Hannover Messe 2022 01.06.2022, 13:45 Uhr

Mit dem FleetExecuter gelingt die Mobilisierung der Automatisierung

Schon seit Mitte der 1970er-Jahre sind Industrieunternehmen damit beschäftigt, die unmittelbaren Produktionsschritte zu automatisieren. Doch Stillstand bedeutet auch hierbei Rückschritt. Vorgestellt werden Neuheiten für die Steuerung von AGVs.

Herstellerunabhängige AGVs (Automated Guided Vehicles) lassen sich mit dem "MHP FleetExecuter" steuern. Foto: MHP

Herstellerunabhängige AGVs (Automated Guided Vehicles) lassen sich mit dem "MHP FleetExecuter" steuern.

Foto: MHP

Die Automatisierung gelingt bisher mit ziemlich großem Erfolg: Roboter – etwa von Kuka – erledigen heute die meisten Aufgaben entlang des Produktionsprozesses. Und dies gelingt sehr viel effektiver und vor allem effizienter, als Menschen es könnten. Aber: Der Erfolg der Vergangenheit macht es ziemlich anspruchsvoll, auch in Zukunft weitere Automatisierungsgewinne zu erzielen. Jedenfalls mit Blick auf die Produktion an sich. Anders sieht das bei der gesamten Intralogistik aus. Hier steuern nach wie vor Menschen die allermeisten Vehikel. Es ist also an der Zeit für eine Mobilisierung der Automatisierung!

Automated Guided Vehicles sinnvoll einbinden

Bis vor wenigen Jahren war das kaum realisierbar. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Automated Guided Vehicles (AGV), die mithilfe von Sensoren sicher durch Shopfloor oder Lager navigieren. Zu einem echten Vorteil geraten solche AGVs aber nur dann, werden sie als gesamte Flotte sinnvoll in die bestehenden Prozesse eingebunden.

Das ist naheliegend, leider aber nicht trivial. Denn erstens muss sichergestellt sein, dass der Datenaustausch zwischen einem AGV und seiner Umwelt reibungslos funktioniert. Zu dieser Umwelt gehören neben anderen AGVs auch die Maschinen und Anlagen sowie ein System, das die Produktionsplanung und -steuerung ausführt. Und zweitens müssen die ausgetauschten Daten in zielführende Anweisungen überführt werden – die dann wiederum zu übermitteln sind. Solange alle eingesetzten Automated Guided Vehicles von einem Hersteller stammen, ist die erforderliche Integration noch machbar. Spätestens mit Vehikeln von unterschiedlichen Herstellern – was aufgrund unterschiedlicher Fähigkeiten/Technologien/Stärken ein übliches Szenario sein sollte – wird es schwierig.

Screenshot: Mithilfe von Sensoren und der Flottenmanagementlösung lassen sich AGVs sicher durch Shopfloor oder Lager navigieren. Grafik: MHP

Wichtig: Offenheit für alles

Mit der Flottenmanagementlösung „FleetExecuter“ bietet MHP den Unternehmen dafür eine einfache Lösung. Die cloudfähige Software nimmt die Daten der verschiedenen AGVs sowie der Assets im Shopfloor und der übergeordneten Instanz entgegen, berechnet daraus auf ein Ziel optimierte Transportaufträge und weist diese den AGVs zu. Dabei verwendet der FleetExecuter die standardisierte, für die Kommunikation von AGVs entwickelte Schnittstelle VDA 5050. Vehikel, die ebenfalls VDA 5050 unterstützen, können so tatsächlich Plug-and-Play-haft eingebunden werden – bei AGVs ohne VDA-5050-Schnittstelle dauert die Integration länger.

Entschieden hat sich der Spezialist für die VDA 5050, weil er davon überzeugt ist, dass sich die Schnittstelle durchsetzen wird. Die erste Version der Protokollbeschreibung wurde im August 2019 als Entwurf veröffentlicht. Im Februar 2022 erschien die Version 2.0. Auf dem noch ziemlich jungen Standard setzten schon heute einige Vergaben in Europa auf. Und sogar die ersten AGV-Hersteller in den USA berücksichtigen die VDA 5050. Grundsätzlich wird die Schnittstelle weltweit bei verschiedenen Anbietern von Vehikeln und Flottenmanagementsoftware diskutiert.

Der Partner Safelog ist ein Hersteller von AGVs, die die VDA 5050 unterstützen.

Foto: Safelog

Anwendungsbeispiel Faurecia: ROI in 18 Monaten

Für Anwenderunternehmen ist außerdem interessant, dass sich der FleetExecuter ohne großen Aufwand „ausrollen“ lässt. Das gilt vor allem, wenn die Lösung in der Cloud von AWS (Amazon Web Services) gehostet ist. Hier können beliebig viele Instanzen ausgeprägt werden, die dann nur noch an die lokalen Bedingungen angepasst beziehungsweise an das dort eingesetzte übergeordnete System angebunden werden müssen.

Im Einsatz ist der FleetExecuter unter anderem beim Automobilzulieferer Forvia, damals noch Faurecia – und zwar in einem Werk im tschechischen Plzeň. Dort orchestriert die Lösung mittlerweile zehn AGVs, die unterschiedliche Sitzrahmengestelle direkt an die Montagelinie liefern. Dabei müssen sowohl eine Taktzeit von 60 Sekunden als auch eine Sequenzierung eingehalten werden.

Beim Automobilzulieferer gelang es, die Effizienz des Gesamtprozesses um 20 Prozent zu steigern. Dadurch konnte Faurecia innerhalb von weniger als 18 Monaten einen Return on Investment (ROI) zu erzielen. Der Entwickler der Lösung, MHP, gehört als Porsche-Tochterunternehmen und Prozesslieferant mit dem Beratungsansatz der Symbiose aus Management- und IT-Beratung – sowie als Automotive- und Digitalisierungsexperte – zu den führenden Beratungen weltweit. Auf der Hannover Messe (Halle 5, Stand A54) wird derzeit unter anderem der FleetExecuter vorgestellt. Dazu gibt es auch einen gemeinsamen Vortrag mit dem Partner Safelog – einem Hersteller von AGVs, welche die VDA 5050 unterstützen: und zwar am 1. Juni, von 15.00 bis 15.30 Uhr, am Stand von Amazon Web Services.

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