Mensch und Arbeit im Einklang 08.07.2021, 09:42 Uhr

Handlungshilfen für eine menschenzentrierte KI-Einführung

Ein neues Projekt ist am ifaa gestartet: Darin wird eine konzeptionelle Handlungsunterstützung entwickelt, damit bei der Einführung und Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) der Mensch und seine Arbeitskraft „nicht auf der Strecke bleiben“.

Künstliche Intelligenz zieht aktuell in alle Lebensbereiche ein. Damit verändert sich die Arbeitswelt auch in den Werkshallen deutlich - aber der Wandel sollte "menschenzentriert" gestaltet werden. Grafik: ifaa

Künstliche Intelligenz zieht aktuell in alle Lebensbereiche ein. Damit verändert sich die Arbeitswelt auch in den Werkshallen deutlich - aber der Wandel sollte "menschenzentriert" gestaltet werden. Grafik: ifaa

Welche Auswirkungen hat die Einführung und Anwendung von KI in den Unternehmen? Wie können Unternehmen den Veränderungsprozess „menschenzentriert“ gestalten, um Produktivitätspotenziale umfänglich zu nutzen? Diese und weitere zentrale Fragen zur Einführung und Anwendung von KI untersucht und beantwortet jetzt das ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e.V. – als Forschungspartner. Das passende Umfeld liefert das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) geförderten Forschungsprojekt „humAIn work lab: Künstliche Intelligenz und der Wandel von Arbeit“. Es hat eine Laufzeit von drei Jahren.

KI richtig nutzen – aber wie?

Künstliche Intelligenz zieht ein in alle Lebensbereiche – auch in die Werkshallen und Büros. Damit verändert sich die Arbeitswelt deutlich. Häufig wird ein einseitiger Fokus auf die Kostensenkung gelegt. Die Angst der im Betrieb Beschäftigten vor Rationalisierung droht diesen Wandel und die damit verbundenen Potenziale zu blockieren. Im Forschungsprojekt humAIn work lab soll ein Perspektivwechsel stattfinden, um neue Vorwärtsstrategien auf den Weg zu bringen. Die beteiligten Partner wollen in der Praxis zeigen, wie man mit KI Arbeitsprozesse verbessern, die Arbeitsqualität der Menschen steigern und ihre Handlungsfähigkeit erhöhen kann.

Mit dem ifaa hat das BMAS eine Einrichtung mit besonderer Expertise „mit ins Boot geholt“: Das Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e. V. in Düsseldorf, gegründet 1962, ist eine der besonders renommierten Forschungsinstitutionen in den Disziplinen Arbeitswissenschaft und Betriebsorganisation. Seine Arbeit zielt primär auf die Steigerung der Produktivität in den Unternehmen ab und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Das ifaa legt hohen Wert auf die enge Verzahnung von Wissenschaft und Praxis und arbeitet in engem Kontakt mit den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektroindustrie sowie deren Mitgliedsunternehmen.

 Ziel des Projekts: Management und Führungsebene sensibilisieren

Die Gestaltung und Implementierung von Künstlicher Intelligenz in Unternehmen ist mit umfangreichen Möglichkeiten verbunden. Die sinnvolle Nutzung von KI kann dazu beitragen, zum Beispiel in Industrieunternehmen deutliche Produktivitätspotenziale zu heben. Um dieses Ziel zu erreichen, ist jedoch ein passendes Vorgehen von Management und Führung erforderlich. Aus diesem Handeln heraus ergeben sich neue und weitreichende Herausforderungen an das Management und die Führungsebene von Betrieben.

Das Ziel des Projekts "humAIn work lab" lautet, übertragbare Handlungsempfehlungen für die betriebliche Praxis zu entwickeln, aufzubereiten und bereitzustellen. Grafik: ifaa

Im Zentrum der Arbeiten stehen folgende Handlungsfelder: Erfolgsfaktoren des strategischen Veränderungsprozesses, Qualifizierung und Kompetenzentwicklung, Unternehmenskultur sowie die Interaktion zwischen KI und Mensch. Im Rahmen des Projektes humAIn work lab erforscht das ifaa die damit verbundenen Herausforderungen und Anforderungen aus den jeweiligen Handlungsfeldern. Der Fokus liegt hierbei sowohl auf der Beteiligung als auch dem Austausch von und mit Unternehmen unterschiedlichster Größe. Für den Dialog sowie Erfahrungsaustausch zum KI-Einsatz sind verschiedenste Veranstaltungen geplant, welche gleichzeitig themenindividuell gestaltet werden. Am 16. September 2021 startet beispielsweise die „KMU-Dialogreihe“ mit dem ersten Unternehmensdialog „Digitalisierung weiter denken – eine Standortbestimmung“. Neben Berichten über mögliche Einsatzfelder und Erfahrungen mit KI im Betrieb bietet das Forum die Möglichkeit, die Situation im eigenen Unternehmen mit erfahrenen Expert*innen aus Praxis und Wissenschaft zu reflektieren.

Eckdaten des Projekts

Das Projekt humAIn work lab mit einer Laufzeit bis zum September 2023 wird im Rahmen der „INQA“-Förderrichtlinie „Zukunftsfähige Unternehmen und Verwaltungen im digitalen Wandel (EXPKI)“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) unter dem Dach der Initiative „Neue Qualität der Arbeit (INQA)“ gefördert. Diese Initiative unterstützt Unternehmen, Verwaltungen und ihre Beschäftigten im Wandel der Arbeitswelt. Unter Federführung des Instituts für Sozialwissenschaftliche Forschung e. V. (ISF) München beteiligen sich die Unternehmensberatung Input Consulting in Stuttgart, das ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e. V., IBM Deutschland, die Deutsche Telekom Service GmbH, die Firma Micaraa aus München sowie ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft und die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände – an den Forschungsarbeiten. Weitere Informationen zum Projekt finden sich unter www.humain-worklab.de. 

Die Initiative „Neue Qualität der Arbeit“

 Zukunft sichern, Arbeit gestalten – attraktive Arbeitsbedingungen sind heute mehr denn je ein Schlüssel für Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland. Sie bilden die Grundlage für eine erfolgreiche Fachkräftesicherung in Unternehmen. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales unterstützt daher mit der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) (www.inqa.de) eine Plattform, auf der sich Verbände und Institutionen der Wirtschaft, Unternehmen, Gewerkschaften, die Bundesagentur für Arbeit, Sozialversicherungsträger, Kammern und Stiftungen gemeinsam mit der Politik für eine neue, nachhaltige Arbeitskultur einsetzen – entlang der Themenfelder Personalführung, Gesundheit, Wissen & Kompetenz sowie Chancengleichheit & Diversity. Als unabhängiges Netzwerk bietet die Initiative konkrete Beratungs- und Informationsangebote für Betriebe und Verwaltungen sowie vielfältige Austauschmöglichkeiten in zahlreichen – auch regionalen – Unternehmens- und Branchennetzwerken.

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