Erfolg ist kein Selbstläufer 30.08.2018, 06:29 Uhr

Wie Frauen mit Karriereambitionen auf sich aufmerksam machen

Mit Personal Branding und strategischem Netzwerken schaffen es erfolgreiche Menschen an die Spitze. Doch Frauen stehen sich in beiden Disziplinen oft selbst im Weg.

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Foto: panthermedia.net/pressmaster

Erfolg kommt nicht von allein. Man muss ihn sich nicht nur erarbeiten, sondern sich vor allem in die richtige Position bringen. Nur so wird man überhaupt gesehen und bekommt die notwendigen Optionen. Diese Binsenweisheit ist zum einen die Grundlage urdeutscher Tugenden, sie hat jedoch noch immer Gültigkeit. Und obwohl sie jedes deutsche Kind kennen dürfte, tun sich vor allem Frauen schwer, im Berufsleben davon zu profitieren.

Personal Branding – mit Selbstmarketing die Basis legen

„Viele Frauen tun sich schwer damit, ihre Karrierewünsche klar zu artikulieren und sich als ambitionierte Kollegin zu präsentieren. Sie verbinden Karrierebegriffe wie Erfolg, Machthunger und Ehrgeiz allzu häufig mit negativen Eigenschaften. Dabei sind es diese Dinge, die Menschen erfolgreich machen“, erklärt Bianca Overbeck, Gesellschafterin bei net4tec, einem professionellen Netzwerk für Frauenkarrieren in Technik und Digital Business.

„Jeder Mensch ist eine Marke“, bestätigt Begonia Merayo, ebenfalls Gesellschafterin bei net4tec. Sie rät Frauen, sich als Persönlichkeit und kompetente Führungskraft bemerkbar zu machen – mitsamt der eigenen Erfahrungen und Karrierewünsche. „Nutzt jede berufliche Chance, die sich euch bietet. Angebote, etwa zur Übernahme eines Projektteams oder der Leitung einer neuen Abteilung, kommen in aller Regel nicht wieder, wenn man sie einmal ausschlägt.“

Dafür gibt es einige Fragen, die man sich selbst stellen und wahrheitsgemäß beantworten sollte:

  1. Wer bin ich, wofür stehe ich als Person, Kollegin und Führungskraft?
  2. Was bringe ich mit an fachlichen Qualifikationen und Persönlichkeit?
  3. Was will ich beruflich erreichen?
  4. Was habe ich bis heute erreicht, welche Erfolge habe ich bisher erzielt? Für welche besondere Leistung bin ich besonders gelobt worden?

Karrierefrauen brauchen einen Personal Business Plan

Wer diese Fragen für sich beantwortet hat, wird nicht automatisch erfolgreich. Es braucht einen Plan. „Erfolgreiche Menschen haben alle einen klaren Fokus auf ihre Karriere gelegt“, meint Overbeck. „Sie haben einen individuellen Businessplan“. Die Frage, wo man sich in fünf Jahren sieht, ist also zum einen eine Standardfrage in Vorstellungsgesprächen, sie sollte aber auch ein Leitfaden für individuelle Karrierewege sein.

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Wichtig ist, auch im Berufsalltag nie die eigenen Ziele aus den Augen zu verlieren. Dabei können Frauen von Männern lernen. Denn im Gegensatz zu Männern hätten viele Frauen eine zu geringe Misserfolgstoleranz, so Overbeck. Das heiße nicht, dass Männer weniger Fehler machen, sie halten sich aber mit diesem Umstand weniger lange auf als Frauen. „Frauen machen sich lange Gedanken darüber und versuchen die Ursachen ihres Scheiterns zu ergründen. Sie beginnen auch häufig Gespräche mit dem Thema anstatt sich nach vorne zu wenden und neue Herausforderungen anzugehen. „Um Karriere zu machen, muss man Misserfolge hinter sich lassen können“, rät Overbeck. Was nicht heiße, dass man die Analyse völlig außen vor lassen soll. Natürlich lernt man aus dem, was nicht geklappt hat. Aber man müsse es nicht jedem erzählen.

Frauen in Führungsetagen unterrepräsentiert

Einen zahlenmäßigen Ausgleich von Frauen und Männern in Führungsetagen wird das zwar nicht bringen, ein Ausgleich auf dem Niveau der Studierendenzahlen wäre aber ein guter Start. Hintergrund ist, dass es gerade in Ingenieurberufen wesentlich weniger Frauen als Männer gibt. Rund ein Viertel der Studierenden in ingenieurwissenschaftlichen Fächern sind momentan Frauen, ihr Anteil an allen erwerbstätigen Ingenieuren liegt sogar nur bei einem Fünftel. Bei einer verhältnismäßigen Besetzung von Führungspositionen müssten dennoch wesentlich mehr Frauen ihre Karriereambitionen verfolgen.

Die Realität sieht aber eher so aus: Frauen sind im Studium oft überdurchschnittlich erfolgreich, setzen diesen Vorteil aber zu selten in eine erfolgreiche Karriere um. „Wenn es darauf ankommt, punkten die Männer. Sie trauen sich mehr zu, haben die besseren Netzwerke, größere gesellschaftliche Akzeptanz und den absoluten Willen zum Erfolg“, so Overbeck. Hinzu kommt, dass die Zeit des beruflichen Weiterkommens häufig mit der Gründung einer Familie zusammenfällt. Experten nennen diesen Lebensabschnitt daher auch „Rush Hour“. Denn in ihm kommt vieles zusammen, was Mann und Frau auf Trab hält: Karriere, Kinder und häufig die regionale Bindung durch eine Partnerschaft.

Netzwerke strategisch nutzen

„Umso wichtiger ist es für ambitionierte Frauen auf ihre Leistungen aufmerksam zu machen, die richtigen Mentoren im Unternehmen zu finden und sich so in Position für Karriereoptionen zu bringen“, so Merayo. Mit einem Plan und dem Wissen, wie man sich selbst positionieren möchte, braucht man nun also noch die passenden Netzwerke. Die strategische Überlegung lautet: Wie vernetze ich mich, damit ich meine Ziele erreiche? „Männer sprechen in ihrem Netzwerk über ihr berufliches Fortkommen und pflegen Beziehungen, auch wenn der Kollege Fan einer anderen Fußballmannschaft sein oder andere politische Überzeugungen anhängen sollte“, so Overbeck. Sie nutzen Kontakte gezielt für ihren beruflichen Erfolg. Frauen sprechen mit ihrem Netzwerk eher selten über berufliche Ziele – und lassen eine Chance aus, auf sich aufmerksam zu machen. Die beiden Beraterinnen Overbeck und Merayo raten Ingenieurinnen und Informatikerinnen, alle Chancen zu nutzen, sichtbar zu werden und die eigenen Karrierewünsche dann an den richtigen Stellen anzusprechen. Denn was später wie Zufall aussieht, ist häufig hart erarbeitet.

„Unserer Erfahrung als Karriere- und Unternehmensberaterinnen nach“, so Merayo, „gibt es genügend ambitionierte Frauen mit den nötigen fachlichen und persönlichen Kompetenzen sowie Firmen, die mehr Führungspositionen mit Frauen besetzen möchten. Die zentrale Frage ist, wie kommen beide zusammen?“ Zufälle gebe es im Berufsleben eigentlich kaum, meinen sie. „Häufig entstehen sogenannte Zufälle nur, weil man irgendwo war, jemanden kannte und sich bewiesen hat. Und im richtigen Moment hat dieser jemand die Tür zu einer neuen Option aufgestoßen.“ Wenn auf solche Art und Weise ein neues Beschäftigtenverhältnis oder eine Geschäftsbeziehung entsteht, sei das kein Zufall. Es ist die Folge eines erfolgreichen Personal Brandings und eines funktionierenden sozialen Netzwerks.

 

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