Weiterhin Absagen von Präsenz-Messen 12.05.2021, 13:54 Uhr

Digitale Neuheiten-Messe ist im Trend und wird immer attraktiver

Im Maschinenbau und in weiteren Branchen werden derzeit wichtige Präsenz-Messen bis in den Herbst hinein abgesagt. Die Firmen sind auch auf dieser Ebene „erfinderisch“ und gehen bei der Produktpräsentation individuelle neue Wege.

Die „igus Motion Plastics Show“, Version 2021, ist eröffnet. Sie steht sie in einer Messehalle in Köln Porz-Lind und wurde bereits mit dem „iF Design Award“ ausgezeichnet. Foto: igus

Die „igus Motion Plastics Show“, Version 2021, ist eröffnet. Sie steht sie in einer Messehalle in Köln Porz-Lind und wurde bereits mit dem „iF Design Award“ ausgezeichnet.

Foto: igus

Aktuell gibt es kaum eine Chance für innovative Unternehmen, Neuheiten dem Publikum direkt zu präsentieren. Von Absagen betroffen waren 2021 zum Beispiel die „Metav“, die „Hannover Messe“ oder die „Control“. Zwar wurde den Firmen vom Veranstalter oftmals die Chance gegeben, sich selbst und die Produkte auf „digitalen Messeständen“ vorzustellen. Alternativ konnten Innovationen auch in Form von Vorträgen präsentiert werden, die von den Interessenten Online buchbar und zu verfolgen waren.

Dennoch setzen viele Unternehmen lieber auf eigene Konzepte. Dabei lassen sich Eigenveranstaltungen in größerem Rahmen, zum Teil sogar real in den heimischen Werkshallen, oder auch firmenübergreifend aufbauen. Nach der Präsentation auf dem Ausstellungsstand kann im Anschluss gleich ein Gespräch mit dem passenden Fachberater das Gesehene vertiefen – fast wie auf einer realen Veranstaltung. Die VDI-Z stellt einige der im Mai/Juni laufenden digitalen Messen aus verschiedenen Themenbereichen exemplarisch vor.

168 Tribo-Innovationen auf dem Messestand

Noch mehr neue Produkte, -erweiterungen und digitale Angebote: Die „igus Motion Plastics Show 2021“ (imps) öffnet ihre digitalen Türen (www.igus.de/imps). Seit Anfang Mai 2020 steht die Ausstellung schon real in einer Messehalle in Köln Porz-Lind und wurde mit dem iF Design Award ausgezeichnet. Jetzt eröffnet sie in einer Neuauflage 2021 und zeigt 168 Innovationen aus allen Bereichen. . „Wir sind zwar in einem weiteren Jahr ohne Messen“, sagt igus-Geschäftsführer Frank Blase. „Dieses Mal starten wir allerdings aus vollem digitalen Lauf in die Vorstellung unserer Neuheiten.“

Der neue Stand ist optimiert anhand der Erfahrungen aus den virtuellen Kundengesprächen und Touren des Vorjahres. In einem gesonderten Bereich sind Lösungen für verschiedene Branchen zu sehen: das platzsparende und teleskopierbare „triflex TRX“-System für die 3D-Energieführung am Roboter, ebenso wie das gewickelte Hochlastlager „iglidur TX2“ für Baumaschinen. Und auch das Thema Nachhaltigkeit von Kunststoffen ist jetzt noch sichtbarer und nimmt einen zentralen Platz auf der 400 Quadratmeter großen Messe ein. Der leichte „drygear“ Cobot-Getriebebausatz für eine kostengünstige Automatisierung ist ebenso zu finden wie das Tribofilament „iglidur I151“ für FDA-konforme und detektierbare Verschleißteile in der Lebensmitteltechnik. 55.000 Interessierte aus aller Welt haben den orangenen Messestand inzwischen online besucht, denn er ist als virtueller Zwilling frei zugänglich. Weitere 16.000 Besucher haben darüber hinaus das Angebot eines digitalen Besuchs gemeinsam mit igus-Spezialisten wahrgenommen. „Normalerweise wären wir im vergangenen Jahr auf 222 Messen und Kongressen weltweit vertreten gewesen, insgesamt waren es dann gerade einmal 26“, sagt Frank Blase. Der real-virtuelle Messestand ist ein wichtiger Baustein in einem digitalen igus-Konzept, damit Anwender rasch an ihre individuelle Lösung kommen. So sind Maschinenauslegungen oder Tutorials virtuell mit den Beratern möglich; Online-Seminare aus dem neuen Webinarstudio leisten Hilfestellung. Auch den Katalog gibt als digitale interaktive Variante – inklusive zusätzlicher Informationen wie den Zugang zu Whitepapers, Blogartikeln und Erklärvideos.

Virtuelle Messe für Metrologie und Qualitätssicherung

Im Mai 2021 veranstalten Heidenhain, Traunreut, und die Marken AMO, Etel, Numerik Jena und RSF ihre virtuelle Messe für Metrologie und Qualitätssicherung. Auf einer Microsite im Web und in Live-Präsentationen bei persönlichen Online-Meetings präsentieren der Vertrieb und das Produktmanagement neue Messgeräte und Antriebstechnik, die Metrologielösungen noch effizienter machen. Alle Produktneuheiten und Kontaktinformationen, um einen individuellen Präsentationstermin zu vereinbaren, finden Kunden unter metrology.heidenhain.com.

Zu sehen sind beispielsweise die Winkelmessmodule MRP von Heidenhain, die Messgerätegenauigkeit sicher in die Kundenapplikation bringen. Die „MRP 8000“ kombinieren hochauflösende Messtechnik mit einer belastbaren Lagerung. Damit sind sie für die Hersteller von Messmaschinen, Laser-Trackern, Wafer-Handlingsautomaten, Erodiermaschinen oder Maschinen zur Mikropräzisionsfertigung eine besonders interessante Lösung beim Aufbau hochgenauer Rundachsen. Denn die Winkelmessmodule stehen als fertige Baugruppe mit spezifizierten und definierten Eigenschaften zur Verfügung. Durch einen zweiten Abtastkopf wird bei der neuen Variante „MRP 8081“ zudem die Robustheit des Geräts deutlich verbessert. Somit ist es möglich, die spezifizierte Systemgenauigkeit auch bei hohen Kippbelastungen sowie auftretenden Vibrationen oder Temperaturschwankungen zu erreichen.

Eine von zahlreichen Innovationen auf der virtuellen Messe für Metrology im Mai 2021: „Transferable Accuracy“ am Beispiel des Winkelmessmoduls „MRP 8081“ mit zwei Abtastköpfen.

Foto: Heidenhain

Für Anwendungen, in denen besonders kompakte und steife Lager gefordert werden, sind auf der virtuellen Messe die neuen Winkelmessmodule vom Typ „MRS“ zu sehen. Sie sind optimiert für geringe bis mittlere Drehzahlen und mittlere Lasten. Speziell für Advanced Metrology-Anwendungen wie Messarme oder Messroboter zeichnen sie sich durch ihre erhöhte Kippsteifigkeit und die maximal zulässige Kippbelastung sowie eine sehr hohe Wiederholgenauigkeit aus.

Zusätzlich zu diesen Highlights können die Besucher der virtuellen Messe auch spannende Lösungen der Partnerunternehmen entdecken: Wie die ultrakleinen offenen Längenmessgeräte LIKgo und LIKselect von Numerik Jena, die sich besonders für den Einsatz in beengten Einbausituationen eignen. Gleichzeitig erfüllen sie hohe Genauigkeitsanforderungen. Oder die eisenlosen Linearmotoren der Baureihe ILF+ von Etel in Verbindung mit den Magnetbahnen vom Typ IWM+. Sie sind perfekt geeignet für anspruchsvolle Scan-Applikationen, in denen keine Anziehungskräfte auftreten dürfen und die eine hohe Geschwindigkeitsstabilität erfordern.

Außerdem stehen praxisnahe Applikationsbeispiele und Vorführeinheiten bereit, die diverse Geräte der Partner kombinieren und damit zum Beispiel den Weg zum digital vernetzten Arbeitsplatz ebnen.

Frühjahrsausgabe 2021 „Zeiss Innovation Rocks“

Ab dem 8. Juni bietet der Messtechnikspezialist Zeiss den Kunden wieder die Möglichkeit, Neuentwicklungen in der industriellen Messtechnik auf spannende und interaktive Weise zu erleben. In fünf Live-Events präsentiert die Frühjahrsausgabe des digitalen Formats die neuesten Produkteinführungen durch interaktive Shows und Webinare. Unter anderem erlaubt eine „neue Dimension der Röntgentechnologie“ die einfache, aber gründliche Inspektion industrieller Anwendungen. Außerdem wird ein neues Programm gezeigt, das Zulieferern in der Medizinbranche hilft, höchste Qualitätsstandards zu erfüllen, sowie die neueste, einfach zu bedienende 3D-Scanlösung. Jeder „Rock“ umfasst eine Produktvorstellung, gefolgt von einem Webinar, das Produktinnovationen, Anwendungstrends und Best Practices vorstellt. Im Webinar können Kunden ihre Herausforderungen in Frage- und Antwortrunden anbringen und somit von anderen Messtechnikern und den Zeiss-Experten lernen. Alle Veranstaltungen können entweder live oder auf Abruf verfolgt werden.

Dreharbeiten zur Frühjahrsausgabe der "Zeiss Innovation Rocks": Das virtuelle Event-Programm des Bereichs "Industrial Quality Solutions" zeigt ab dem Juni 2021 wieder Innovationen und Neuheiten sowie Fallbeispiele aus konkreten Anwendungsbereichen.

Foto: Zeiss

Das digitale Format wurde 2020 entwickelt: „Wir haben auf die neue Situation reagiert, indem wir ein neues digitales Programm entworfen haben, das es uns ermöglicht, unsere Innovationen zu präsentieren und gleichzeitig nah an unseren Kunden zu sein“, sagt Marc Wawerla, der den Bereich „Zeiss Industrial Quality Solutions“ leitet. Pedro Yanez, Global Head of Marketing, Digital and Communication, ergänzt: „Wir haben den Faktor der Ungewissheit in unsere Planungsprozesse einbezogen und werden uns auch in den schwierigsten Zeiten weiterhin mit unseren Kunden austauschen.“

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