Woran die Bewerbersuche scheitert 19.12.2017, 15:01 Uhr

Die größten Recruiting-Fehler von Arbeitgebern

Über die Bewerbungsfehler von Kandidaten liest man häufig, aber was ist eigentlich mit denen der Arbeitgeber? Welche No-Gos schrecken Bewerber ab?

Mann im Anzug vor dem Laptop

Das System hat die Daten geschluckt, weit und breit ist kein Ansprechpartner in Sicht – Bewerben kann richtig frustrierend sein.

Foto: panthermedia.net/ljupco

Die größten Recruiting-Fehler von Arbeitgebern

Foto: CareerBuilder

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In Zeiten des Fachkräftemangels ist es für Unternehmen wichtiger denn je, sich in den Augen potenzieller Bewerber maximal attraktiv zu präsentieren und den Weg hin zum Bewerbungsgespräch für beide Seiten so effizient wie möglich zu gestalten. Denn gerade die aussichtsreichsten Kandidaten mit den besten Qualifikationen können es sich leisten, von der ersten Sichtung möglicher Arbeitgeber an wählerisch zu sein. Die Macromedia Hochschule München hat jetzt im Auftrag von CareerBuilder die gröbsten Fehler bei der Gestaltung des Recruiting-Prozesses 2017 ermittelt.

Fehler Nr. 1: Mangelhafte Außendarstellung

Nicht nur Recruiter studieren die Onlineauftritte ihrer Bewerber. Auch Jobsuchende beziehen die Reputation und die Selbstdarstellung der Arbeitgeber in ihre Bewerbungsentscheidungen mit ein. Gerade mittelständische Unternehmen, deren Namen nicht regelmäßig in der Tagespresse kursieren, werden vorher recherchiert. Das Recherchemittel der Wahl: natürlich das Internet. Unternehmen sind daher gut beraten, in Online-Reputation-Management zu investieren. Das schließt etwa die Kultivierung positiver Suchmaschineneinträge ein, denn wer den potenziellen Arbeitgeber googelt und auf der ersten Ergebnisseite mit kritischen oder warnenden Beiträgen aus Presse, Blogosphäre oder Social Media konfrontiert wird, bewirbt sich dort eher nicht. Jeder zweite Kandidat gab in der aktuellen Umfrage an, dass ihn schlechte Arbeitgeberbewertungen von einer Bewerbung abhalten. Jeder vierte findet Ruf und Präsentation des künftigen Arbeitgebers wichtig. Übrigens: Social-Media-affine Bewerber werfen zusätzlich einen Blick darauf, wie sich das Unternehmen auf Facebook oder Twitter gebärdet und auch Kunden- sowie Arbeitgeberbewertungen können eine Rolle spielen.

Fehler Nr. 2: Langwierige Bewerbungsprozesse

Umso mehr Türen einem Arbeitssuchenden offenstehen, desto weniger ist er motiviert, viel Zeit und Energie in die Bewerbungsprozesse zu investieren. Nur einer von fünf Suchenden würde mehr als zwei Stunden in die Durchführung des Online-Bewerbungsprozesses investieren, jeder Dritte bricht nach einer Stunde ab und sechs Prozent schließen gar bereits nach fünfzehn Minuten ungeduldig den Browsertab. Insgesamt gibt einer von drei Jobkandidaten zu großen zeitlichen Bewerbungsaufwand als Grund für den Abbruch einer Bewerbung an.

Insbesondere für Unternehmen, die mit Bewerbungsportalen oder eigenen Onlineformularen arbeiten, lohnt sich deshalb ein Blick auf die Nutzerfreundlichkeit der Eingabemasken. Die Anzahl von Eingabefeldern sollte auf ein Minimum beschränkt werden und die Navigation und Verständlichkeit einfach gehalten sein. In diesem Sinne sind auch klassische Bewerbungsmodi optimierbar. Notwendige Informationen für Kandidaten – wie Ansprechpartner und Anforderungen an die Bewerbungsunterlagen – sollten schnell auffindbar und unmissverständlich formuliert sein.

Fehler Nr. 3: Jeder zweite Bewerber erhält keine Eingangsbestätigung

Dass die sorgfältige Bearbeitung von Bewerbungen eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt, erschließt sich den meisten Bewerbern. Dennoch benötigen sie Planungssicherheit, zumal sie Bestätigungsmails von zahllosen Onlineshops und Newslettersystemen gewohnt sind. Niemand verharrt gerne in Unsicherheit darüber, ob die eigene Bewerbung tatsächlich angekommen ist. Je schneller eine Bestätigungsmail für den Erhalt der Bewerbung eintrifft, desto positiver nehmen die Bewerber den gesamten Bewerbungsprozess wahr. Die Grundregel für Online-Kundenkontakt, nach der Reaktionen auf Anfragen werktags innerhalb von vierundzwanzig Stunden erfolgen sollten, sollte auch im Umgang mit Bewerbern gelten.

Persönliche Eingangsbestätigungen werden noch einmal erheblich höher geschätzt als automatische, denn sie zeigen die Wertschätzung des Unternehmens für den Interessenten, der ihm immerhin seine Arbeitskraft zur Verfügung stellen möchte. Eine ausbleibende Bestätigungsmail wirft bei vielen Kandidaten die Frage auf: Wenn bereits die Bewerber nicht gewürdigt werden, wie behandelt das Unternehmen dann wohl seine Mitarbeiter? Tatsächlich erhält die Hälfte der Jobsuchenden nur selten oder sogar nie eine zeitnahe E-Mail zum Bewerbungseingang. Dabei ist der Prozess der Arbeitsplatzsuche für den Kandidaten in aller Regel mit existenziellen Lebensfragen nach zukünftigem Gehalt, Wohnort sowie der Familienplanung verbunden. Viele Bewerber können es sich daher schlicht nicht leisten, auf Unternehmen zu warten, bei denen die Bewerbungen wochenlang ohne Rückmeldung in der Schwebe hängen, wenn von anderer Seite vielleicht schon vielversprechende Reaktionen erfolgt sind.

Fehler Nr. 4: Falsche Bewerbungsformate

Um Absolventen oder junge Arbeitnehmer anzusprechen, gehen Unternehmen gerne mit dem Trend – oder dem, was sie gerade dafür halten. Videos haben einige Unternehmen als solchen Trend ausgemacht und setzen im Bewerbungsprozess daher auf Videointerviews. Der nette Nebeneffekt ist, dass keine Reisekosten anfallen, die benötigte Zeit für ein Vorstellungsgespräch verringert sich deutlich und die Terminabsprache innerhalb des Unternehmens vereinfacht sich, wenn das Video aufgezeichnet und im Nachgang noch an den im Ausland weilenden Abteilungsleiter geschickt werden kann. Das Problem aber ist, dass Videos im Bewerbungsprozess gar nicht gut ankommen. Sieben von zehn Kandidaten hält nichts von dieser Form des digitalen Kennenlernens. Und auch das Telefoninterview findet die Hälfte der Befragten unpassend. Bewerber wollen sich stattdessen in einem persönlichen Gespräch von Angesicht zu Angesicht mit dem potenziellen neuen Arbeitgeber unterhalten.

Soft Skills im Recruitingprozess: Der Kandidat als Kunde 

Im Bewerbungsprozess zählt für die Bewerber, was sie sich auch später als Mitarbeiter wünschen: ein wertschätzender Umgang, der ihr Interesse am Unternehmen ebenso würdigt wie ihre jeweiligen beruflichen Kompetenzen und die Zeit und Energie, die sie in die Bewerbung investierten. Den meisten Unternehmen ist ein solcher Ton vor allem im Umgang mit dem Kunden vertraut. Und in der Tat: Der moderne Bewerber ist eher Kunde als Bittsteller. Natürlich zählen Hard Facts über den Arbeitgeber wie Stand- und Arbeitsort, Gehälter und Karrieremöglichkeiten nach wie vor zu den wichtigsten Entscheidungsfaktoren auf dem Bewerbermarkt. Doch je höher qualifiziert und attraktiver der Kandidat ist, umso mehr gute Jobangebote hat er zur Auswahl. Da hilft dem Arbeitgeber in spe nur, selbst mit Soft Skills zu überzeugen. Denn jeder Arbeitnehmer wünscht sich einen Arbeitgeber, bei dem er sich wohlfühlt und für den er morgens gerne aufsteht. Im Bewerbungsprozess gibt das Unternehmen den ersten Hinweis darauf, ob es diese Anforderung erfüllen kann.

Von ingenieur.de
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