Podcast "Technik aufs Ohr" 11.03.2021, 09:45 Uhr

Networking: Sind Netzwerke für Ingenieurkarrieren wirklich wichtig ?

Linkedin, Xing, Messen: Ohne Networking scheint heute nichts mehr zu gehen. Wer nicht netzwerkt, kommt auf der Karriereleiter schwerer nach oben. Ist das wirklich so und gilt das auch für Ingenieurinnen und Ingenieure? Darüber sprechen wir mit Dieter Westerkamp, Bereichsleiter Technik und Gesellschaft beim VDI.

Networking mit Maske

Networking ist in Zeiten der Corona-Pandemie noch wichtiger geworden.

Foto: panthermedia.net/Kzenon

Networking findet zunehmend digital statt. In Zeiten der Pandemie boomen Karriere-Netzwerke wie Linkedin oder Xing. Doch ist das virtuelle Netzwerken wirklich ergiebig? Im Podcast „Technik aufs Ohr“ berichtet VDI-Experte Dieter Westerkamp wie wichtig Networking für Ingenieure ist und warum ein Offline-Austausch immer noch die beste Wahl ist. Hier finden Sie einen Auszug aus der Episode:

Ingenieur.de: Ingenieuren wird ja oft nachgesagt, dass sie im „stillen Kämmerlein“ forschen und planen. Hat sich das in den letzten Jahren verändert oder anders gefragt: Musste sich das ändern?

Dieter Westerkamp: In der Tat! Dieses Weltbild von Ingenieuren und Ingenieurinnen ist wirklich überholt. Natürlich muss man in diesem Beruf in Ruhe simulieren, rechnen und Ideen entwickeln. Diese Ergebnisse mit anderen Leuten zu teilen und sich Feedback einzuholen, ist notwendig. Für andere Berufe gilt das natürlich auch. Es kommt sehr früh im Berufsleben darauf an, Ideen mit anderen Kollegen zu diskutieren und sich auch Inspiration zu holen. Wir brauchen Interaktion zwischen Experten. Kollaboration ist Trumpf, denn das Arbeiten im Team bereichert. Wer das nicht kann und auch nicht möchte, verbaut sich sehr viel.

„Networking kostet etwas Überwindung, aber mit der Zeit profitieren Ingenieure ungemein“

Gibt es einen idealen Zeitpunkt, um mit dem Netzwerken anzufangen?

Sofort lautet hier meine Antwort. Da kann ich an mein eigenes Studium zurückdenken. Zu Beginn geht man auf Events zum Netzwerken alleine hin, so als wenn man in eine neue Klasse kommt. Doch den anderen Teilnehmern geht es ja meistens genauso. Und dann ergibt sich das schon. Man sieht sich wieder und stellt fest, dass man gemeinsame Interessen hat. Im Studium ist es auch sehr hilfreich, sich gemeinsam auf Klausuren vorzubereiten. Da kommen angehende Ingenieure direkt in den Modus des Netzwerkens. Etwas gemeinsam zu tun, ist der Schlüssel. Dann wächst auch etwas zusammen.

Was ist das wichtigste beziehungsweise das richtige Netzwerk für Ingenieure?

Das eine richtige Netzwerk gibt es nicht. Es sind immer mehrere Netzwerke, die Ingenieuren und Ingenieurinnen helfen. Als Berufseinsteiger beginnt das Netzwerken schon in der Firma, zum Beispiel in einer Projektgruppe. Hier kommt es darauf an, Fuß zu fassen und in der Mittagspause auch über andere Themen als die Arbeit zu sprechen. Neben dem direkten Arbeitsumfeld gibt es noch andere Netzwerke. Zum Beispiel lokale Events, die einen fachlich interessieren. Bundesweit gibt es diese Events auch. Zu guter Letzt gibt es noch richtige Netzwerk-Events, die in der Regel einmal im Jahr stattfinden. Hier weiß man genau, einmal im Jahr kann ich wichtige Kontakte auffrischen. Online fällt das noch schwerer.

Netzwerke fördern die Ingenieurkarriere

Sind Netzwerke tatsächlich förderlich für die Karriere?

Definitiv! Die Teilnahme an den Events ermöglicht einen direkten Draht zu Leuten, die man sonst nicht trifft. Hier können Ingenieure auf sich aufmerksam machen und mit dem Chef eines Wunscharbeitgebers ins Gespräch kommen.

Hat die Corona-Pandemie das Netzwerken befeuert?

Die gute Nachricht ist: Netzwerke, die vor der Pandemie gut liefen, bestehen weiterhin. Schwieriger ist es, wenn man viele fremde Menschen digital zusammenruft. Hier kann man sich virtuell schon schwerer kennenlernen. Die digitalen Möglichkeiten sind dennoch sehr gut. In digitalen Meetings wird ja auch oft der Wunsch geäußert, sich nach der Pandemie physisch zu treffen.

Das gesamte Interview können Sie sich im Podcast „Technik aufs Ohr“ anhören:

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Seit 2014 ist Dieter Westerkamp Mitglied der VDI-Geschäftsleitung und leitet den Bereich Technik und Gesellschaft. Er ist selbst in zahlreichen Netzwerken unterwegs. 1998 wechselte er zum Verein Deutscher Ingenieure und war dort viele Jahre Geschäftsführer der VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik (GMA).  Sein Motto: Digital networking is great – personal is even better!

VDI Netzwerke wie die VDI Young Engineers finden Sie hier in einer Übersicht.

Lesen Sie auch:

Networking für Ingenieure: Wie knüpfen Sie Kontakte?

Wie bauen Ingenieure ein Online-Netzwerk auf?

Ein Beitrag von:

  • Sarah Janczura

    Sarah Janczura

    Sarah Janczura ist Content Manager und verantwortliche Redakteurin für ingenieur.de. Nach einem Volontariat mit dem Schwerpunkt Social Media war sie als Online-Redakteurin in einer Digitalagentur unterwegs. Sie schreibt über Technik, Forschung und Karrierethemen.

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