Gesundheit

Arztgutachten per Telemedizin retet Leben  

VDI nachrichten, Regensburg, 11. 11. 05 – Bei einem Schlaganfall zählt nicht nur jede Minute, sondern auch ärztliche Expertise. Die kommt in Bayern nun, dank Telemedizin, auch in kleinere Kliniken.

Ein Schlaganfall kommt meist wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Plötzlich treten massive Probleme beim Sprechen oder Sehen sowie Lähmungen auf, die nur eine Körperhälfte betreffen. Jährlich trifft hierzulande etwa 200 000 Menschen der Schlag.

Ursache für den Hirninfarkt ist oft ein Blutpfropf, der ins Gehirn gelangt und dort Gefäße verstopft, die für die Sauerstoffversorgung der Nervenzellen unentbehrlich sind. Eine vollständige Blockade ist für die energiehungrigen Neuronen bereits nach 10 min tödlich. Dann ist das betroffene Hirngewebe unwiderruflich verloren. Auch eine geplatzte Hirnader kann dies bewirken. Das Blut erreicht dann bestimmte Hirnregionen nicht mehr. Es versickert und verursacht zusätzliche Schäden.

In beiden Fällen ist rasche und richtige Versorgung überlebenswichtig: So lässt sich die Sterblichkeit um 30 % senken. Kompetente Hilfe verhindert auch schwere Behinderungen nach dem Schlag. Die erforderlichen umfassenden Leistungen können jedoch nur Kliniken mit Schlaganfallzentren oder „Stroke Units“ anbieten. 80 % der Patienten werden aber nicht in solchen Einrichtungen versorgt, auch weil diese nicht immer in Reichweite liegen.

Dass eine qualifizierte Versorgung auch in der Provinz möglich ist, beweist „Tempis“. Das Kürzel steht für Telemedizinisches Pilotprojekt zur integrierten Schlaganfallversorgung in Süd-Ostbayern. In dem seit Dezember 2002 laufenden Projekt arbeiten zwölf regionale Krankenhäuser mit den Schlaganfallzentren der Universitätsklinik Regensburg und der Städtischen Klinik München-Harlaching zusammen.

Wird ein Patient mit Verdacht auf Schlaganfall in eines der örtlichen Krankenhäuser eingeliefert, berät sich der Arzt sofort via Telekonsole mit dem Expertenteam. Das kann schneller klären, ob der Patient tatsächlich einen Schlaganfall erlitten hat und wo und wie er zu behandeln ist.

Das vom Land Bayern, von Krankenkassen und der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe finanzierte Projekt könnte Vorbild für eine bundesweite qualifizierte Versorgung sein: Schon ein Jahr nach Projektstart hat sich die Ausstattung kleinerer Kliniken mit der Medizintechnik, die für die Telemedizin nötig ist, durch Einsparungen bei Krankentransporten und Liegedauer bezahlt gemacht.

Wichtiger noch: 95 % der Patienten konnte durch den Einsatz der Telemedizin mit einer qualifizierten Akuttherapie vor Ort geholfen werden. Konkret heißt das: Schwerste Lähmungen wurden in vielen Fällen verhindert.

Dabei spielt auch die so genannte Lyse eine wichtige Rolle. Spätestens drei Stunden nach dem Auftreten der Symptome eingesetzt, kann so das verschlossene Gefäß, kontrolliert und in kurzer Zeit wieder geöffnet werden. Hirngewebe lässt sich so retten.

Bislang setzen Ärzte in Deutschland die Lyse viel zu selten ein, so die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft. Diese sieht einen wichtigen Grund für die Zurückhaltung im unsicheren Umgang mit dem nicht ganz nebenwirkungsfreien Medikament. Im Tempis-Projekt hat sich das drastisch geändert, stellt Tempis-Leiter Heinrich Audebert vom Schlaganfall-Zentrum München-Harlaching fest: „Während wir unter Tempis in 80 Fällen Lysen vorgenommen haben, waren es bei den Vergleichskliniken nur zwei.“ Erfolge sieht auch Landes-Sozialministerin Christa Stewens: „Ich gehe davon aus, dass Tempis in Bayern in absehbarer Zeit flächendeckend zur Verfügung steht.“ SILVIA VON DER WEIDEN/ber

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