Künstliche Intelligenz hilft wirkungsvoll 18.06.2020, 10:47 Uhr

Plagiatschutz made in Germany

Produkt- und Markenschutz im Internet: Ein junges Berliner Start-up-Unternehmen durchsucht mit seiner KI-unterstützten Software sowohl Online-Marktplätze als auch das Social Web nach potentiellen Fälschungen, meldet die Vorfälle und unterstützt IT-basiert beim Entfernen.

Geschäftsführerin Nicole Jasmin Hofmann hat mit ihrem Team eine Markenschutz-Software entwickelt: Unternehmen können damit Produktpiraterie auf Online-Marktplätzen schnell errkennen und stoppen. Foto: Sentryc GmbH

Geschäftsführerin Nicole Jasmin Hofmann hat mit ihrem Team eine Markenschutz-Software entwickelt: Unternehmen können damit Produktpiraterie auf Online-Marktplätzen schnell errkennen und stoppen.

Foto: Sentryc GmbH

Der Maschinen- und Anlagenbau „made in Germany“ steht weltweit hoch im Kurs und ist deshalb umfänglich von Plagiaten betroffen. Bekannte Namen und absatzstarke Produkte treiben Fälscher an. Dabei stammen die meisten Imitate aus schnell wachsenden Marktwirtschaften. „Unverschämte“ Nachbildungen sind verantwortlich für Schäden in Millionenhöhe. Sie sind eine große Belastung für alle, die mit der Entwicklung, Produktion und dem Vertrieb des Originals zu tun haben.

Für den Schutz deutscher Ingenieurskunst tritt nun das Berliner Start-up Sentryc mit künstlicher Intelligenz (KI) an. Das Unternehmen spürt potentielle Fälschungen auf; per Klick nehmen Patentinhaber die Angebote aus dem Netz, die auf unlizenzierten Nachahmungen beruhen.

VDMA stellt alarmierende Studie zur Produktpiraterie vor

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA), Frankfurt/Main, veröffentlichte Anfang Mai 2020 seine aktuelle Studie „Produktpiraterie 2020“. Der derzeitige Umsatzschaden durch Plagiate liegt demnach bei 7,6 Milliarden Euro – gegenüber der Studie 2018 ein Anstieg um 300 Millionen Euro. Pro Unternehmen beträgt der Schaden 4,9 % des Jahresumsatzes. Diese Zahlen betiteln nur die Umsatzeinbußen. Der langfristige Imageschaden und damit einhergehende Auftragseinbrüche sind dabei nicht einmal mit eingerechnet. Denn bleibt das Produkt hinter den Erwartungen zurück, kaufen Kunden bei ihrer nächsten Bestellung Produkte eines anderen Herstellers. Hinzu kommen die gefährlichen Folgen, die von gefälschten Komponenten und Ersatzteilen im Einsatz ausgehen. Ein nicht originaler Dichtungsring in entsprechend schlechter Qualität beispielsweise kann zu einem katastrophalen Unfall führen.

Ob global oder national – die Gefahr ist allgegenwärtig

Gefahr lauert da, wo sie niemand vermutet. Vor allem Unternehmen ohne weltweite Präsenz geraten leicht ins Visier der Fälscher: ungeschützte Qualitätsprodukte, die niemand außerhalb Deutschlands überwacht. Das betrifft oft kleine Firmen mit individuellen oder innovativen Produkten. Doch auch Global Player mit prominenten Namen stehen hoch im Kurs der Plagiatoren. Sentrycs neue Technologie tritt an, sie zu finden und zu überführen. Zum Kundenkreis des noch jungen Technologieunternehmens gehört auch sehr bekannte Firmen – unter anderem die Unternehmensgruppe Fischer, die in den Bereichen Befestigungstechnik, Automobilinterieur und Konstruktionsspielzeug weltweit tätig ist.

KI-Software arbeitet ohne Feierabend

Sentrycs Software „durchforstet“ international mehr als 120 Online-Marktplätze und alle führenden sozialen Netzwerke an 24 Stunden und sieben Tage in der Woche. Anhand von Machine Learning vereint der Suchalgorithmus relevante Schlagwörter, Detailbeschreibungen und Bilder, um potentielle Patentverletzungen zu finden. Die Anwendungen „Marketplace Scan“ und „Social Media Scan“ gleichen manipulierte Bilder, Fotos von Fälschungen oder Produkten und Logos mit dem Original ab. Auch verdächtige Verlinkungen und Hashtags decken sie auf. Die Software schützt auch vor Markenmissbrauch und Urheberrechtsverletzungen.

Produktinnovationen nachhaltig gesichert

Mit nur einem Klick des Rechteinhabers verschwinden illegale Angebote dauerhaft. Er entscheidet mit dem “Take Down”-Button selbst, welche Offerten Fälschungen oder Verletzungen sind und entfernt werden sollen. Im Regelfall löscht die Software das Diebesangebot innerhalb von 24 Stunden. Besondere Automatisierungsregeln oder Features wie Blacklist und Whitelist stehen unterstützend zur Seite, indem sie kuriose Händler sperren, lizenzierte Händler aber über die Whitelist von der Beobachtung ausschließen. Über das Dashboard erhalten Nutzer regelmäßig Reportings sowie aktuelle Zahlen und Quellen, die Erfolge und Verläufe veranschaulichen. Falls der Geschädigte eine Strafverfolgung einleiten will, dokumentiert die Software alle relevanten Daten inklusive Screenshots der verdächtigen Angebote.

„Ich sehe unser Engagement, Produktfälschungen aufzufinden und die Entfernung so einfach wie möglich zu gestalten, als gesellschaftliche Pflicht an und habe offene Ohren für jedes betroffene Unternehmen, das sich bei uns meldet“, sagt Nicole Hofmann, Sentryc-CEO. „Wir möchten dazu beitragen, mehr Transparenz zu schaffen und Unternehmen ein Werkzeug an die Hand zu geben, mit dem sie sich international wehren können.“

Hintergrundinformationen zum Start-up-Unternehmen

Die Sentryc GmbH ist ein 2019 gegründetes Technologieunternehmen mit Hauptsitz in Berlin sowie Standorten in Barcelona und Stettin. Das aktuell 25-köpfige Team um Geschäftsführerin Nicole Jasmin Hofmann bietet Unternehmen mit seiner eigenentwickelten Markenschutz-Software eine digitale Lösung, mit der sich Produktpiraterie und Markenmissbrauch auf Online-Marktplätzen aufdecken und stoppen lassen. Dafür stellen die Online-Experten den Kunden eine Cloud-Lösung zur Seite, die Internetseiten nach Produkten durchsucht, potentielle Fälschungen identifiziert, dokumentiert und sie dann automatisiert zur Löschung melden kann. Namhafte Unternehmen wie Junghans, Fischerwerke oder auch die IHK Solingen vertrauen auf den „Produktschutz made in Germany“. Den Datenschutz priorisierend, hostet das Unternehmen in Deutschland und arbeitet DSGVO-konform.

www.sentryc.com

www.vdma.org

Von ingenieur.de

Top Stellenangebote

Hochschule Aalen - Technik und Wirtschaft-Firmenlogo
Hochschule Aalen - Technik und Wirtschaft W2 Professur Effiziente Kunststofffertigung Aalen
Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg-Firmenlogo
Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg Professur (W2) Produktentwicklung mechatronischer Systeme Regensburg
Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten-Firmenlogo
Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten W2-Forschungsprofessur (m/w/d) "Digitalisierung in der spanenden Fertigung" Kaufbeuren
Stadt Dorsten-Firmenlogo
Stadt Dorsten Dipl. Ing. bzw. Bachelor/ Master (m/w/d) der Fachrichtung Versorgungstechnik/ Gebäudetechnik/ technische Gebäudeausrüstung Dorsten
Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten-Firmenlogo
Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten W2-Forschungsprofessur (m/w/d) "Digitalisierung von Produktionssystemen" Sonthofen
Hochschule Osnabrück-Firmenlogo
Hochschule Osnabrück Professur für Intelligente Agrarsysteme Osnabrück
Hochschule Osnabrück-Firmenlogo
Hochschule Osnabrück Professur für Technisches Management Osnabrück
Panasonic Industrial Devices Europe GmbH-Firmenlogo
Panasonic Industrial Devices Europe GmbH QC-Fachkraft (m/w/d) für die SW-Programmierung der Automotive-Teststände Lüneburg
Bauhaus-Universität Weimar-Firmenlogo
Bauhaus-Universität Weimar Leiter (m/w/d) Sachgebiet Liegenschaftsverwaltung Weimar
Freie Universität Berlin-Firmenlogo
Freie Universität Berlin Technische/-r Beschäftigte/-r (m/w/d) Berlin
Zur Jobbörse