Messe A+A 2011

Arbeitsschutz-Messe thematisiert Arbeitsplatz der Zukunft

Fast die Hälfte aller Beschäftigten ist heute im Büro tätig. Dieser Arbeitsplatz hat sich in den vergangenen 20 Jahren enorm gewandelt. Computer und Co. brachten aber nicht nur eine enorme Entlastung, sie können auch krank machen. Wie man dem entgegenwirkt, wie ein zukunftsfähiger Arbeitsplatz aussieht, das waren unter vielen anderen Themen der Messe A+A (Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin) in Düsseldorf, die heute zu Ende geht.

Computer und Co. bringen nicht nur Entlastung.

Computer und Co. bringen nicht nur Entlastung.

Foto: Barmer GEK

Vom Mausarm über permanente Rückenbeschwerden bis zum Burn-out reichen die Erkrankungen, die Beschäftigte heute arbeitsunfähig machen können. Während bei einem Mausarm ein geeignetes Übungsprogramm wie es beispielsweise Wissenschaftler der TU-Darmstadt zusammen mit der Landesanstalt für Arbeitsschutz Nordrhein-Westfalen entwickelt haben, oft zur Prävention ausreicht, stellen Rückenschmerzen und Beschwerden im Nacken- und Schulterbereich eine andere Dimension dar.

Einer der Themenparks der diesjährigen A+A Messe für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2011 in Düsseldorf beschäftigt sich mit „WorkplaceDesign“. Er setzt sich zusammen aus Aussteller-Präsentationen zum Thema Ergonomie und der Sonderschau „Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung in Produktion und Büro“. Beteiligt daran sind beispielsweise das DNB – Deutsches Netzwerk Büro, die INQA Produktion – Initiativkreis Arbeitssysteme in der Produktion der Initiative Neue Qualität der Arbeit und die TU Darmstadt.

Dargestellt wird, wie gesundheitserhaltende, ergonomische Gestaltung von Arbeitsplätzen und Arbeitsprozessen in Produktion und Büro die Motivation und Produktivität der Mitarbeiter steigern kann.

Denn gesundheitliche Beeinträchtigungen durch schlechte Arbeitsbedingungen und damit einhergehende Leistungsminderung und Ausfallzeiten belasten das wirtschaftliche Ergebnis der Unternehmen. Das gilt für Büro und Produktion gleichermaßen.

Neben den Themen wie altersgerechte Gestaltung von Arbeitsplätzen, Schnittstellengestaltung, Beleuchtung, Klima und Akustik geht es auch um den Klassiker Bürostuhl und das Sitzen am Arbeitsplatz. Sie sind unverändert interessant, weil die Zeit, die der Mensch im Sitzen verbringt, immer länger wird. Dieses Dauersitzen macht so krank, dass laut Informationen der INQA Krankheiten des Muskel- und Skelett-Systems schon länger an der Spitze der Arbeitsunfähigkeitstage-Statistik stehen.

Unternehmen investieren zunehmend in Arbeitsschutz

„Immer mehr Arbeitgeber bemühen sich, ihren hoch qualifizierten Angestellten weit mehr als ein ergonomisch sinnvolles Büro zur Verfügung zu stellen“, sagt Ralph Bruder, Leiter des Institutes für Arbeitswissenschaft an der TU Darmstadt. „Unter dem Motto gesundes Wohlfühlen werden viele Angebote um den Arbeitsplatz herum gemacht. Der Beschäftigte soll im Büro nicht seine gesamte Energie lassen, sondern sie dort tanken können.“

Sport spielt dabei eine große Rolle – in Form von Kursen oder, wie es beispielsweise bei Google in München praktiziert wird, durch eine Kletterwand im Bürogebäude. Es kann aber auch die Architektur eines Arbeitsplatzes für Wohlbefinden sorgen.

Das „Green Office“: Naturnähe und Energieeffizienz am Arbeitsplatz

Das „Green Office“, von dem heute immer häufiger die Rede ist, manifestiert sich in zwei Strömungen. „Einmal, indem die Natur quasi ins oder ganz nah ans Büro geholt wird“, so Bruder. Ein typisches Beispiel hierfür sei das Verwaltungsgebäude der Lufthansa am Frankfurter Flughafen. Zwischen den zehn Gebäudeflügeln befinden sich Innengärten, in denen Landschaften aus den fünf Kontinenten der Welt nachgebildet sind.

Green und nachhaltig bedeutet heute aber vor allem energieoptimiert, wie es bei Neubauten ohnehin Pflicht ist. Die Firma Solon als Fotovoltaikelementehersteller realisiert das durch ein Solardach. Die Deutsche Bank in Frankfurt eröffnete ihre beiden Türme nach der Erneuerung im Februar 2011 als Greentowers wieder. Sie werden zu 100 % mit erneuerbarer Energie betrieben.

Nachhaltigkeit kann aber auch soziale Nachhaltigkeit bedeuten. Das scheint die große Herausforderung der Zukunft zu sein. „Im Büro etablieren sich mehr und mehr die Prinzipien aus der Produktion. Dort darf es keine Verschwendung geben, was dazu führt, dass Menschen nicht nur eine, sondern mehrere Aufgaben haben. Wenn jemand zum unentwegten Bohren noch eine Aufgabe dazu bekommt, wo er beispielsweise sägen muss, tut das im Zweifel sogar gut. „Dieses Prinzip ins Büro umzusetzen, ist allerdings schwierig „, sagt Ralph Bruder.

Verlust der Zeitsouveränität macht krank

Was aus Kundensicht sehr attraktiv ist, nämlich, dass man noch um 23 Uhr einkaufen kann und spät per Internet bestellte Ware am nächsten Tag ins Haus geliefert bekommt, führt auf der anderen Seite dazu, dass die Menschen immer mehr arbeiten müssen. Die neuen Kommunikationsmöglichkeiten führen zum Verlust der Zeitsouveränität. Das macht krank, wie man an den sich häufenden Nachrichten übers Burn-out-Syndrom sehen kann. Diese Krankheit, zunächst vor allem in Pflegeberufen diagnostiziert, greift heute auf alle Berufsgruppen über.

„Wir sind mitten im demografischen Wandel: Die Bevölkerungszahlen gehen zurück, die Belegschaften altern. In 15 Jahren gibt es 15 Mio. Arbeitskräfte weniger im Land. Ein Fachkräftemangel größeren Ausmaßes zeichnet sich ab, wenn wir nicht gegensteuern“, so Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Arbeit und Soziales, in ihrem Grußwort zum diesjährigen Kongress für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, der parallel zur A+A stattfindet. 

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