Gesundheit

Biochips unterstützen Ärzte bei Diagnose und Therapie

Mit einem neuartigen Analysesystem auf Basis optischer Biosensoren will Infineon mit einem US-Partner die Medikamentenentwicklung um ein bis zwei Jahre beschleunigen.

Wir gehen davon aus, dass neue Forschungsmethoden, wie sie unser Flow-Thru-Chip-System ermöglicht, die Arbeit in Pharmalabors in einem ähnlichen Maß verändern werden wie der PC vor zwei Jahrzehnten die Computerlandschaft: Alles wird kleiner, schneller, kostengünstiger“, erläuterte Thomas Klaue, Leiter des Business Development und verantwortlich für die Biochip-Aktivitäten von Infineon, anlässlich der Vorstellung des jüngsten Biochips des Münchener Chipherstellers.
Mit dem optischen „Flow-Thru-Chip“ und einem dazu passenden Analysesystem wollen die Münchener die Entwicklung und Zulassung neuer Arzneimittel revolutionieren. Klaue: „Derzeit dauern die Entwicklung und der Test eines neuen Arzneimittels 12 bis 15 Jahre.“ Mit dem neuen Analysesystem, das gleichzeitig 400 Gene gegen einen Wirkstoff testen kann, soll diese Zeit um ein bis zwei Jahre verkürzt werden. Das bedeutet für Patienten deutlich erhöhte Heilungschancen, bringt aber den Pharmaunternehmen auch Mehrumsätze von bis zu 500 Mio. µ dank der früheren Markteinführung.
Insgesamt soll der Markt für Biochips von 500 Mio. Dollar im Jahr 2000 auf 5,2 Mrd. Dollar in 2010 anwachsen, sich also binnen zehn Jahren verzehnfachen. Alleine Infineon will mit drei Entwicklungen an diesem Markt partizipieren: Der Flow-Thru-Chip steht unmittelbar vor der Markteinführung, ein elektronischer Biochip wird in ca. zwei bis drei Jahren kommerziell verfügbar sein und der „Neuro-Chip“ steckt bereits in der klinischen Forschung.
Neben dem Flow-Thru-Chip wird die gesamte Bandbreite neuer Analysemethoden auf der Messe Bioanalytica zu sehen sein, die vom 1. bis 4. April in der neuen Messe München stattfindet. Vorgestellt werden etwa Neuentwicklungen wie ein „mitdenkender“ Biochip oder eine effizientere DNA- und Protein-Analytik, neuartige Beschichtungen von Implantaten oder „lebende“ Arzneimittel. Der Trend zur Integration mehrerer Analyseschritte, zur Automatisierung und Miniaturisierung setzt sich nach Angaben der Messe München dabei weiter fort. Unter dem Einfluss einer verhaltenen Inlandsnachfrage gingen aber auch viele Hersteller dazu über, ihre Paketlösungen aufzuschnüren und Module separat anzubieten.
Für Infineon sind die Biochip-Aktivitäten eine Möglichkeit, Halbleitertechnologien in Bereiche zu bringen, in denen diese bisher nicht eingesetzt wurden. Bereits in ein bis zwei Jahren sollen diese Chips in Millionenstückzahlen verkauft werden. jdb

Von Jens D. Billerbeck

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