Stellensuche und Recruiting

Warum Ingenieure auf Mitarbeiterempfehlungen setzen sollten

Mitarbeiterempfehlungen haben drei Vorteile: Ingenieure können sie für die Jobsuche nutzen, darüber nette Kollegen finden und fähige Teammitglieder gewinnen. Und auch Arbeitgeber profitieren, wenn sie beim Recruiting die Methode Mitarbeiter werben Mitarbeiter einsetzen.

Frau reicht einem Mann eine Visitenkarte über den Tisch

Foto: panthermedia.net/ AndreyPopov

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„Du, ich kenne da einen …“ – was früher nur in kleinen Betrieben üblich war, ist inzwischen zu einer gängigen Vorgehensweise im Recruitingprozess geworden: Mitarbeiterempfehlungen (auf Englisch: Employee referral). Große Unternehmen loben zum Teil sogar Prämien aus, wenn Mitarbeiter ehemalige Kommilitonen oder Kollegen empfehlen können und daraufhin ein Arbeitsvertrag zustande kommt. Mitarbeiterempfehlungen haben Vorteile für alle Seiten. Für Ingenieure macht es daher Sinn, dieses Prinzip gezielt zu nutzen.

Warum Mitarbeiterempfehlungen bei der Stellensuche helfen

Der Arbeitsmarkt für Ingenieure ist tendenziell sehr gut, Fachkräfte sind gefragt. Wie viele Bewerber auf eine Stelle kommen, hängt jedoch stark von der Branche und der Bekanntheit des Unternehmens ab. Außerdem steigt die Zahl der Kandidaten natürlich, wenn es sich um besonders attraktive Jobs handelt. Da kann es hilfreich sein, ein zusätzliches Ass im Ärmel zu haben und so die eigene Position bei der Stellensuche zu verbessern. So ein Ass kann die Empfehlung durch einen Mitarbeiter des Unternehmens sein. Gerade bei einem Kandidatenpool mit ähnlicher Qualifikation kann die Mitarbeiterempfehlung beim Personalentscheider einen großen Vorteil bringen. Denn selbst umfangreiche Unterlagen und ein ausführliches Vorstellungsgespräch können die Einschätzung durch einen Bekannten, ob früherer Kommilitone oder Kollege, nicht ersetzen. Ein Personalchef geht zudem davon aus, dass Mitarbeiter im Normalfall schon aus eigenem Interesse nur Kandidaten empfehlen, mit denen sie selbst gerne zusammenarbeiten würden. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Atmosphäre im Team stimmt und es nicht zu Konflikten unter Kollegen kommt, steigt also, wenn Stellen über Mitarbeiterempfehlungen besetzt werden.

Ein weiteres Argument spricht dafür, für die eigene Stellensuche auch auf Mitarbeiterempfehlungen zu setzen: Auf diesem Weg ist es möglich, von interessanten Jobs zu erfahren, bevor diese überhaupt ausgeschrieben werden. Denn Mitarbeiter erfahren es in der Regel als Erste, wenn ein Kollege geht und ein Nachfolger gesucht wird, beziehungsweise wenn eine Abteilung aufgestockt werden soll. Sie können dementsprechend den Namen eines anderen Ingenieurs ins Spiel bringen, bevor das Bewerbungsverfahren offiziell startet. Der Arbeitgeber kann auf diese Weise die Kosten für ein umfangreiches Recruiting sparen. Er wird also in der Regel die Gelegenheit gerne nutzen, den Kandidaten näher in Augenschein zu nehmen – das Vorstellungsgespräch hätte den erheblichen Vorteil, dass es ohne Konkurrenz stattfände. Außerdem kann man sich bei der Vorbereitung des Vorstellungsgesprächs Informationen und Tipps von dem Mitarbeiter holen, der einen empfohlen hat. Er kennt die Anforderungen an den Kandidaten sowie die Herausforderungen der Abteilung am besten. Entsprechend hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Arbeitsvertrag kommt.

Wie man Mitarbeiterempfehlungen gezielt für die Stellensuche einsetzt

Falls Sie auf Stellensuche sein sollten, ist es ratsam, eventuelle Mitarbeiterempfehlungen nicht dem Zufall zu überlassen. Gehen Sie folgendermaßen vor:

Gutes Networking ist ein wichtiger Baustein, um Mitarbeiterempfehlungen für sich zu nutzen. Vor allem zu Menschen, die Sie näher kennen, sollten Sie den Kontakt pflegen. Das betrifft zum Beispiel ehemalige Kommilitonen in einem Alumni-Netzwerk, Ex-Kollegen, Vorgesetzte und auch Ingenieure, die sie aus der Zusammenarbeit in projektübergreifenden Teams kennen oder zu denen Sie über Subunternehmen, Dienstleister und Ähnliches Kontakte geknüpft haben. Auch Bekanntschaften aus Workshops und von Kongressen können hilfreich sein.

Sobald Sie sich auf Stellensuche begeben, sollten Sie das nach Möglichkeit offen in Ihrem Netzwerk verbreiten. Falls Ihr aktueller Arbeitgeber nicht wissen darf, dass Sie den Job wechseln möchten, müssen Sie natürlich abwägen, welche Kontakte vertrauenswürdig genug sind. Vergessen Sie dabei nicht, dass auch Mitglieder anderer Arbeitsbereiche durchaus von interessanten Stellen im eigenen Unternehmen erfahren können, etwa Controller oder Vertriebsmitarbeiter.

Bitten Sie zunächst darum, dass Ihr Netzwerk Ihnen Informationen über offene Stellen zuträgt. So vermeiden Sie, gegebenenfalls von Personalentscheidern angesprochen zu werden, obwohl Sie sich auf den jeweiligen Job gar nicht bewerben möchten. Denn das könnte den Kontakt, der eine Mitarbeiterempfehlung ausgesprochen hat, in eine unangenehme Situation bringen.

Sie erfahren von einer Position, auf die Sie sich gerne bewerben würden? Jetzt ist es Zeit, den Kontakt um eine aktive Mitarbeiterempfehlung zu bitten. Wie das vonstattengehen sollte, besprechen Sie am besten gemeinsam. Denn es hängt von der Rolle Ihres Kontaktes ab. Geht es beispielsweise um einen Posten im gleichen Team, reicht vermutlich schon ein kurzes Gespräch mit dem Vorgesetzten. Soll hingegen eine Stelle in einer anderen Abteilung besetzt werden, kann es sogar sinnvoll sein, wenn Sie Ihrem Netzwerkpartner Bewerbungsunterlagen zur Verfügung stellen, die er gemeinsam mit einer mündlichen Mitarbeiterempfehlung beim zuständigen Personalentscheider abgibt.

Falls es sich um einen guten Kontakt handelt, können Sie ihn zudem bitten, nach angemessener Zeit nachzuhaken: Er könnte den Personalentscheider fragen, ob er bereits Gelegenheit hatte, sich Ihre Bewerbungsunterlagen anzuschauen, beziehungsweise ob er über die Mitarbeiterempfehlung nachgedacht hat und gerne die entsprechenden Unterlagen hätte. Damit bringt er Ihre Bewerbung erneut ins Gespräch und betont, dass er Sie als Mitarbeiter für empfehlenswert hält.

Falls die Stellensuche auf diesem Weg erfolgreich sein sollte, dürfen Sie nicht vergessen, sich für die Mitarbeiterempfehlung zu bedanken.

Warum es sinnvoll ist, selbst Mitarbeiterempfehlungen auszusprechen

Die Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz hängt in einem wesentlichen Maße vom sozialen Umfeld ab. Anders gesagt: Mit netten und qualifizierten Kollegen macht die Arbeit mehr Spaß. Falls Sie also Netzwerkpartner haben, mit denen Sie gut klarkommen und die Sie fachlich als kompetent einschätzen, liegt eine Mitarbeiterempfehlung in Ihrem eigenen Interesse. Weitere Vorteile sind damit verbunden: Sie ersparen Ihrem Vorgesetzten Arbeit und Kosten, wenn er durch eine Mitarbeiterempfehlung das Bewerbungsverfahren abkürzen kann. Zudem stellen Sie auf elegante Weise Ihren Teamgeist unter Beweis sowie Ihre gute Vernetzung in der Branche. In einigen größeren Unternehmen werden für erfolgreiche Mitarbeiterempfehlungen sogar Prämien gezahlt. Außerdem können Sie damit rechnen, dass Ihr Netzwerkpartner sich für die Unterstützung bei seiner Stellensuche erkenntlich zeigt – indem er Ihnen bei Gelegenheit ebenfalls praktisch oder mit Rat zur Seite steht.

Wichtig ist dabei jedoch, dass Sie Mitarbeiterempfehlungen nur aussprechen, wenn Sie tatsächlich davon überzeugt sind, dass Ihr Kontakt menschlich und fachlich ins Team passt. Zudem sollten Sie beim Personalentscheider keinen falschen Eindruck erwecken. Sagen Sie offen, wie gut und aus welchem Kontext Sie den potenziellen Kollegen kennen. Bei einer lockeren Bekanntschaft von einem Kongress beispielsweise können Sie trotz Sympathie nicht tatsächlich einschätzen, wie sich Ihr Kontakt im Team verhält und welche Sorgfalt er bei der täglichen Arbeit an den Tag legt. Sie sollten daher keinesfalls Gefahr laufen, den Kandidaten durch eine Mitarbeiterempfehlung in die engere Wahl zu loben – obwohl Sie ihn nicht wirklich beurteilen können.

Übrigens: Achten Sie darauf, eine Mitarbeiterempfehlung als unverbindlichen Tipp auszusprechen und nehmen Sie es nicht persönlich, wenn der Personalentscheider Ihrem Vorschlag nicht folgt.

Als Führungskraft Mitarbeiterempfehlungen fürs Recruiting nutzen

Falls Sie als Führungskraft tätig sein sollten und das Recruiting für Ihr Team selbst durchführen, können Sie Mitarbeiterempfehlungen auch aktiv fördern und die Vorteile nutzen. Dabei funktionieren Mitarbeiterempfehlungen in zwei Richtungen: Zum einen können die Einschätzungen eigener Angestellten sehr hilfreich sein. Das gilt natürlich umso mehr, je besser ihre Mitarbeiter den Kandidaten kennen. Zum anderen ist es in Zeiten des Fachkräftemangels für Unternehmen wichtig, sich selbst als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Eine Mitarbeiterempfehlung heißt in diesem Fall, dass ein Angestellter einen qualifizierten Ingenieur aus seinem Netzwerk davon überzeugt, sich bei Ihnen zu bewerben. Durch seine Akquise wirkt er authentisch an ihrem Employer Branding mit.

Damit die möglichen Vorteile von Mitarbeiterempfehlungen tatsächlich zum Tragen kommen, sollten Sie Folgendes beachten:

  1. Fordern Sie Mitarbeiter aktiv dazu auf, Empfehlungen auszusprechen. Dazu gehört es natürlich, dass Sie detailliert über Stellenausschreibungen informieren.
  2. Nehmen Sie Mitarbeiterempfehlungen grundsätzlich ernst. Hören Sie gut zu und schauen Sie sich die eventuell abgegebenen Unterlagen in Ruhe an – selbst, wenn Sie auf den ersten Blick nicht überzeugt sein sollten.
  3. Haken Sie nach: Erkundigen Sie sich nach dem Kontext und der Tiefe der Bekanntschaft. Fragen Sie, warum genau diese Mitarbeiterempfehlung ausgesprochen wird.
  4. Falls die Empfehlung nicht infrage kommt, gehört es zum guten Stil, dem Mitarbeiter ein kurzes Feedback mit Begründung zu geben.
  5. Wird die Stelle tatsächlich durch eine Mitarbeiterempfehlung besetzt, sollte ein Dankeschön eine Selbstverständlichkeit sein. Schließlich konnten Sie auf diese Weise ein aufwendiges Bewerbungsverfahren abkürzen oder es sich sogar ganz sparen. Das Dankeschön muss nicht in Form einer ausbezahlten Prämie erfolgen. Aber vielleicht spendieren Sie dem Mitarbeiter außer der Reihe eine Fortbildung? Solch eine qualifizierte Prämie ist eine sinnvolle Investition, weil es alle Angestellten zu Mitarbeiterempfehlungen motiviert – und der Betreffende gleichzeitig die Chance erhält, sich weiterzuentwickeln.

 

Mitarbeiterempfehlungen fürs Employer Branding nutzen

Wie bereits erwähnt, können Sie Mitarbeiterempfehlungen auch nutzen, um das eigene Unternehmen fürs Recruiting von Fachkräften gut darzustellen. Das setzt natürlich voraus, dass Ihre Teammitglieder den Arbeitsplatz tatsächlich als attraktiv empfinden. Es herrscht eine gute Atmosphäre und die Fluktuation ist auffällig gering? Dann fragen Sie Ihre Mitarbeiter, wie zufrieden sie mit ihrem Arbeitsplatz sind – eine offene Kommunikation ist ohnehin die beste Methode, um die Verbundenheit mit dem Unternehmen zu stärken. Im nächsten Schritt können Sie die Angestellten darum bitten, bei kompetenten Fachkollegen Mitarbeiterempfehlungen auszusprechen und für ihren Arbeitgeber zu werben.

Die Frage, ob es sinnvoll ist, für Mitarbeiterempfehlungen Prämien offen auszuloben, lässt sich schwer beantworten. Denn auf der einen Seite sind sie natürlich durchaus ein Anreiz, ausführlicher über potenzielle Kollegen nachzudenken. Zudem haben Prämien den Vorteil, dass Mitarbeiterempfehlungen als Teil der Recruiting-Routine etabliert werden. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr, dass Angestellte Mitarbeiterempfehlungen in Hoffnung auf die Prämie zu unreflektiert aussprechen und damit fürs Recruiting nichts gewonnen ist. Eine Möglichkeit wäre es daher, Prämien nicht grundsätzlich auszuschreiben, sondern nur für Stellen, die sich schwer besetzen lassen und bei denen jeder qualifizierte Kandidat ein Pluspunkt ist.

 

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