labors.
Die Boehringer-Forscher stehen vor den selben Problemen wie andere Test-Entwickler auch: Keine Methode – ob Schnelltest oder Bluttest – wurde für ein Massenscreening entwickelt. Wer hat denn auch noch vor wenigen Monaten damit gerechnet, dass in der EU bald alle Schlachtrinder älter als 30 Monate auf BSE untersucht werden müssen? Praktikable Tests müssen also nicht nur sicher, sondern vor allem leicht zu handhaben und automatisierbar sein.
Das Prinzip des BIV-Bluttests ist neu. Die Wissenschaftler von Vetmedica entdeckten, dass im Blut infizierter Rinder eine weitaus größere Menge an normalem, nicht infektiösem Prionprotein enthalten ist als im Blut gesunder Rinder und dass dieses Eiweiß an weiße Blutkörperchen gebunden wird. Der Grund für diese plötzliche Vermehrung ist unbekannt. Ungeklärt ist bisher auch, in welchem Stadium der Infektion diese schlagartige Vermehrung stattfindet. Bisher wurde der Test nur an klinisch bereits erkrankten Tieren aus Irland erprobt.
In Deutschland sind mittlerweile rund 85 Labors für BSE-Tests zugelassen, die im Massenscreening von Schlachtrindern ein Geschäft wittern. Die Zulassung allerdings ist keine Garantie für richtiges Arbeiten – in jüngster Zeit schreckten Meldungen über falsche Testergebnisse die Öffentlichkeit. „Kein Test ist völlig sicher“, weiß Prof. Thomas Mettenleiter, Präsident der Bundesforschungsanstalten für Viruskrankheiten der Tiere mit Sitz auf der Ostseeinsel Riems, „die Resultate aus zwei Labors können ganz unterschiedlich ausfallen.“ Mettenleitner plädiert daher mit Nachdruck für eine europaweite Qualitätsprüfung der Laboratorien. Noch in diesem Frühjahr will die EU einen Ringversuch starten, bei dem sie die BSE-Tester selbst unter die Lupe nehmen will.
Der vielen Rätsel um BSE und Creutzfeldt-Jakob bringt so manchen auf außergewöhnliche Ideen. Schweizer Tierärzte um Prof. Ueli Braun von der Universität Zürich untersuchen auffällige Kühe mit einem „BSE-Check“ direkt vor Ort im Stall. Bekannt ist, dass zu den frühen Symptomen von BSE eine stark erhöhte Tastempfindlichkeit und Schreckhaftigkeit gehören. Also prüfen die Schweizer die Empfindlichkeit und Bewegungsabläufe von verdächtigen Tieren, indem sie sie an unterschiedlichen Stellen betasten, Scheinwerfern oder Blitzlicht aussetzen, ihre Lärmempfindlichkeit prüfen und ihre Fähigkeit, kleine Hindernisse zu überwinden. Fazit: BSE-infizierte Tiere reagieren um ein Vielfaches schreckhafter und heftiger und scheuen selbst vor kleinsten Hindernissen. „Die Methode gibt also Aufschluss darüber, in welcher Richtung man bei auffälligen Tieren weiter untersuchen muss“, resümiert Brauns Mitarbeiter Bodo Heusmann. Dieser Check wäre auch für Deutschland hilfreich, meint Dr. Karlheinz Simon, Präsident des Bundesverbandes Praktischer Tierärzte, damit der „Unsinn des Totschlagens aufhört“. cf

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