01.06.2021, 14:59 Uhr

Digitalisierung zur Steigerung von Resilienz und Nachhaltigkeit

Editorial der Ausgabe 5-2021

In den letzten Jahrzehnten galt in der Produktionstechnik vor allem das Streben nach hoher Qualität, niedriger Durchlaufzeit und geringen Kosten als Triebfeder für die Weiterentwicklung von Prozessen, Unternehmen und Geschäftsmodellen. Dies resultierte aus dem Kundenbedürfnis nach qualitativen und gleichzeitig günstigen Produkten.

Ein Umdenken in der Gesellschaft findet statt

Gerade in der aktuellen Situation findet jedoch ein Umdenken in der Gesellschaft statt. Neben der Corona-Pandemie ist auch die Klimaerwärmung eine Problematik, die viele Menschen stark beschäftigt und ihr Verhalten definiert. Die Unterstützung lokaler Unternehmen und die besondere Beachtung von Nachhaltigkeit bei der Produktion und Entsorgung von Gütern rücken verstärkt in den Fokus der Bevölkerung und bestimmen immer mehr unser Konsumverhalten. Gleichzeitig haben die Corona-­Pandemie und die zuletzt erfolgte Blockade des Suezkanals gezeigt, wie abhängig wir in Europa von Produkten und Zulieferern aus aller Welt sind. Unterbrechungen in den globalisierten Lieferketten können schnell zu Engpässen und Ausfällen in der Industrie und im Konsumentenbereich führen.

Normalerweise liefert die Globalisierung selbst hier die passende Antwort: Fällt ein Lieferant aus, steht oftmals ein anderer bereit. Extreme Krisen oder das Wegbrechen eines zentralen Knotenpunktes im Liefernetzwerk lassen sich jedoch nicht ohne weiteres kompensieren. Hier gilt es, die Resilienz der in Europa ansässigen Unternehmen zu stärken, indem der Aufbau von Produktionsstandorten im eigenen Land und die Partnerschaft mit lokalen Zulieferern wieder attraktiver wird.

Doch wie können europäische Unternehmen auch in Zukunft global wettbewerbsfähig bleiben und gleichzeitig lokal und nachhaltig produzieren?

Transformation in eine nachhaltig, transparente Produktion

Eine Antwort liefert die Transformation in eine nachhaltig, transparente Produktion: Die durchgängige Digitalisierung und Vernetzung von Entitäten innerhalb der Wertschöpfungsnetzwerke erlaubt das Erfassen von detaillierten Informationen entlang des gesamten Produktlebenszyklus. Durch die Analyse dieser Daten können Unternehmen Werkstoffe und Energie sparen, den Verschleiß an Werkzeugen und Maschinen reduzieren und gleichzeitig ihre Produkte sowie Prozesse hinsichtlich der tatsächlichen Anforderungen der Kunden optimieren. Dies ist möglich, indem erfasste Daten über die Bedarfe, die Entwicklung, die Produktion und die Nutzung von Gütern direkt in die Produktgestaltung und die Produktions- beziehungsweise Prozessplanung ein­fließen.

Diese neuartige Transparenz bietet uns die Möglichkeit, Produktion und Produkt effizient und ökonomisch zu gestalten und gleichzeitig in Hinblick auf Nachhaltigkeit zu optimieren. In einer immer stärker ökologisch denkenden Gesellschaft kann dies neue Wettbewerbsvorteile liefern, welche insbesondere die lokale Produktion beziehungsweise Nutzung lokaler Zulieferer für Unternehmen wieder attraktiver macht und damit unserer Resilienz gegenüber globalen Krisen steigert.

Von C. Brecher

Prof. Dr.-Ing. Christian Brecher ist Inhaber des Lehrstuhls für Werkzeugmaschinen und Mitglied des Direktoriums des Werkzeugmaschinenlabors WZL der RWTH Aachen sowie des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnologie.
Foto: WZL

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